Der große Everbloom-Test – Teil 2

Hier nun endlich die Fortsetzung meines Everbloom-Tests. Everbloom-Hortensien stehen dafür, auch Blüten am neuen Holz zu bilden und somit besonders lange und zudem auch noch nach Spätfrösten zu blühen. Wir probieren das mal mit einer radikalen Methode aus – und hoffen, dass die Sorten halten, was sie versprechen.

Im ersten Teil meines großen Everbloom-Tests habe ich vier Hortensien – zwei „Pink Wonder“ und zwei „Blue Wonder“ – zunächst einmal kräftig ruiniert. Richtig kräftig. So sehr, dass ich ehrlich gesagt meine Zweifel hatte, ob sie überhaupt überlebt haben. Hier noch mal zur Erinnerung das Foto des Standes vom 2. April 2018. Den genauen Verlauf des Ruinierens können Sie in Teil 1 des Test nachlesen und in Fotos anschauen.

Es sind nun also vier Monate vergangen. So lange hat es tatsächlich gedauert, bis es Sinnvolles Neues zu berichten gab. Denn nachdem ich es geschafft hatte, dass nach dem Frost oberirdisch so wirklich rein gar nichts mehr an den Hortensien am Leben war, mussten die Pflanzen sich aus ihren Wurzeln komplett neu aufbauen. Kein Stängel war mehr grün geblieben, erst recht kein Blatt. Ehrlich gesagt hatte ich das Herunterfrieren so umfangreich nun auch wieder nicht geplant. Es sollten die Knospen erfrieren, nicht gleich die ganzen Pflanzen.

Everbloom Hortensie Pellens TestUmso erfreuter kann ich nun berichten: Immerhin zwei der vier Pflanzen haben den Supergau überlebt! Je eine „Pink Wonder“ und eine „Blue Wonder“. Nach einigen Wochen zeigten sich erste Neuaustriebe von unten. Leider habe ich keine Fotos davon, da unser Urlaub dazwischenkam. Zurück aus diesem stellte ich dann zu meinem Schrecken fest, dass nun auch noch Dickmaulrüssler in den zarten Neuaustrieben gewütet hatten und so einige Blätter gehörig zerfressen waren. Ich habe nicht nachgesehen, aber es ist zu vermuten, dass auch Larven an den Wurzeln gefressen haben. Ein weiterer Kraftakt für die armen Everbloom. Und leider verfälscht dies auch etwas meinen Test, aber nun gut.

Everbloom Test Hortensie PellensDoch ja: Die Everbloom überlebten auch dies. Sie bildeten nicht viele Triebe, aber immerhin ein paar, wie auf den Fotos (alle von heute) zu sehen ist. Ich hätte sie nochmal einkürzen können, um die Verzweigung anzuregen, aber ich wollte ja sehen, ob sie Blüten ansetzen würden. So spät im Jahr und nach all der Kraft, die sie schon aufgewendet hatten, wagte ich es nicht, sie nochmal zurückzuschneiden. Also beließ ich es bei den zwei beziehungsweise drei Trieben pro Pflanze. Und an einem der Triebe hat sich auch tatsächlich noch eine Blüte gebildet!

 

Das Fazit des Testjahrs 2018:
Everbloom Test Hortensie PellensZunächst mal habe ich die Pflanzen wohl doch zu sehr geschädigt. Das war aber dann nicht mehr zu ändern, es war ja einmal passiert. Dass 50 % überlebten, ist bei dieser Behandlung plus Dickmaulrüssler-Befall schon ein wirklich guter Schnitt.

Was die Blütenbildung angeht, war es hingegen etwas mager. Einer von fünf Trieben hat eine Blüte ausgebildet. Ich denke, auch dies ist einfach der zu starken Schädigung und der dadurch fehlenden Kraft der Pflanzen geschuldet. Sie mussten erst neues Grün bilden, da wurde weniger in Blüten investiert.

2019 geht es weiter…

Da dies schon mehr ein Tötungsversuch war und kein normales „Zurückfrieren“ mehr und auch kein „falscher Schnitt“, werde ich im nächsten Jahr den Test fortführen. Diesmal werde ich die Pflanzen nicht so radikal „abfrosten“ (hoffe ich), sondern im Frühjahr zurückschneiden, aber noch Grün beibehalten, und so den in unseren Breiten eher „normalen“ Schaden simulieren. Ich werde dazu die zwei überlebenden Pflanzen nehmen plus zwei „neue“ aus dem Treibhaus. Dann haben wir gleich eine „Langzeitstudie“ mit dabei.

Und ganz sicher werde ich in der Zwischenzeit etwas gegen die vermaledeiten Dickmaulrüssler tun, die sich mittlerweile in fast allen meinen Kübelpflanzen eingenistet haben (grrrr!).

In diesem Sinne: Es bleibt spannend – ich hoffe, Sie lesen weiter mit.

Ihre Hortensia

Erste Neuaustriebe nach dem Frost

Nach bangen zwei Wochen habe ich heute Erfreuliches in unserem Sortengarten entdeckt.

Viele der durch den Frost geschädigten Hortensien zeigen jetzt kleine Neuaustriebe. Sogar in den Kronen der komplett braunen Samthortensien konnte ich kleine hellgrüne Neuaustriebe entdecken.

Es machte heute endlich mal wieder Spaß, mit der Kamera durch unseren Sortengarten zu gehen. Ok, der lang ersehnte Regen hat in den letzten beiden Tagen leider auch den unerwünschten Wildkräutern einen Wachstumsschub beschert. Aber mein Blick ging locker darüber hinweg, nachdem ich die ersten kleinen Neuaustriebe an unseren Weiterlesen