Der Geist der Spätfröste kommt… Jetzt besser abdecken

Sie kommen, die wohl größten Gegner in unserem Wettstreit um schön blühende Hortensien: Die Nachfröste. Daher ist jetzt dringend geraten, schon weit ausgetriebene Hortensien nachts abzudecken. Und so geht es.

Bettlaken Hortensie abdecken Spätfröste

Ein Hortensien-Geist?

Wichtig: Die folgenden Tipps sind für Hortensien, die draußen überwintert haben. Wer schon blühende Hortensien neu gekauft und draußen stehen hat, sollte sie möglichst ganz ins Haus räumen, denn sie reagieren auf alles um Null Grad sehr empfindlich. Ist das nicht möglich, unbedingt besonders gut verpacken!

1 . Welche Hortensien sollte ich abdecken?

Knospe Hortensie

Diese Knospe ist schon sehr weit und bei Spätfrost gefährdet.

Im Prinzip sind natürlich die Blüten aller Hortensien durch Nachfröste gefährdet, sofern sie schon angetrieben haben. Aber es gibt Arten, die jetzt noch Blüten anlegen können, und solche, die ihre Blüten bereits im Herbst anlegen und jetzt keine neuen mehr bilden würden. Auf letztere müssen wir jetzt besonders aufpassen. Das sind allen voran die am weitesten verbreiteten Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla), außerdem die Eichblättrigen Hortensien (Hydrangea quercifolia), die Raublatthortensien (Hydrangea aspera) sowie die Samthortensien (Hydrangea aspera ssp. sargentiana).

2. Womit decke ich ab?

Hortensien Abdecken Spätfröste

Unser Material: ein paar Stäbe und ein Bettlaken.

Am praktikabelsten ist Gemüsevlies. Es ist leicht genug, um keine Triebe abzubrechen, und einfach zurecht zu schneiden. Es darf aber auch Jute sein, ein altes T-Shirt oder ein Bettlaken. Plastikplanen sind nicht ganz so geeignet, da sich darunter schnell Schwitzwasser sammelt und die Blätter und Blütenknospen angreifen kann. Aber wenn man sie tagsüber abnimmt, geht auch das.

 

3. Wie decke ich ab?

Ist das Abdeckmaterial leicht genug, dass es keine Triebe quetscht oder abbrechen kann (Vorsicht, Nachtfreuchte kann Stoffe noch schwerer machen!), legt man es einfach vorsichtig über die gesamte Pflanze. Dies gilt zum Beispiel für Gemüsevlies. Wo Wind droht, das Abdeckmaterial unten mit einem Band am Topf oder mit Steinen auf dem Beet festmachen.

Hortensien abdecken SpätfrösteIst der Stoff schwerer – wir hatten beispielsweise nur ein recht dickes Bettlaken zur Hand – kann man sehr gut Stäbe zwischen die Triebe der Hortensien stecken, die höher sind als die Triebe selbst. Bei uns sind es Bambus- und Metallstäbe. So liegt der Stoff auf diesen Stäben auf, nicht auf der Pflanze.

Für Beete funktionieren da auch Besen oder ein Spaten, man muss sie nur tief genug einstechen können, dass der Stoff nicht zu hoch über der Pflanze hängt.

Idealer Weise stellt man Hortensien in Töpfen noch an einen vor Wind und Wetter geschützten Platz nahe an einer Hauswand.

4. Und tagsüber abnehmen?

Es kommt auf Material, Tagestemperatur und Standort an, ob man den Frostschutz am Tag abnehmen sollte. Gehen die Temperaturen tagsüber über 10-12 Grad, ist das Abnehmen besser, sonst wird es dann arg warm unter dem Schutz und die Pflanze gerät durch die großen Temperaturunterschiede unter Stress. In schattigen Ecken bleibt es natürlich eher kühl als im Sonnenschein. Und dicke Stoffe wärmen mehr als dünne. Auch Abdeckungen, die keine Luft durchlassen, sollte man wie oben begründet tagsüber abnehmen. Eher leichte, luftige Stoffe wie Gemüsevlies können aber auch schon mal zwei, drei Tage komplett auf der Pflanze verbleiben, wenn zum Beispiel keine Sonne daraufscheint, viel Wind ist oder die Temperaturen generell kühl bleiben. Danach sollte man aber mal lüften und der Pflanze Tageslicht gönnen.

Ich drücke allen Hortensienliebhabern die Daumen, dass keine Blüte erfriert!

Eure Hortensia

 

Filmteam mit Tristan bei uns zu Gast

Hoppla, das hat man nicht alle Tage: Ein Profi-Filmteam war heute bei uns zu Gast und hat Aufnahmen für einen Film gemacht. Es ging um das Thema „Wie wird man Gärtnermeister“.

Gärtner Tristan Kamera HortensienVielleicht kennen Sie Gärtner Tristan und seine Filme über Blumen, Pflanzen und Gärtnern im Allgemeinen? Der – übrigens echte und auch noch als solcher aktiv arbeitende – Gärtner ist laufend unterwegs, um über Interessantes aus der Pflanzenwelt zu berichten. Die Filme sind dann im Internet zu sehen, und zwar hier.

Gärtner Tristan Pellens KühlhausBei uns ging es heute darum, wie man Gärtnermeister wird. Was man mitbringen muss, was man alles lernt in der Ausbildung, und was für Aufgaben man dann in einem Gartenbauunternehmen hat als Meister. Dazu hat sich Tristan unseren jungen Meister Dominik Aushorn als Interviewpartner geschnappt. Rund zwei Stunden lang sind die beiden mit Kameramann und organisatorischer Begleitung durch unseren Betrieb gelaufen und haben gedreht.

Besonders faszinierend fand ich, wie souverän Gärtner Tristan ganz ohne Drehbuch gearbeitet hat. Da merkt man das Talent für das spontane Reden vor der Kamera und natürlich auch die Routine nach einigen zig Filmen, die es schon gibt. Er hat sich kurz mit dem Kameramann zur Einstellung besprochen, unserem Meister ein paar Sätze zum geplanten Inhalt aus dem Ärmel geschüttelt, und schon wurde Gärtner Tristan Pellens Hortensiendie Kamera angeworfen. Ok, einige Störgeräusche von unseren Kühlanlagen und Lüftungen mussten wir zunächst abstellen, und die Kollegen mussten nebenan mal eben Pause machen mit ihrer klappernden Arbeit. Aber ansonsten ging das alles ziemlich flott vonstatten.

Nun muss aus dem Rohmaterial noch ein Film zurechtgeschnitten werden, und dann wird er ebenfalls im Internet zu sehen sein. Ich bin gespannt und werde natürlich Bescheid geben, wenn das gute Stück online ist.

Eure Hortensia

Der große Everbloom-Test – Teil 3

Das neue Hortensienjahr beginnt – somit ist es Zeit, den großen Everbloom-Test wie versprochen fortzuführen. Sie erinnern sich vielleicht: Im vorigen Jahr habe ich vier Hortensien der Sorte „Everbloom“ zunächst einmal kräftig ruiniert. Indem ich sie, schon fast blühend, direkt aus dem Treibhaus nach draußen in den Frost verfrachtet habe. Nun schauen wir, wie es 2019 weitergeht mit ihnen.

Zur Erinnerung rechts das Bild nach der – ungeplant heftigen, sogar mit Schnee einhergehenden –  Frostbehandlung im vorigen Jahr. Quasi alle oberirdischen Teile waren erfroren. Daher war es durchaus erstaunlich, dass zwei der vier Everbloom diese Radikalbehandlung tatsächlich überlebt haben. Und eine hat sogar im gleichen Jahr noch geblüht. Wenn auch zugegebenermaßen spärtlich. Woran unter anderem der Dickmaulrüssler mit Schuld war, der den Pflanzen auch noch gehörig zugesetzt hat.

Nun ist 2019. Die zwei verbliebenen Everbloom haben in ihren Töpfen draußen im Garten an eine Mauer gerückt überwintert. Und ich kann freudig berichten: Sie treiben nun sehr gut wieder aus. Die Fotos stammen vom 1. März. Eine ganze Menge dicker Knospen sind zu erkennen. Und wo kaum noch Äste vorhanden waren, treiben von unten aus der Erde neue Triebe nach.

In den kommenden Tagen werde ich noch zwei weitere Everbloom aus dem Treibhaus dazustellen. Diesmal allerdings nicht schon so weit ausgetriebene wie voriges Jahr und sie kommen auch nicht direkt in den Frost. Denn in diesem Jahr soll der Schaden nicht ganz so radikal ausfallen. Ich will ja eigentlich das Zurückfrieren der Blütenknospen beziehungsweise einen falschen Rückschnitt simulieren, nicht den Komplett-Tot der Pflanzen.

In diesem Sinne: bis bald zu Teil 4 des großen Everbloom-Tests.

Kniebeugen beim Zähneputzen

Im Winter kann uns Gartenfreunden nicht nur das schlechte Wetter auf den Senkel gehen. Auch die geringere Bewegungsbilanz sorgt für schlechte Laune. Da ist einfach dieses unbestimmte Unwohlsein, wenn man sich nicht regelmäßig im Garten mit Schaufel und Harke austoben kann – kennen Sie das auch?

Foto: Daniel Stricker, pixelio.de

Ich habe mir selbst dagegen vor ein paar Jahren ein „Mini-Alltags-Bewegungsprogramm“ verordnet. Und ich stelle fest: Was auch immer die Waage sagen mag, das gute Gefühl ist einfach da, wenigstens etwas zu tun. Mit Kleinigkeiten, die unbemerkt im Alltag Einzug finden können.

Tipp 1: Elektrische Geräte weglassen Weiterlesen

Wenn’s viel regnet, aufgepasst

Ganz schön nass wird es in den nächsten Wochen draußen werden. Viel Regen, wenig Verdunstung – Herbstzeit eben. Das geht dann nicht nur uns auf den Keks, sondern kann auch unseren eigentlich so durstigen Hortensien gehörig an die Wurzeln gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei zu viel Nässe faulen diese nämlich. Dagegen können wir Hortensien-Eltern aber durchaus etwas tun. Weiterlesen