Hortensien richtig schneiden

Hortensien wollen geschnitten werden – wann und wie erklären wir hier.

Die ersten milden Tage sind sehr früh dran in diesem Jahr, zumindest in vielen Regionen Deutschland. Und dann kribbelt es Hortensienbesitzern meist sofort in den Scheren. Aufräumen steht auf dem Programm – doch kann ich Hortensien in Beet und Kübel jetzt schon schneiden? Und schneide ich sie ganz herunter oder nur die Spitzen? Man liest ja im Internet von beidem.

Die Antwort auf diese Fragen ist: Jain! Es kommt nämlich sowohl auf die Klimaregion an, in der man wohnt, als auch auf die Hortensiensorte, die man hat. Wir schauen uns das hier einmal näher an.

Wann kann ich schneiden?
Grundsätzlich werden Hortensien im Frühjahr beschnitten. Aber späte Fröste können, auch wenn die Pflanzen von Natur aus sehr kälteresistent sind, Knospen noch erfrieren lassen, so dass die Blüte ein Jahr lang teilweise bis ganz ausfällt. Auch kann an frisch gekappten Zweigen der Frost leichter Schaden anrichten als an ungeschnittenen. Daher macht es Sinn, mit dem Schneiden so lange zu warten, bis die Minustemperaturen wirklich überstanden sind. Und das ist, so sehr wir uns das auch anders wünschen, erst nach den Eisheiligen Mitte Mai sicher der Fall. Das ist gerade für Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) sehr entscheidend, die ja nur am alten Holz blühen (siehe unten SChnitt-Typ 1). Die Arten von Schnitt-Typ 2 können hingegen schon früher, also je nach Witterung auch Ende Februar/Anfang März bereits geschnitten werden.

Wie schneide ich Hortensien?
Wie tief ich Hortensien zurückschneiden muss und kann, hängt zu allererst von der Art ab. Grundsätzlich gibt es vier Schnitt-Typen, in die sich Hortensien einteilen lassen.

Schnitt-Typ 1
Bei Hortensien der Arten „Hydrangea macrophylla“ (auch Bauernhortensien genannt) und „Hydrangea aspera“ (Raublatt-Hortensie) werden in der Regel nur die alten, vertrockneten Vorjahresblühten direkt oberhalb der neuen Knospen abgeschnitten. Denn diese Hortensienarten blühen am „alten“ Holz. Die Sträucher legen bereits im Herbst ihre Knospen für das nächste Jahr an. Schneidet man diese Hortensien nun im Frühjahr stärker zurück, schneidet man die Blütenknospen mit ab. Also werden sie in diesem Jahr nicht mehr blühen.

Der Pflanze selber macht auch ein tieferer Rückschnitt allerdings nichts aus. Wird eine macrophylla zu groß, kann man sie daher ruhig weiter zurückschneiden. Aber das am besten Anfang Juli, dann legt die Pflanze eventuell noch neue Blütenknospen für das nächste Jahr an.
Durchaus gut tut älteren, dicht gewachsenen Hortensien hingegen hin und wieder ein „Verjüngungsschnitt“. Dabei wird rund ein Drittel der Zweige knapp über dem Boden abgeschnitten, am besten die dicksten und ältesten. Die Pflanze wird so zur Bildung neuer Triebe angeregt, die dann auch wieder mehr Blüten bilden.

TIPP: Wer die großblumigen Bauernhortensien liebt, sich wegen des Schneidens aber unsicher ist, sollte sich eine „Everbloom“ zulegen. Diese besonderen Hortensien blühen am alten und am neuen Holz – ihnen können auch späte Fröste oder ein tiefer Rückschnitt nichts anhaben.

Schnitt-Typ 2
Komplett bis knapp über den Boden zurückgeschnitten werden können hingegen die Hortensien der Arten „Hydrangea paniculata“ (Rispenhortensie) und „Hydrangea arborescens“ (Schneeball-Hortensie). Und zwar so, dass immer mindestens ein Knospenansatz pro Trieb bestehen bleibt. Denn diese Hortensienarten legen erst im Frühjahr ihre Blütenknospen an den Trieben an, die jetzt neu wachsen. Der komplette Rückschnitt ist nicht jedes Jahr nötig, wenn der Busch größer werden soll. Er regt jedoch die Blütenbildung an. Und werden die Triebe nach ein paar Jahren zu lang, können sie umfallen – spätestens dann sollte man kräftig einkürzen.

TIPP: Ausnahmen sind die Rispen-Hortensien-Sorten „Praecox“ und „Dharuma“ – sie blühen ebenfalls am alten Holz und werden nach Schnitt-Typ 1 behandelt.

Schnitt-Typ 3
Die beiden Hortensien-Arten „Hydrangea sargentiana“ (Samt-Hortensie) und „Hydrangea anomala subsp. petiolaris“ (Kletter-Hortensie) brauchen gar keinen Rückschnitt. Sie können aber sowohl eingekürzt als auch durch das Herausnehmen einzelner Triebe ausgelichtet werden.

Schnitt-Typ 4
Es gibt auch eine Hortensie, die möglichst gar nicht geschnitten werden sollte: „Hydrangea quercifolia“ (Eichblatt-Hortensie). Sie wächst sonst oft nur sehr unschön weiter. Daher sollten auch hier im späteren Frühjahr lediglich vertrocknete oder erfrorene Pflanzenteile und die Vorjahresblüten herausgenommen werden.

Sicher durch den kalten Winter

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende, die Nächte werden langsam kälter. Jetzt wird häufig die Frage an uns herangetragen, wie Hortensien im Beet oder im Kübel am besten durch den Winter kommen. Wir können Entwarnung geben: Hortensien sind sehr kälteresistent und das Überwintern keine Zauberei.

1. Hortensien im Beet

Gut eingewachsene Hortensien im Beet vertragen auch mehrere Grad minus. Foto: Günther Schad, pixelio

Gut eingewachsene Hortensien im Beet vertragen auch mehrere Grad minus. Foto: Günther Schad, pixelio

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Bettlaken Hortensie abdecken Spätfröste

Ein Hortensien-Geist?

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Herbstzeit – Schneiden oder nicht?

Herbst – im Kopf beginnt der Pflanzenbesitzer mit den Vorbereitungen für den Winter. In Sachen Hortensien kommen jetzt Fragen auf wie: Schneide ich die alten Blütenstände jetzt herunter? Dünge ich noch mal? Und was kommt in Sachen Winterschutz auf mich zu? Wir möchten die drängendsten Fragen hier beantworten.

  1. Schneide ich alte Blüten jetzt ab?

    Alte Blütenstände als Winterschutz stehen lassen. Foto: Günther Schad, pixelio

    Die Antwort ist ein klares „Nein“. Natürlich kann man vergrünte Blütenstände zum Trocknen abschneiden. Aber generell sollte man die alten Blüten lieber bis zum Frühjahr auf den Hortensien belassen. Ganz besonders gilt dies für Bauernhortensien (H. macrophylla). Frost dringt nämlich immer von außen nach innen in die Pflanze ein. Man kennt es: Hortensien frieren schon mal ein paar Zentimeter herunter. Das können die paar Zentimeter „alte“ Blütenstängel sein, wenn sie stehen gelassen wurden. Oder die paar Zentimeter inklusive der neuen Knospen für das nächste Jahr, wenn man den Rest schon abgeschnitten hat. Daher: lieber erst nach dem Frost im März/April rum schneiden.

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Der Sommerschnitt – wenn’s eh nicht blüht…

Er sorgt für neue Verzweigung und einen buschigen Aufbau.

Vor dem Schnitt sieht die „Mont St. Jean“ etwas zerpflückt aus.

So manche Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla) hat  in diesem Jahr keine oder nur wenige Blüten angesetzt. „Schuld“ ist vielfach der späte Frost, nachdem die Hortensien schon ausgetrieben waren. Es kann aber auch Hortensien betreffen, die erst im Vorjahr gepflanzt wurden, und die ihre Energie nun erst einmal in den Aufbau eines guten Wurzelwerks stecken. Was auch immer der Grund: Blütenfreie Jahre sind bei Hortensien ideal für einen Sommerschnitt, der zu neuer Verzweigung und einem stabilen, wunderbar buschigen Aufbau anregt. Weiterlesen

Erste Neuaustriebe nach dem Frost

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Es machte heute endlich mal wieder Spaß, mit der Kamera durch unseren Sortengarten zu gehen. Ok, der lang ersehnte Regen hat in den letzten beiden Tagen leider auch den unerwünschten Wildkräutern einen Wachstumsschub beschert. Aber mein Blick ging locker darüber hinweg, nachdem ich die ersten kleinen Neuaustriebe an unseren Weiterlesen

Tote Äste, ab damit – oder besser nicht?

Bei Hortensien nicht so früh zur Schere greifen

Viel totes Geäst? Meistens doch nicht...

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„Meine Bauernhortensie hat den Winter nicht überstanden, lauter tote Äste – ich habe sie erst mal kräftig zurückgeschnitten.“ Wer diesen Satz für sich unterschreiben kann, den müssen wir leider jetzt ein wenig erschrecken. Denn vermutlich habt ihr zu früh zur Schere gegriffen und eure Hortensie unnötig heruntergeschnitten.

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