16. Mai: Vorgetriebene dürfen endlich nach draußen!

Es ist geschafft, die Eisheiligen sind vorbei! Nun fällt auch für alle empfindlicheren Pflanzen der Startschuss im Garten. Dazu gehören Hortensien, die man als Vorgetriebene im Geschäft kaufen kann oder die man selbst schon vorgezogen hat. Allerdings sollte man sie Schritt für Schritt an draußen gewöhnen – wir erklären, wie das am besten geht.

Hortensie mit Sonnenbrille

Erst mal nur gucken! Vorgezogene Hortensien müssen sich erst an das ungefilterte Licht und die kühleren Temperaturen draußen gewöhnen.

Zwei Gefahren erwarten Hortensien beim Umzug ins Freie: Sonnenbrand und Kälte. Wegen der Kälte wartet man bestenfalls bis zum 16. Mai mit dem Auspflanzen, da ab diesem Datum in unseren Breitengraden recht sicher kein Frost mehr zu erwarten ist. Gegen den Sonnenbrand muss man die Hortensien langsam abhärten.

Da geht es den Hortensien, wie uns Menschen auch. Zwar bekommen die Pflanzen im Treibhaus (oder z.B. im heimischen Wintergarten) viel Licht. Aber es ist durch die Glasscheiben gefiltert, gewisse Wellenlängen dringen nicht durch. Und bei starker Sonneneinstrahlung werden in Treibhäusern Sonnenschutzschirme zugefahren. Wir müssen den Hortensien also erst die Chance geben, einen eigenen Sonnenschutz in den Blättern zu entwickeln, bevor wir sie dem vollen Lichtspektrum aussetzen. So, wie wir Menschen Sonnencreme benutzen, bis wir eine erste Bräune entwickelt haben. Da es für Hortensien keine Sonnencreme gibt, hilft nur, sie anfangs nur kurz dem vollen Licht auszusetzen.

Erst schattig stellen

Stellen Sie also Ihre Hortensien (und andere Pflanzen, die sie nun rausstellen möchten) erst ein, zwei Tage mehr oder weniger Vollschattig auf. Nach und nach dürfen die Pflanzen dann jeden Tag mehr Sonne bekommen. Achten Sie dabei auf Anzeichen von Sonnenbrand. Bei Hortensien werden bei zu viel Licht die Blätter rötlich, beginnend an den Rändern und Spitzen. Ein heftiger Sonnenbrand zeigt sich auch durch silbrig-trockene Blattbereiche.

Und bedenken Sie den natürlichen Standort Ihrer Pflanzen. Alle Hortensien mögen am liebsten Halbschatten. Einige Arten sollten auch unbedingt im Halbschatten bleiben, z.B. die Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla), Samt- und Raublatthortensien (H. aspera) sowie Berghortensien (H. serrata). Andere können sich besser an mehr Sonne gewöhnen, wie die Rispenhortensien (H. paniculata) und Waldhortensien (H. arborescens; auch „Schneeballhortensien“ genannt).

Die Eisheiligen

Zum Schluss noch kurz zu den Eisheiligen für alle, die den Hintergrund nicht kennen. Vom 11. bis zum 15. Mai haben fünf Heilige ihre Gedenktage, die man die „Eisheiligen“ nennt. Weil es an diesen Tagen noch mal kalt werden kann, aber nach dem 15. Mai in aller Regel in unseren Breiten keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Sind also die Eisheiligen geschafft, geht es im Garten so richtig los. Auch für unsere geliebten Hortensien.

Viele Erfolg für Ihr Hortensienjahr wünscht
Hortensia

Mai: Jetzt darf gepflanzt werden – so geht es

Hortensie pink Garten pflanzen Spaten HortensiaBald sind die Eisheiligen endlich vorbei und mit ihnen auch die typische Zeit der Nachfröste. Damit fällt der Startschuss: Sobald die Temperaturen auch nachts nicht mehr unter 8 bis 10 Grad fallen, dürfen neu gekaufte und an draußen gewöhnte Hortensien (siehe vorheriger Blogbeitrag) dauerhaft nach draußen. Wir haben ein paar Tipps, wie und wo Sie es Ihrer Hortensie gemütlich machen können.

 

Der richtige Standort

Wer robuste und schöne Pflanzen ohne unnötigen Pflegeaufwand haben möchte, sollte sich an ihre Standort-Ansprüche halten. Pflanzen sind durch ihre Herkunft an bestimmte Standortbedingungen angepasst: Da geht es um Lichtverhältnisse, Bodenbeschaffenheiten, Luft- und Bodenfeuchte. Jedes „zu viel“ oder „zu wenig“ bedeutet immer eine besondere Anstrengung für die Pflanze. Natürlich können sich Pflanzen auch an nicht ganz ideale Bedingungen anpassen; manche Arten mehr, manche weniger gut. Aber fragen Sie sich selbst: Möchten sie lieber bei 10 Grad in ihrer Wohnung „überleben“, oder sich bei 23 Grad pudelwohl fühlen? Eine Pflanze in ungewohnter Umgebung wird eher geschwächt, blüht womöglich weniger oder gar nicht, ist anfällig für Krankheiten – da sind sie wie wir Menschen auch.

Halbschatten ist und bleibt der beste Standort für jegliche Arte von Hortensien. Dann können sie sich am besten mit Wasser versorgen. Halbschatten heißt, ein Teil des Tages liegt der Standort im Schatten (vor allem in der Mittagshitze), ein Teil des Tages darf ruhig auch volle Sonne hinkommen (vor allem morgens und abends). Wie groß der Anteil Sonne bzw. Schatten pro Tag sein darf, das hängt dann von der Art der Hortensie ab.

Die „klassischen“ Bauernhortensien, also Hydrangea macrophylla, haben am liebsten zwei, drei Stunden morgens oder abends Sonne, den Rest des Tages gerne lichten Schatten. Wer tieferen Schatten bepflanzen möchte, kann hier Waldhortensien (Hydrangea arborescens, auch Schneeballhortensien genannt), Samthortensien (Hydrangea aspera sargentiana) und Berghortensien (Hydrangea serrata) einsetzen. Für sonnigere Standorte wiederum können Rispenhortensien (Hydrangea paniculata), Raublatthortensien (Hydrangea aspera), Eichblatthortensien (Hydrangea quercifolia) und erneut die Waldhortensien (Hydrangea arborescens) genommen werden. Auch Kletterhortensien (Hydrangea petiolaris) mögen „oben herum“ Sonne, der Wurzelbereich darf jedoch gerne beschattet sein.

Alle Hortensien benötigen zudem stets recht feuchte, aber nie nasse Erde. Der Boden sollte daher Regen- und Gießwasser gut halten, überschüssiges Wasser aber auch ableiten. Außerdem möchten Hortensien einen eher sauren, also kalkfreien Boden.

Hortensien können übrigens im Beet ebenso stehen wie im Kübel. Der Kübel macht in der Regel etwas mehr Arbeit, da mehr gegossen und gedüngt werden und im Winter auf Winterschutz gegen Durchfrieren geachtet werden muss.

Erst Tauchen, dann Pflanzen

Frisch gesetzte Pflanzen können Nährstoffe und Wasser zunächst nur aus ihrem „alten“ Erdballen ziehen – logisch, nur dort sind Wurzeln. Um sicher zu sein, dass die Pflanze von Beginn an genug Wasser bekommt, sollte man diesen Wurzelballen vor dem Pflanzen für  – je nach Größe – etwa eine Stunde in einen Eimer Wasser stellen. So saugt er sich nochmal durchdringend voll und auch die Hortensie kann nochmal „auftanken“. Ist der Wurzelballen beim Pflanzen schon recht trocken, kann es leicht passieren, dass das Angießen nach dem Pflanzen erstmal gar nichts bringt: weil das Wasser dann nur nach außen wegfließt, aber nicht in den Wurzelballen eindringt. Wasser geht lieber zu Wasser, sozusagen.

Pflanzloch und Erde

Das Pflanzloch im Beet sollte etwa doppelt so breit und tief ausgehoben werden, wie der Wurzelballen der Hortensie ist. So ist die Erde rundum gut gelockert, Wurzeln finden leichter ihren Weg und überschüssiges Wasser kann wegsickern. Dieses Pflanzloch füllt man am besten mit Hortensien- oder Rhododendronerde auf bzw. mischt die Gartenerde mit solcher Erde. Sie hat den entsprechenden, nämlich niedrigen pH-Wert, und die passenden Nährstoffe für ein gutes Einwurzeln. Gerne kann man die Hortensie auch in eine kleine Mulde pflanzen, also den Ballen etwas tiefer als die Erdoberkante setzen. So kann das Gießwasser nicht oberflächlich nach außen weglaufen, sondern sickert in den Wurzelballen ein. Und sollte mit der Zeit Erde nachrutschen und die Hortensie dann etwas „unter der Erde“ stehen, macht ihr das gar nichts.

Wässern

In den ersten Wochen nach dem Pflanzen ist das richtige Wässern der Hortensie besonders wichtig. Jetzt bildet die Hortensie erst nach und nach neue Wurzeln, die auch in das umgebende Erdreich führen. In den ersten Wochen muss man aufpassen, dass wirklich der kleine Erdballen in der Mitte ausreichend nass wird. Und trotzdem das lockere Erdreich drumrum nicht dauerhaft „verschlammt“ – denn diese Staunässe kann die Wurzeln faulen lassen. Daher: Am besten mit einem Schlauch oder der Gießkanne direkt bodennah in die Pflanzenmitte gießen. Und außerdem lieber einmal am Tag ganz viel Wasser geben, damit es wirklich tief eindringt, statt mehrfach wenig. Die Hortensie merkt, ob in den tieferen Schichten Feuchtigkeit vorhanden ist. Ist es dort dauerhaft eher trocken, wird sie dorthin weniger Wurzeln bilden, ihr Wurzelwerk statt dessen oberflächlich seitlich ausweiten – und dann immer von frischen Wassergaben von oben abhängig sein. Das ist dann besonders in regenärmeren Sommerzeiten ungünstig.

„Sie wächst ja nicht!“

Zuletzt noch ein Tipp: Es ist normal, dass die Hortensie im ersten Jahr am neuen Standort nicht „wie der Blitz“ wächst. Zunächst nutzt sie ihre Energie nämlich für die Bildung neuer Wurzeln, die sie ja für die Nährstoffversorgung benötigt. Nach einiger Zeit wächst sie dann auch oben schneller. Stellen Sie sich vor, Sie ziehen um. Vermutlich schließen Sie auch zunächst den Kühlschrank an und sorgen für dessen Füllung, bevor Sie die Dekoration hinstellen, oder?

Viele Grüße und viel Erfolg!
Ihre und Eure Hortensia

Mai: Insektenfreundliche Hortensien

Recht hartnäckig hält sich das Gerücht, oder vielmehr das Missverständnis, dass Hortensien „nichts für die Tierwelt tun“. Das stimmt so zum Glück nicht. Es kommt auch hier wieder auf die Arten an, die man auswählt, dann wird auch das Hortensienbeet insektenfreundlich.

Scheinblüten vs. Fertile Blüten

Eine Schwebfliege auf einer Ballhortensie. Nahrung findet sie hier nicht.

Das Missverständnis über die „sterilen Hortensien“ stammt aus Zeiten, in denen hauptsächlich Bauernhortensien mit Ballblüten die Gärten beherrschten. Und dann kam noch das Stichwort „Scheinblüten“ hinzu. Tatsächlich sind die wunderschönen, großen Blüten der Hortensien nur Scheinblüten, die keine Staubfäden, keine Stempel oder Fruchtknoten haben und demnach keinen Pollen, keinen Nektar oder Samen bilden können. Aber: Hortensien haben auch noch ihre „echten“, die fertilen (=fruchtbaren) Blüten. Das sind die kleinen Mini-Blüten, die unter oder zwischen den großen Scheinblüten liegen. Diese haben Staubfäden und Stempel, bilden Nektar und Pollen. Und darauf fliegen Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge.

Wir wollen ehrlich sein: Natürlich gibt es zahlreiche andere Pflanzen, die weitaus mehr Nektar und Pollen bilden als Hortensien. Aber dem pauschalen Urteil, Hortensien seien nutzlos, dem kann man beherzt widersprechen.

Rispen- oder Tellerblüten wählen

An der Bauernhortensie „Blaumeise“ findet die Hummel Pollen.

Bei den eingangs erwähnten Bauernhortensien mit Ballblüten allerdings kommen die Insekten an die fertilen Blüten nicht heran, da die Scheinblüten zu dicht darüber stehen. Gleiches gilt für die Waldhortensien, die ebenfalls dichte Ballblüten tragen. Einige Sorten mit Ballblüten besitzen auch gar keine fertilen Blüten mehr.

Wer mit seinen Hortensien auch Insekten beglücken möchte, nimmt Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) oder Hortensien mit Tellerblüten. Bei den Tellerblüten liegen die unfruchtbaren Scheinblüten nur als Kranz außen um die fertilen Blüten herum. Tellerblüten haben bestimmte Sorten der Bauernhortensien (H. macrophylla), alle Kletterhortensien (H. petiolaris), Berghortensien (H. serrata), Raublatthortensien (H. aspera) und Samthortensien (H. aspera sub. sargentiana).

So wird es besonders insektenfreundlich

Und hier noch ein paar Tipps, wie man seinen Garten noch insektenfreundlicher machen kann, wenn man es möchte.

  • Ein Admiral auf der Bauernhortensie „Libelle“. Man sieht die Nektar tragenden fertilen Blüten in rosa unter den weißen Scheinblüten.

    Viele Insekten, darunter viele Wildbienen, sind Spezialisten und kommen mit unseren üblichen Kulturpflanzen so gar nicht zurecht. Um ihnen Nahrung zu bieten, sollten einige „Unkräuter“ ihren Platz im Garten haben.

  • Gefüllte Blüten blockieren Insekten immer den Weg, genau wie die dichten Scheinblüten der Ball-Hortensien. Nur ungefüllte Sorten bieten Nahrung.
  • Auch Wasser wird zum Überleben gebraucht – ob als Kinderstube (z.B. bei Libellen) oder Trinkstelle. Eine Wasserstelle oder ein Teich sind daher eine tolle Sache.
  • Insekten entwickeln sich über Larven (Raupen oder Engerlinge). Auch diese brauchen Lebensraum, wenn man sie fördern möchte. Raupen fressen dabei nun einmal Blätter, Engerlinge Wurzeln. Viele Larven sind dabei ebenfalls oft auf bestimmte Pflanzen angewiesen, in der Regel ebenfalls auf Wildkräuter, z.B. Brennnesseln.
  • Ohne die Möglichkeit zur Fortpflanzung hilft auch ein gutes Nahrungsangebot den Insekten nicht. Totholzhaufen, Sandhügel und ähnliches helfen. Nisthilfen wiederum funktionieren nur, wenn sie richtig konstruiert sind. Zum Beispiel dürfen Löcher für Wildbienen in Holzstücken nur in rissfestem Holz und im rechten Winkel zur Faserrichtung angelegt werden, da die Insekten sich sonst verletzen können. Hier eine schöne Webseite voller Nisthilfen zum Selbstbauen:
    https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

Exkurs: Experte über Insektenfreundliche Gehölze

In der gärtnerischen Fachzeitung „Taspo“ wurde in der Ausgabe vom 6. Mai 2022 (Nr. 18/2022, S. 16/17) auch über das Thema „Insektenfreundliche Gehölze“ berichtet. Diplom-Biologe Rolf Witt (Umwelt- und Medienbüro Witt, umbw.de) referierte als anerkannter Insektenkenner über die Einschätzung des Wertes verschiedener Gehölze für die Insektenwelt. Hier ein paar Fakten aus dem Bericht:

„Witt machte deutlich, wie schwierig die Einschätzung des Wertes einer Pflanze für die Insektenwelt oder die Ökologie insgesamt ist und dass die Bemessung des ökologischen Wertes von der Betrachtung abhängt. Für Imker sei das Trachtangebot für Honigbienen entscheidend. Ökologisch gesehen [hingegen] gehe es vor allem um seltene und bedrohte Insekten […]. Wenn eine Bewertung von Gehölzen für eine Pflanzung abgegeben werde, müsse man zunächst ein Ziel setzen. Das könne zum Beispiel die Artenvielfalt sein oder auch die Biodiversität. Das sei nicht dasselbe, da bei der Artenvielfalt die Arten nur gezählt würden, während bei der Biodiversität auch die Anzahl der Tiere pro Art betrachtet wird.“

Wissenschaftliche Daten über den tatsächlichen Wert von Pflanzen als Nahrungsangebot gibt es kaum, da dafür Beobachtungen über lange Zeiträume und exakte Artenbestimmungen notwendig seien. Das sei einerseits sehr teuer und andererseits gebe es nur wenige Experten, die z.B. die Insektenarten so sicher unterscheiden könnten, dass wirklich detaillierte Daten herauskommen könnten. Aussagen stützen sich bislang daher eher auf die Erfahrungswerte von Experten.

„Rolf Witt betonte, dass eine fachlich fundierte Bewertung [des Nutzes von Gehölzen] legitim ist, aber nicht dazu missbraucht werden darf, bestimmt Gehölze pauschalisierend als „wertlos“ zu diffamieren. Denn Pflanzen besitzen eine vielfältige Bedeutung für die Umwelt und bieten nicht nur eine Nahrungsgrundlage für Insekten, sondern filtern außerdem Feinstaub, kühlen die umgebende Luft und besitzen einen hohen ästhetischen Wert. Darüber hinaus hinterlassen sie in der Anzucht einen verhältnismäßig geringen CO2-Fußabdruck, der zum Beispiel bei einer Kirschlorbeerhecke grob geschätzt ein Hundertstel von dem einer Betonmauer beträgt.“

Tendenziell stuft [Rolf Witt] „Exoten“ als ökologisch weniger interessant (aber nicht wertlos) als heimische Pflanzen ein. Wobei „heimisch“ heißt, dass die Pflanzen schon seit der letzten Eiszeit hier vorkommen, währen „Exoten“ Pflanzen sind, die in geschichtlicher Zeit vor (dann sind es Archeophyten) oder nach (Neophyten) der Entdeckung Amerikas 1492 nach Europa eingeführt wurden.

Viel Erfolg in Ihrem Garten wünscht

Ihre/Eure Hortensia

Mai: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Mai.

  • Jetzt kann gepflanzt werden – so geht es
  • Insektenfreundliche Hortensiensorten
  • Ab 15. Mai: Vorgetriebene dürfen endlich nach draußen
  • Mit Hortensien eine bunte Terrasse gestalten

Ausführliche Texte zu diesen Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

April/Mai: Schritt für Schritt nach draußen

Blühende Hortensien kann man jetzt auf den Umzug ins Freie vorbereiten. Schritt für Schritt sollte man sie an die kälteren Temperaturen und den stärkeren Lichteinfall gewöhnen.

Das (hoffentlich) schönere Wetter Ende April lockt nach draußen und da möchte man Vorgarten oder Balkon natürlich gerne mit seinen blühenden Hortensien schmücken. Doch halt – auch wenn Hortensien „winterhart“ sind und bei uns draußen wachsen – blühend gekaufte Hortensien sollte man nicht so einfach ins Freiland stellen.

Zwei Dinge sind es, die den jetzt blühend gekauften Hortensien beim Umzug nach draußen zu schaffen machen: Erstens die niedrigeren Temperaturen – sie sind nämlich im Treibhaus bei gut zwanzig Grad aufgezogen worden, draußen ist es hingegen nachts teils noch einstellig. Und zweitens der weitaus stärkere Lichteinfall, so dass Sonnenbrand droht. Man kennt es ja von sich selbst: An heimelige 20 Grad gewöhnt, möchte man nicht plötzlich im T-Shirt in 5 Grad kalter Frühlings-Nachtluft stehen. Wir würden bibbern, die Hortensien lassen in dem Fall Blätter und Blüten hängen. Oder diese gehen im schlimmsten Fall sogar ein, wenn noch mal eine harte Frostnacht kommt. Sonnenbrand andererseits macht sich durch silbrige Blattverfärbungen und sich einkräuselnde Blätter bemerkbar.

Und auch, wenn die Hortensie keine direkten Schäden zeigt, ein Stressfaktor ist ein zu plötzlicher Platzwechsel in jedem Fall. Das verkürzt die Blütezeit. Gewöhnen Sie ihre neuen Hortensien daher besser nach und nach an den neuen Standort. Stellen Sie sie zunächst nur tagsüber raus und an einen komplett beschatteten Platz. Nachts kommen sie wieder ins Haus. Nach etwa einer Woche dürfen die Hortensien dann auch nachts draußen bleiben, sofern die Temperaturen nicht mehr unter 12 Grad sinken und Sie keine Schäden an den Hortensien bemerken. Auch etwas mehr Sonne ist dann in Ordnung. Ab Mitte Mai schließlich, wenn nach den so genannten „Eisheiligen“ in aller Regel wirklich sicher keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können Sie Ihre blühenden Schönheiten auch fest auspflanzen, in größere Kübel oder ins Beet.

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April: Matschig vom Frost – trotzdem nicht schneiden

Leider passiert es fast in jedem Jahr in bestimmten Regionen: Ein sehr warmer März hat die Hortensien wunderschön austreiben lassen – und dann kommt nochmal Frost. Bei vielen Pflazen werden die frischen Blätter matschig, die Blüten welk, die ganze Pracht ist dahin. Man möchte heulen! Doch behaltet den Mut, liebe Hortensienfreunde. Was ist jetzt zu tun?

Samthortensie mit Frostschaden und vorher (kleines Bild)

Es ist unglaublich traurig, wenn in nur einer Nacht aus einer wunderschönen Hortensie ein matschiger Haufen wird. Zwar sind Hortensien an sich sehr frosthart bis -15, manche Sorten gar bis -25 Grad Celsius. Aber die frischen Blätter und Blütenknospen vertragen diese Temperaturen leider nicht. Sie erfrieren.

Was mache ich jetzt?

Es gibt zwei Dinge, die man nun machen sollte. Erstens: Wenn möglich die Hortensie vor weiteren Frostschäden schützen. Entweder durch Abdecken – darüber hatte ich schonmal ausführlich geschrieben. Oder durch vorübergehendes Unterstellen in Schuppen oder Haus. Sollte es eine frisch gekaufte, schon blühende Hortensie sein, sollte sie sowieso nicht vor Mitte Mai dauerhaft nach draußen.

Rosenschere rotes KreuzDas zweite und besonders Wichtige, was nun zu tun ist: Abwarten! Und das heißt auch bitte jetzt nichts abzuschneiden, auch wenn es furchtbar aussieht. Jeder Schnitt in die schon durchsafteten Triebe ist eine Wunde, in die Schaderreger und vor allem auch neuerlicher Frost tief eindringen können. Zudem steckt in aller Regel noch genug Kraft in den Knospen, um neu auszutreiben. Das würde man sonst alles mit abschneiden.

Samthortensie: Neuaustrieb nach Frostschaden.

Auch wenn es schwer fällt, warten Sie ab. Die matschigen Blätter und Blüten werden vermutlich zunächst alle nach und nach braun werden und eintrocknen. Die Hortensie wird sie zum Teil selbst abwerfen – aber dann auch aus genau diesen Stellen wieder neue Blätter bilden. Endgültig vertrocknete Stängel können Sie später immer noch herausschneiden.

Hier ein Beispiel dazu aus unserem Garten: Diese Samthortensie war schon ausgeschlagen, hat dann Frost bekommen, trieb aber dann aus dem scheinbar erfrorenen Triebbereich wieder neu aus. Hätte man diese Bereiche abgeschnitten, hätte sie hier nicht neu austreiben können.

Entweder treiben die Hortensien an den Zweigen neu aus, oder, wenn der Schaden doch tiefer in die Pflanze ging, kommen neue Austriebe aus der Erde. Hortensien an sich sind unglaublich zäh und sterben von diesen Spätfrösten in aller Regel nicht ganz ab. Auch hierzu im untenstehenden Bild ein Beispiel aus unserem Garten. Hier haben wir zum Zeigen absichtlich einen Frostschaden erzeugt, die Pflanzen sind quasi komplett runtergefroren – aber sie trieben wenige Wochen später schon wieder neu aus. In diesem Sinne: bleiben Sie geduldig und guten Mutes!

Diese Hortensien haben wir zum Zeigen im April 2018 „erfrieren“ lassen. Aber…

…wenige Wochen nach dem Frost trieben sie von unten wieder neu aus.

 

April: Tote Äste sind oft doch nicht tot

Bei Hortensien nicht so früh zur Schere greifen. Oft treibt später noch aus, was tot aussah.

Viel totes Geäst? Meistens doch nicht...

Viel totes Geäst? Meistens doch nicht…

„Meine Bauernhortensie hat den Winter nicht überstanden, lauter tote Äste – ich habe sie erst mal kräftig zurückgeschnitten.“ Wer diesen Satz schon mal gesagt hat, den müssen wir leider jetzt ein wenig erschrecken. Denn vermutlich habt ihr zu früh zur Schere gegriffen und eure Hortensie unnötig heruntergeschnitten.

Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) verlangen von ihren Besitzern mitunter etwas, was im Frühling besonders schwer fällt: Geduld. Denn einige Sorten treiben erst sehr spät aus und sehen im Vergleich zu anderen Sorten, die direkt daneben stehen, dann wie tot aus. Das bei anderen Pflanzen erfolgreich angewendete Konzept „Ich schneid sie mal kräftig zurück, vielleicht treibt sie dann wieder durch“, wird dann ausprobiert – und versaut einem mindestens das laufende Hortensienjahr. Dann blüht die Bauernhortensie definitiv nicht. Und die kurzen Aststummel sind im nächsten Winter so anfällig, dass die Dame dann womöglich wirklich eingeht.

Tote Äste, ab damit? Besser nicht, denn bei genauerem Hinsehen...

Tote Äste, ab damit? Besser nicht, denn bei genauerem Hinsehen…

Oft kommt es auch vor, dass ein Ast völlig trocken aussieht, er es aber gar nicht ist. Dazu haben wir mal ein paar Bilder gemacht. Man sieht dort lange, von der Sonne ausgebleichte Äste – und dann ganz unerwartet in einer Astgabelung doch plötzlich wieder einen kleinen Austrieb. Vor zwei Wochen hätte man ihn noch gar nicht gesehen und den ganzen Ast gnadenlos abgeschnitten. Vollkommen unnötig und zum Schaden der Pflanze.

Hortensia_Pellens_TotOderNicht2

… treibt er in der Astgabelung doch wieder neu aus.

Fazit: Abwarten, abwarten, abwarten. Je nach Klimaregion und aktuellen Wetterverhältnissen mindestens bis Ende April, besser bis Anfang Mai, bevor man einen tiefen Rückschnitt ansetzt. Nur wenn die Blätter schon einige Zentimeter groß sind und man daher wirklich abschätzen kann, welche Triebe bis wohin sicher abgestorben sind, dürft ihr schon früher zur Schere greifen. Tote Triebspitzen sind übrigens bei Hortensien ganz normal und werden durch das Wachstum im aktuellen Jahr meist locker wieder ausgeglichen, so dass die Hortensie insgesamt weiter an Umfang zulegt.

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Geduld und ein tolles Hortensienjahr!

Bei Hortensien immer von den Astspitzen her nach unten überprüfen, wo der letzte Austrieb sitzt. Dann knapp darüber abschneiden.

Bei Hortensien immer von den Astspitzen her nach unten überprüfen, wo der letzte Austrieb sitzt. Dann knapp darüber abschneiden.

 

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März/April: Der Geist der Spätfröste… Abdecken oder nicht?

Aus aktuellem Anlass kommt dieser Post jetzt nochmal, denn nach dem sehr warmen März soll es jetzt nochmal kühl bis kalt werden. Sie sind dabei die größten Gegner in unserem Wettstreit um schön blühende Hortensien: Die Spätfröste. Wenn sie kommen, sollte man einige Hortensien zumindest nachts abdecken. Aber es gibt auch Situationen, da ist Abdecken eher das Falsche. Wir erklären, wann und wie man abdecken sollte.

Bettlaken Hortensie abdecken Spätfröste

Ein Hortensien-Geist?

Die einen Hortensienfreunde bleiben beim Stichwort „Spätfrost“ völlig gelassen und berichten, dass bei ihnen trotzdem alles immer blühe. Andere fürchten bei dem Thema schon wieder das Schlimmste für ihre Blütenpracht und raten aus ihrer Erfahrung heraus, Hortensien unbedingt abzudecken. Und wie so oft im Leben gilt auch hier: beide Seiten haben Recht, und beide Seiten haben auch ein Stück weit Unrecht. Es kommt nämlich auf zwei Dinge an: Welche Hortensien genau man hat, und wie die Wetterlage im eigenen Garten in den letzten Wochen so war.

Wichtig vorab: Die folgenden Tipps sind für Hortensien, die draußen überwintert haben. Wer gerade blühende Hortensien neu gekauft und draußen stehen hat, sollte diese möglichst ganz ins Haus räumen, denn sie reagieren auf alles unter 10 Grad sehr empfindlich. Ist das nicht möglich, unbedingt besonders gut verpacken!

1 . Welche Hortensien sollte ich abdecken

Im Prinzip sind die Blüten aller Hortensien durch Nachfröste gefährdet, sofern sie schon angetrieben haben. Aber es gibt Arten, die jetzt noch Blüten anlegen können, und solche, die ihre Blüten bereits im Herbst anlegen und jetzt keine neuen mehr bilden würden. Auf letztere müssen wir nun besonders aufpassen. Das sind allen voran die am weitesten verbreiteten Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla), außerdem die Eichblättrigen Hortensien (Hydrangea quercifolia), die Raublatthortensien (Hydrangea aspera) sowie die Samthortensien (Hydrangea aspera ssp. sargentiana). Ausnahmen sind so genannte remontierende Sorten der Bauernhortensien, zum Beispiel Everbloom oder You&Me Romance, die auch im Frühjahr noch Blüten nachbilden können. Die Blütenpracht wird aber niemals so üppig werden, wie ohne Frostausfall.

Hingegen ist Spätfrost eher kein Problem bei Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) und Waldhortensien (Hydrangea arborescens). Diese bilden ihre Blüten erst im Frühjahr. Frieren die ersten Blütenansätze bei Spätfrost ab, kommen neue nach.

2. Die Wetterlage der Vorwochen

Hortensie Knospe

Keine Gefahr: Diese Knospe ist noch weit genug geschlossen, dass sie leichten Frost aushält.

Wir schauen im Weiteren nun insbesondere auf die oben genannten frostempfindlichen Arten. Ein zweiter wichtiger Punkt in der Frostschutz-Frage ist für diese Arten, wie im eigenen Garten oder im Winterquartier das Kleinklima in den letzten Wochen vor dem Frost war. Und wie weit die Hortensien in der Folge nun tatsächlich schon ausgetrieben sind. Die Blütenansätze liegen in den Knospen unter vielen Schichten Hüllblättern verborgen. Liegen diese Blätter noch fest geschlossen oder zeigen sie gerade erst ein, zwei Spitzen, machen ein, zwei Grad Frost den Blütenansätzen auch jetzt nichts aus. Dann sollte man sie auch besser gar nicht abdecken, denn unter der Abdeckung wird es tagsüber schnell so warm, dass die Blüten dadurch noch weiter aufgehen und noch empfindlicher werden. Dann kann die nächste kalte Nacht ihnen doch zum Verhängnis werden. Ohne Abdeckung ist es hingegen so kalt, dass die Hortensien ihr weiteres Austreiben sofort einstellen und die Blüten weiter gut geschützt sind. Wohlgemerkt muss man bei der Entscheidung für oder gegen eine Schutzabdeckung immer genau auf das Kleinklima achten. Stehen die Hortensien windgeschützt oder nicht, macht das gleich ein paar Grad Unterschied. Ist es regnerisch oder nicht? Habe ich die alten Blüten schon abgeschnitten oder stehen sie als Schutz noch über den neuen Knospen? All das spielt eine Rolle.

Hortensie Schloss Moyland Knospe

Frostgefährdet: Schon recht weit geöffnete Knospe der Bauernhortensie „Schloss Moyland“.

Sobald sich die Blätter der Knospen hingegen schon gut sichtbar geöffnet haben, weil es am Standort in den Vorwochen schon mild war, wird es klarer: Jetzt ist Frost definitiv kritisch. Dann macht eine Abdeckung durchaus Sinn. Wobei auch hier gilt: Wirklich nur während der Froststunden abdecken. Wird es tagsüber milder und kommt womöglich noch die Sonne heraus, wird es unter einem Frostschutz schnell so warm, dass die Hortensien direkt noch schneller weiter austreiben. Und das möchten wir ja nicht.

 

2. Womit decke  ich ab?

Hortensien Abdecken Spätfröste

Unser Material: ein paar Stäbe und ein Bettlaken.

Am praktikabelsten für das Abdecken ist Gemüsevlies. Es ist leicht genug, um keine Triebe abzubrechen, und einfach zurecht zu schneiden. Es darf aber auch Jute sein, ein altes T-Shirt oder ein Bettlaken. Plastikplanen sind nicht ganz so geeignet, da sich darunter schnell Schwitzwasser sammelt und die Blätter und Blütenknospen angreifen kann. Aber wenn man sie tagsüber abnimmt, geht auch das.

 

3. Wie decke ich ab?

Ist das Abdeckmaterial leicht genug, dass es keine Triebe quetscht oder abbrechen kann (Vorsicht, Nachtfreuchte kann Stoffe noch schwerer machen!), legt man es einfach vorsichtig über die gesamte Pflanze. Dies gilt zum Beispiel für Gemüsevlies. Wo Wind droht, das Abdeckmaterial unten mit einem Band am Topf oder mit Steinen auf dem Beet festmachen.

Hortensien abdecken SpätfrösteIst der Stoff schwerer – wir hatten beispielsweise nur ein recht dickes Bettlaken zur Hand – kann man sehr gut Stäbe zwischen die Triebe der Hortensien stecken, die höher sind als die Triebe selbst. Bei uns sind es Bambus- und Metallstäbe. So liegt der Stoff auf diesen Stäben auf, nicht auf der Pflanze.

Für Beete funktionieren da auch Besen oder ein Spaten, man muss sie nur tief genug einstechen können, dass der Stoff nicht zu hoch über der Pflanze hängt.

Idealer Weise stellt man Hortensien in Töpfen noch an einen vor Wind und Wetter geschützten Platz nahe an einer Hauswand.

4. Und tagsüber abnehmen?

Es kommt auf Material, Tagestemperatur und Standort an, ob man den Frostschutz am Tag abnehmen sollte. Gehen die Temperaturen tagsüber über 10-12 Grad, ist das Abnehmen besser, sonst wird es dann arg warm unter dem Schutz und die Pflanze gerät durch die großen Temperaturunterschiede unter Stress. In schattigen Ecken bleibt es zudem unter der Abdeckung natürlich eher kühl als im Sonnenschein. Und dicke Stoffe wärmen mehr als dünne. Auch Abdeckungen, die keine Luft durchlassen, sollte man wie oben begründet tagsüber abnehmen. Eher leichte, luftige Stoffe wie Gemüsevlies können  auch schon mal zwei, drei Tage komplett auf der Pflanze verbleiben, sofern keine Sonne daraufscheint, viel Wind ist oder die Temperaturen generell kühl bleiben. Danach sollte man aber mal lüften und der Pflanze Tageslicht gönnen.

Ich drücke allen Hortensienliebhabern die Daumen, dass keine Blüte erfriert!

Ihre Hortensia

April: Dickmaulrüssler jetzt schon bekämpfen

Einer der hartnäckigsten Schädlinge an Hortensien im Garten ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Das ausgewachsene Tier zerfrisst „nur“ die Blätter der Pflanzen, die Larven aber zerstören derweil die Wurzeln. Sind genug Larven im Boden, kann die Pflanze davon absterben. Daher kann man am besten jetzt mit der Bekämpfung beginnen.

Da ist das Tierchen: Ein Gefurchter Dickmaulrüssler auf Nahrungssuche.

Das Schöne ist, dass sich Dickmaulrüssler wunderbar rein biologisch bekämpfen lassen. Die erwachsenen Käfer sollte man absammeln. Und zwar in der Dämmerung, denn die Tiere sind nachtaktiv. Gegen die Larven gibt es verschiedene Arten von Nematoden. Nematoden sind Fadenwürmer, die in die Larven eindringen, sich von ihnen ernähren und sie so töten. Die ersten Larven des Dickmaulrüsslers ist schon zeitig im Frühjahr bei recht niedrigen Temperaturen unterwegs, denn die Larven überwintern im Boden. Daher sollte man schon jetzt Nematoden ausbringen. Nematoden bekommt man im Fachhandel in Form einer Art Pulver, das man in Wasser auflöst und gießt. Doch Achtung: Es gibt im Handel drei verschiedene Arten von Nematoden, die bei unterschiedlichen Temperaturen aktiv sind.

Nematoden für verschiedene Temperaturen

Wir haben von Marion Ruisinger, Spezialberaterin für den Biologischen Pflanzenschutz im Erwerbsgartenbau, die Einzelheiten zur Dickmaulrüssler-Bekämpfung bekommen. Die Nematoden „Steinernema kraussei“ und „Heterohabditis downesi“ sind im niedrigen Temperaturbereich (sechs bis zwölf Grad Celsius) aktiv und gut wirksam, erklärte sie uns. Bei Temperaturen über 15 Grad erzielt man mit „Heterohabditis bacteriophora“ die beste Wirkung. Diese Nematoden eignen sich für eine zweite Anwendung im Sommer – denn Dickmaulrüssler legen leider nicht nur einmal im Jahr Eier.

Alle Nematoden-Arten sollten mindestens mit 0,5 Millionen Nematoden pro Quadratmeter angewendet werden. Außerdem sollte man beim Ausbringen darauf achten, dass die Erde im Wurzelbereich der Pflanze auch wirklich komplett mit den Nematoden durchfeuchtet wird. Gerade bei großen, hohen Kübeln muss man im Zweifel mehr Nematoden/Wasser-Mischung nehmen, bis die ganze Erde feucht ist. Die Nematoden am besten früh morgens oder abends gießen.

Dickmaulrüsslerbefall erkennen

Ganze Arbeit geleistet: Der typische Buchtenfraß des Dickmaulrüsslers ist an dieser Kletterhortensie (leider) sehr gut zu erkennen.

Zu erkennen ist ein Befall mit Dickmaulrüsslern zum einen natürlich an den Larven im Boden. Beim Umtopfen im Frühjahr fallen sie häufig auf. Es sind etwa ein Zentimeter große, weiße Larven. Oberirdisch sind es die typischen Fraßspuren der Käfer, die man gut erkennen kann: Sie fressen auffällige Buchten in die Ränder der Blätter. Löcher in der Blattmitte hingegen stammen nicht von Dickmaulrüsslern, sondern eher von Raupen oder Schnecken. Den Käfer selbst sieht man wie gesagt selten, weil der Dämmerungsaktiv ist. Er hat einen dreigeteilten Körper, einen typischen verlängerten Kopfbereich und Längsfurchen auf dem Rücken.

Auch andere Pflanzen werden befallen

Übrigens werden nicht nur Hortensien vom Gefurchten Dickmaulrüssler befallen, sondern etwa 200 Zier- und Nutzpflanzenarten, wie Marion Ruisinger noch erläuterte. Dazu gehören auch Bergenien, Efeu, Erdbeeren und Rhododendren. In allen Fällen kann man mit Absammeln und Nematoden dem Schädling Herr werden.

 

April: Neuzugänge drinnen wie draußen vor Sonnenbrand schützen

Irgendwas ist doch immer im verrückten April. In einem Jahr kommt plötzlich nochmal Frost, jetzt wird es plötzlich schon furchtbar heiß. Viel, sehr viel Sonne ist für dieses Wochenende in weiten Teilen Deutschlands angekündigt. Und Temperaturen bis zu unglaublichen 27 Grad. Da ist es nun wichtig, insbesondere die Neuzugänge unter unseren Hortensien vor Sonnenbrand zu schützen – und zwar im Haus wie auch draußen.

hydrangea Hortensie weiße Blüten werden braun Sonnenbrand

Diese weiße Hortensie hat zu viel Sonne bekommen und zeigt typische Schäden von Sonnenbrand.

Viele von Ihnen haben schon neue Hortensien gekauft. Zum Beispiel als Zimmerhortensien oder auch für geschützte Ecken im Hauseingang oder auf dem Balkon. Viel Licht soll man den bereits blühenden Hortensien jetzt geben, hat man Ihnen (hoffentlich) erklärt, und das ist auch absolut richtig. Hortensien sollen hell stehen – aber eben auch wieder nicht zu sonnig. Bei den hohen Temperaturen und der kräftigen Sonneneinstrahlung, die nun für die nächsten Tage gemeldet wurde, kann es schnell zu viel des Guten werden. Sowohl für die Blüten, als auch für die zarten neuen Blätter unserer Gartenhortensien. Manch Baum oder Busch, der im Sommer die Hortensien im Garten beschattet, hat ja jetzt noch gar keine Blätter. Und hinter der Fensterscheibe wird es natürlich richtig warm.

Besonders empfindlich sind Hortensien mit weißen Blüten, denn hier wird die harte Sonneneinstrahlung nicht von Farbpartikeln abgehalten und kann bis tief in die Zellen dringen. Gleiches gilt für die neuen, noch hellgrünen Blätter: Sie haben weichere Zellwände und weniger grünen Farbstoff als später im Jahr. Bekommen Hortensien zu viel Sonne ab, werden Blüten braun und sterben ab. Blätter mit Sonnenbrand werden erst silbrig und können dann ebenfalls braun werden und absterben.

Hydrangea sargentiana mit Sonnenbrand Samthortensie

Auch diese Samthortensie hat es erwischt: Der Sonnenbrand hat die Blätter stark geschädigt.

Stellen Sie Ihre Hortensien im Haus also lieber etwas weg vom Fenster, wenn die Sonne zu kräftig scheint. Auch draußen sollten Kübel wenn nötig zeitweise in den Schatten gerückt werden. Wo ein Umstellen nicht geht, kann man sich mit Schirmen behelfen. Sie müssen sich da nicht komisch vorkommen. Vielmehr erkennt man daran sofort: Hier sind echte Hortensienliebhaber am Werk! Auch Winterschutz-Abdeckungen können als Sonnenschutz helfen – aber diese bitte seitlich und unten so öffnen, dass kein Hitzestau darunter entsteht. Und schließlich das Gießen nicht vergessen. Dann sollte nichts mehr schief gehen.

Genießen Sie den Sonnenschein

Ihre Hortensia