Wie gut lassen sich Hortensien eigentlich als Heckenpflanzen verwenden? Sehr gut, lautet die Antwort, allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ich habe einmal die Vor- und Nachteile von Hortensien als Heckenpflanzen zusammengefasst.
Die Langlebigkeit
Ein erster großer Vorteil von Hortensien ist, dass sie viele Jahre, teils Jahrzehnte alt werden. Da es Gehölze sind. Wer also eine Hortensienhecke anlegt, hat lange Zeit etwas davon. Voraussetzung dafür ist, die richtige Art und Sorte für den gewünschten Standort auszuwählen. Zum einen gibt es Arten, die mehr Sonne vertragen und solche, die unbedingt Halbschatten bekommen sollten. Zu den ersten gehören Rispen- und Waldhortensien, für Bauernhortensien hingegen ist Halbschatten unbedingt zu empfehlen. Ebenso ist bedeutsam, ob die Hecke eher freistehend zum Beispiel am offenen Grundstücksrand gepflanzt wird, oder ob sie geschützt steht, etwa vor einem Sichtschutzzaun. Denn je freier sie steht, um so robustere Sorten sollten gewählt werden, da Wind und Kälte erheblichen Einfluss haben.
Eine recht stimmige Faustregel dazu lautet: Je außergewöhnlicher die Blütenfarben einer Hortensie sind, um so eigensinniger ist die Pflanze zumeist. Zweifarbig blühende Bauernhortensien zum Beispiel haben in aller Regel empfindlichere Wurzeln als einfarbige. Sie sind daher anfälliger gegen ungünstige Wetterbedingungen und Schädlinge und wachsen nicht so kräftig. Auch sehr dunkel blühende Hortensien bleiben häufig von Natur aus eher klein und sind dann anfälliger gegen Frostschäden als groß wachsende Sorten. Schließlich sind Waldhortensien, auch Schneeballhortensien genannt (lateinisch Hydrangea arborescens), durchweg sehr windanfällig mit ihren großen Blüten auf dünneren Stielen.
Mein Tipp: Nehmen Sie für freistehende Hecken Sorten, die mindestens 1,50 Meter hoch werden und stabile Stiele haben. Da wird man sowohl bei den Bauernhortensien wie auch bei Rispenhortensien fündig. Unter den Rispenhortensien ist die Auswahl besonders groß. Bewährte wüchsige Sorten der Bauernhortensien sind zum Beispiel „Bela“, „Blaumeise“, „Leuchtfeuer“ oder „Schneeball“. An windgeschützten Standorten oder wenn sie Stützen bekommen, lassen sich auch Waldhortensien als Hecke setzen.
Der Sichtschutz
Oft geht es bei Hecken darum, einen Sichtschutz zu bekommen, ob zur Straße hin oder zu Nachbarn. Hier ist für Hortensien zu bedenken, dass sie im Winter komplett das Laub verlieren. Und vor allem auch, dass sie in der Regel im Frühjahr mehr oder weniger stark zurückgeschnitten werden. Bauernhortensien werden dabei im Regelfall nur ein paar Zentimeter kürzer, da nur die vertrockneten Blüten des Vorjahres weggenommen werden. Diesen Verlust holen die wüchsigen Sorten recht schnell wieder auf. Orientieren Sie sich hier an den angegebenen Endhöhen für die Sortenwahl, es gibt sie von 0,50 m bis 2 m.
Hingegen müssen Waldhortensien im Frühjahr bis auf etwa 30 cm heruntergeschnitten werden, damit sie wieder einigermaßen stabile Triebe bilden. Entsprechend dauert es einige Zeit, bis sie wieder ihre Endgröße von etwa 1,50 Metern erreicht haben. Rispenhortensien müssen nicht unbedingt jedes Jahr ganz so weit eingekürzt werden. Allerdings verkahlen sie mit den Jahren gerne an den unteren, alten Astbereichen, so dass auch hier ein kräftigerer Rückschnitt die weitaus schöneren Pflanzen hervorbringt.
Die Blütenpracht
Fast unschlagbar sind Hortensienhecken in Sachen Blütenwirkung. Bis auf Rosen kommt wohl kein Gehölz an die Größe, die Menge und die lange Haltbarkeit der Hortensienblüten heran. Schon von weitem leuchten Besuchern die großen Blüten entgegen und das Farbenangebot ist unglaublich vielseitig. Ob einfarbig oder mehrfarbig, in der Höhe gestaffelt oder eher konform gehalten – die verschiedenen Arten und Sorten können zu unterschiedlichsten Pflanzbildern arrangiert und für verschiedenste Gartenstile passend ausgewählt werden.
Die Pflanzabstände
Hortensien kann man mit Abstand oder auch ganz eng aneinander pflanzen, beides ist ihnen grundsätzlich recht. Je nachdem, welche Wirkung man erzielen möchte, ob eine lockere Reihe oder eine dichte Hecke, orientiert man sich an der maximalen Wuchsbreite, um den Pflanzabstand zu wählen.
Bauernhortensien wachsen meist so breit wie hoch. Sollen sie sich so gerade eben berühren, ist daher die maximale Wuchsbreite zugleich der richtige Abstand von Mitte Pflanzloch zu Mitte Pflanzloch.
Rispenhortensien wachsen häufig mehr aufrecht und weniger in die Breite. In der Regel ist hier die maximale Wuchsbreite daher auf dem Etikett auch mit angegeben.
Waldhortensien wachsen hingegen etwas hortensien-untypisch fast wie ein Gras in runden Horsten und werden recht schnell immer breiter. Man kann sie aber im Gegensatz zu den anderen Hortensienarten durch Abstechen verkleinern und so sehr gut „formen“. Daher ist ein Pflanzabstand von etwa 2 Metern für diese Arten ein gutes Durchschnitts-Maß für eine dichte, aber nicht ganz enge Heckenformation.
Die Pflege
Ansonsten gilt für Heckenformationen das gleiche, wie bei jeder Pflanzung und Pflege von Hortensien. Dazu habe ich bereits ausführliche Beiträge geschrieben, daher nur noch kurz zur Erinnerung: Beste Pflanzzeit ist Frühjahr und Herbst, Wässern vorher und nachher, Pflanzloch groß genug ausheben und die Erde evtl. aufbessern, in der ersten Saison auf genügend und gezielte Wassergaben achten, je nach Art den unterschiedlichen Schnitt beachten.
Viele Grüße
Eure Hortensia












Ist der Stoff schwerer – wir hatten beispielsweise nur ein recht dickes Bettlaken zur Hand – kann man sehr gut Stäbe zwischen die Triebe der Hortensien stecken, die höher sind als die Triebe selbst. Bei uns sind es Bambus- und Metallstäbe. So liegt der Stoff auf diesen Stäben auf, nicht auf der Pflanze.



Mit ihren großen Blüten in zahlreichen Farben sind Hortensien ein wunderschöner Frühlingsschmuck für die Wohnung. Und außerdem sind sie praktische Lufterfrischer. Das niederländische Forschungsinstitut Fytagoras Plant Science aus Leiden hat dies sogar in Studien nachgewiesen. Über die zahlreichen kleinen Blüten und die dichten Blätter der Pflanze verdunstet besonders viel Wasser; diese Feuchtigkeit gelangt in die Raumluft. Damit wirken Zimmerhortensien wie natürliche Luftbefeuchter. Das hilft gegen die trockene Heizungsluft, die häufig Haut, Augen und Atemwege stresst. Die Empfehlung des Fytagoras Instituts lautet: „Je mehr Hortensien in Wohnräumen, um so besser entwickelt sich die relative Luftfeuchtigkeit. Für ein gesundes Raumklima sollten mindestens zwei Hortensien pro Raum aufgestellt werden.“
Manchmal ist die Erfahrung, dass die Blätter oder Blüten schon nach kurzer Zeit braun werden. Das liegt dann in der Regel an Lichtmangel. Deshalb habe ich geraten: Hortensien erst ab Ende Februar kaufen. Der Sonnenstand ist vorher noch so niedrig, dass nur die „falschen“ Wellenlängen bei uns ankommen und insgesamt selbst am Südfenster einfach zu wenig Lichtintensität hereinkommt. Was uns Menschen schon hell erscheint, ist für Pflanzen trotzdem noch dunkel. Und auch nach Ende Februar brauchen Hortensien einen möglichst hellen Platz im Haus. Aber wiederum keine pralle Sonne hinter der Scheibe, denn dann steigt die Verdunstung so hoch, dass die Pflanze mit „trinken“ kaum nachkommt und die Hitze auf den Blättern wird womöglich so groß, dass sie verbrennen können. Der beste Standort ist auf dem Fensterbrett oder direkt neben einem Fenster, aber ohne pralle Sonne.
Einmal verblüht allerdings macht es keinen Sinn, eine Hortensie noch im Zimmer zu halten. Es sei denn, sie gefällt einem als Grünpflanze. Neue Blüten wird die Hortensie im Haus nicht ansetzen. Denn Hortensien benötigen eine ganz bestimmte Klima- und Lichtmengenabfolge mit Herbst und sogar Winterfrost-Zeiten, um neue Blüten anzulegen. Das klappt im Haus nicht. Doch die verblüte Zimmerhortensie muss deshalb nicht in den Kompost. Denn sie kann genauso gut draußen stehen. Zimmerhortensien sind genau die gleiche Art Hortensie, wie sie auch als Gartenhortensie verkauft werden, nämlich Hydrangea macrophylla, also Bauernhortensien. Lediglich sind es in der Regel die kleinwüchsigen Sorten, damit sie in den Blumentopf passen. Doch auch die können noch größer und buschiger werden. Wer also Balkon, Terrasse oder Garten hat, kann seine Zimmerhortensie dort unterbringen, im Kübel oder im Beet, und wird bei guter Pflege im nächsten Jahr neue Blüten haben. Aber bitte die Pflanzen erst ab Mitte Mai raussetzen, Zimmerhortensien sind an Wärme gewöhnt und müssen sich draußen erst eingewöhnen.