Willkommen bei Hortensia

Hortensien – um diese wunderschönen Blumen dreht sich alles in diesem Blog. Die Infos, die hier zu finden sind, stammen direkt von Hortensien-Profis, nämlich von Gartenbaubetrieben, die Hortensien in Deutschland züchten und vermehren. Sie werden hier gesammelt und aufgeschrieben unter dem internationalen Namen der Pflanze, die uns alle verbindet. Und die auch ein Markenname ist, den Sie im Blumenhandel wiederfinden: Hortensia.

Kommentieren Sie gerne unsere Artikel und scheuen Sie nicht, uns auch Ihre Fragen zu stellen. Wir freuen uns, dass Sie hier sind.

Ihre Hortensia

Vorgetriebene dürfen endlich nach draußen!

Hortensien, die den Spätwinter über im Warmen standen – ob nun im Blumengeschäft oder Zuhause im Winterquartier – tragen bereits volles Blattwerk und sogar Blüten. Jetzt ist endlich die Zeit gekommen, dass diese vorgetriebenen Hortensien nach draußen dürfen. Aber bitte Schritt für Schritt – wir erklären, wie das am besten geht.

Hortensie mit Sonnenbrille

Erst mal nur gucken! Vorgezogene Hortensien müssen sich erst an das ungefilterte Licht und die kühleren Temperaturen draußen gewöhnen.

Es gibt jedes Jahr wieder das Missverständnis gerade bei Hortensien-Einsteigern, dass sie ihre neu gekauften, blühenden Hortensien zu früh nach draußen stellen. Weil Hortensien ja eigentlich Gartenpflanzen und frosthart sind und sie so früh schon im Laden stehen, wird gefolgert, dass man sie schon nach draußen pflanzen kann. Oft büßen diese Hortensien dann nach der ersten Nacht bereits ihre Blütenpracht und die frischen Blätter ein. Weil es ihnen einfach noch zu kalt ist. Ein Trost möge sein: Diese Erfahrung machen die meisten Hortensienfreunde in ihrem ersten Hortensienjahr.

Als Faustregel kann man sagen: Früh blühende Hortensien vertragen keine Temperaturen unter 10 Grad Celsius. In den Treibhäusern der Gärtnereien werden Hortensien ab Januar bei rund 20 Grad Celsius und unter zusätzlicher Beleuchtung herangezogen. Bei diesen Temperaturen fühlen sich die Hortensien am wohlsten und fangen dann auch zügig an zu wachsen. Nach etwa sechs Wochen Standzeit im Treibhaus blühen sie und gehen in den Verkauf. Man kann sich vorstellen, dass diese Hortensien einen heftigen Temperatursturz von 20 Grad auf womöglich um die Null Grad gar nicht mögen. Daher dürfen sie erst nach draußen, wenn mindestens 10 Grad rund um die Uhr gewährleistet sind. Und auch ungefiltertes Sonnenlicht sind die Hortensien bis dahin noch nicht gewöhnt, sie standen ja bislang immer unter Glas.

Daher heißt es: Schritt für Schritt nach draußen!

Ab Anfang Mai kann man beginnen, vorgetriebene Hortensien an draußen zu gewöhnen. Sofern das Wetter passt, natürlich. Man stellt am besten über eine Woche hinweg die Hortensie im gekauften Topf tagsüber an einen schattigen Platz nach draußen und holt sie nachts noch rein. So kann sie sich langsam an die niedrigeren Temperaturen und an das ungefilterte Licht gewöhnen. Nach ein paar Tagen kann man es auch mal mit etwas Morgen- oder Abendsonne probieren. Und nach rund einer Woche und ab Mitte Mai kann man die Hortensie dann an den geplanten Standort draußen im Beet oder im Kübel einpflanzen; idealerweise im Halbschatten und in gut durchlässiger Erde, damit keine Staunässe entsteht. Dabei ist die alte Bauernregel über die „Eisheiligen“ noch immer gültig: Vom 11. bis zum 15. Mai haben fünf Heilige ihre Gedenktage. Man nennt sie die „Eisheiligen“, weil nach dem 15. Mai in aller Regel keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Sind also die Eisheiligen geschafft, geht es im Garten so richtig los. Auch für unsere geliebten Hortensien.

Viele Erfolg für Ihr Hortensienjahr wünscht
Hortensia

Neulich am Gartenzaun – Das Geschenk

Das Rentnerehepaar Heinz und Else erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 16.

Neulich am GartenzaunGerade noch war es herrlich ruhig gewesen in der sonnenbeschienenen Wohnsiedlung. Ein paar dezente Kinderstimmen aus dem Nachbargarten klangen zu Heinz und Else herüber, aber ansonsten herrschte sonntägliche Entspanntheit. Mit einem Schlag war das vorbei. „Huhuuuu!“, hallte es lautstark über das Gartentor, so dass es die halbe Nachbarschaft mitbekam. Und da folgte auch schon der Kopf von Irene, die mit breitem Lachen um die Ecke schaute und kurz darauf über den Zaun griff, um sich selbst hereinzulassen. Irene, Elses ältere Schwester, kam mit Ehemann Alfred zum immerhin angekündigten Besuch. Wie immer ein ganzes Stück zu früh und wie immer unüberhörbar. Else und Heinz waren gerade noch dabei, den Gartentisch zu decken. Und Else sah auch den gequälten Gesichtsausdruck auf Heinz Gesicht, bevor er sein professionelles „Wie-schön-dass-du-da-bist“-Lächeln aufsetzen konnte. Um es mal vorsichtig auszudrücken: Irene war nicht Heinz‘ liebste Verwandtschaft. Sie war ihm zu aufdringlich, zu laut. Er verglich sie gerne mit einem Zug, der einen jedes Mal überrollte, so sehr man sich auch auf ihn vorzubereiten versuchte. Es sollte auch dieses Mal wieder so kommen…

Aber zunächst ging Else ihrer Schwester fröhlich entgegen und nahm sie zur Begrüßung in den Arm. Es war und blieb halt ihre Schwester, mit allen Höhen und Tiefen aus vielen Erlebnissen, die ein solches Verhältnis mit sich brachte. Als nächstes hätte Else normalerweise auch Alfred umarmt, aber das ging gerade nicht. Erst musste Alfred das sehr große, längliche Packet zur Gartenbank hinüber balancieren und abstellen, das er im Arm trug. Inzwischen war auch Heinz herangekommen, hatte die herzliche Umarmung Irenes hinter sich gebracht, gab Alfred einen Handschlag und nun stand man im Halbkreis um das ominöse Packet herum. „Ihr Lieben, wir MUSSTEN euch das hier einfach mitbringen!“, begann Irene überschwänglich und gestikulierte ausschweifend mit den Armen. „Ein Kunstwerk! Wir haben es auf dem Wohltätigkeitsbasar unserer Kirchengemeinde entdeckt und waren sofort begeistert.“ Heinz schluckte schwer. Das hörte sich nicht gut an. Kunstwerke waren bekanntlich ziemliche Geschmackssache. Und die Geschmäcker von Irene und Heinz waren ungefähr so kompatibel wie ein Sterneküchen-Büffet mit einer Kiste voll Regenwürmer. Doch Irene war noch nicht fertig. „Stellt euch vor“, fuhr sie aufgedreht fort, „die Mitmachwerkstatt in unserem Dorf hat nun auch einen Töpferbereich. Von dort stammt auch dieses absolute Schmuckstück.“

Heinz, der sich von den Worten „Mitmachwerkstatt“ und „Töpfern“ wie von Stromstößen gequält fühlte, hielt es nicht mehr aus. Er trat vor und begann, das „Kunstwerk“ zu enthüllen. Irene fuhr derweil aufgeräumt fort mit ihrer Lobeshymne: „Es ist wirklich großartig, was dort ehrenamtlich alles gemacht wird. Es gibt verschiedene Kurse im künstlerischen Bereich. Aber auch zum Beispiel Kochkurse für finanziell Bedürftige und Freizeitangebote für Behinderte. Und es findet ganz viel Integrationsarbeit statt, Sprachkurse, oder einfach gemeinsames Handarbeiten, so dass neu zugezogene Menschen Anschluss finden. Ich finde, das muss man doch wertschätzen, nicht wahr? Man müsste ja schon ein emotionaler Klotz sein, wenn einen das nicht anspräche.“

Mit diesen Worten war das Schicksal von Heinz und Else dann wohl besiegelt. Wie konnte man gegen ein Produkt aus einer solch wichtigen Einrichtung sein? Sie würden keine Chance haben, das Ding NICHT zu mögen. Man wäre ja offensichtlich gegen Integrationsarbeit, gegen Behindertenarbeit, gegen Menschen überhaupt. Heinz beendete mit zusammengebissenen Zähnen seine Auspackarbeit und klammerte sich an das letzte Fünkchen Hoffnung in ihm, es könne doch etwas ganz Hübsches sein. Braunes Packpapier raschelte zu Boden und dann stand es vor ihnen, das Kunstwerk. Es war eines der scheußlichsten Dinger, die Heinz je gesehen hatte. Eine Stele aus einzelnen auf einem Stab arrangierten Töpferelementen in allen erdenklichen Farben. Dort erkannte man eine Art gelbe Kuh mit Fischschwanz. Das ganz oben könnte als lilafarbener Toaster durchgehen. Heinz taten die Augen weh. Und auch Else sah ein wenig grün aus um die Nase. „Ja…. Wunderbar, vielen Dank“, entrang sie sich eine Reaktion. Zum Glück schauten Irene und Alfred selbst noch immer begeistert auf das größte Kunstwerk aller Zeiten und sahen nicht die gequälten Gesichtsausdrücke ihrer Verwandten. So hatten diese Zeit durchzuatmen, sich zu fangen, sich abzuwenden und neue Kraft zu tanken aus dem Anblick des Erdbeerkuchens auf dem Kaffeetisch. Zu dem lud Else die Gesellschaft nun auch ein und schnitt ihn kurz darauf an. Derweil kümmerte sich Heinz um den Kaffee. Zum Glück hatten sie einen Automaten, der tassenweise frisch aufbrühte. So merkte niemand, dass in die letzte Tasse, die von Heinz, auch ein Schluck Cognac seinen Weg fand. Eine halbe Stunde und drei Tassen Kaffee später fand Heinz den Nachmittag schon gar nicht mehr so schlimm. Und für das Kunstwerk würden Else und er schon einen passenden Platz finden. Im Keller zum Beispiel.

Dickmaulrüssler jetzt schon bekämpfen

Einer der hartnäckigsten Schädlinge an Hortensien im Garten ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Das ausgewachsene Tier zerfrisst „nur“ die Blätter der Pflanzen, die Larven aber zerstören derweil die Wurzeln. Sind genug Larven im Boden, kann die Pflanze davon absterben. Daher kann man am besten jetzt mit der Bekämpfung beginnen.

Da ist das Tierchen: Ein Gefurchter Dickmaulrüssler auf Nahrungssuche.

Das Schöne ist, dass sich Dickmaulrüssler wunderbar rein biologisch bekämpfen lassen. Die erwachsenen Käfer sollte man absammeln. Und zwar in der Dämmerung, denn die Tiere sind nachtaktiv. Gegen die Larven gibt es verschiedene Arten von Nematoden. Nematoden sind Fadenwürmer, die in die Larven eindringen, sich von ihnen ernähren und sie so töten. Die ersten Larven des Dickmaulrüsslers ist schon zeitig im Frühjahr bei recht niedrigen Temperaturen unterwegs, denn die Larven überwintern im Boden. Daher sollte man schon jetzt Nematoden ausbringen. Nematoden bekommt man im Fachhandel in Form einer Art Pulver, das man in Wasser auflöst und gießt. Doch Achtung: Es gibt im Handel drei verschiedene Arten von Nematoden, die bei unterschiedlichen Temperaturen aktiv sind.

Nematoden für verschiedene Temperaturen

Wir haben von Marion Ruisinger, Spezialberaterin für den Biologischen Pflanzenschutz im Erwerbsgartenbau, die Einzelheiten zur Dickmaulrüssler-Bekämpfung bekommen. Die Nematoden „Steinernema kraussei“ und „Heterohabditis downesi“ sind im niedrigen Temperaturbereich (sechs bis zwölf Grad Celsius) aktiv und gut wirksam, erklärte sie uns. Bei Temperaturen über 15 Grad erzielt man mit „Heterohabditis bacteriophora“ die beste Wirkung. Diese Nematoden eignen sich für eine zweite Anwendung im Sommer – denn Dickmaulrüssler legen leider nicht nur einmal im Jahr Eier.

Alle Nematoden-Arten sollten mindestens mit 0,5 Millionen Nematoden pro Quadratmeter angewendet werden. Außerdem sollte man beim Ausbringen darauf achten, dass die Erde im Wurzelbereich der Pflanze auch wirklich komplett mit den Nematoden durchfeuchtet wird. Gerade bei großen, hohen Kübeln muss man im Zweifel mehr Nematoden/Wasser-Mischung nehmen, bis die ganze Erde feucht ist. Die Nematoden am besten früh morgens oder abends gießen.

Dickmaulrüsslerbefall erkennen

Ganze Arbeit geleistet: Der typische Buchtenfraß des Dickmaulrüsslers ist an dieser Kletterhortensie (leider) sehr gut zu erkennen.

Zu erkennen ist ein Befall mit Dickmaulrüsslern zum einen natürlich an den Larven im Boden. Beim Umtopfen im Frühjahr fallen sie häufig auf. Es sind etwa ein Zentimeter große, weiße Larven. Oberirdisch sind es die typischen Fraßspuren der Käfer, die man gut erkennen kann: Sie fressen auffällige Buchten in die Ränder der Blätter. Löcher in der Blattmitte hingegen stammen nicht von Dickmaulrüsslern, sondern eher von Raupen oder Schnecken. Den Käfer selbst sieht man wie gesagt selten, weil der Dämmerungsaktiv ist. Er hat einen dreigeteilten Körper, einen typischen verlängerten Kopfbereich und Längsfurchen auf dem Rücken.

Auch andere Pflanzen werden befallen

Übrigens werden nicht nur Hortensien vom Gefurchten Dickmaulrüssler befallen, sondern etwa 200 Zier- und Nutzpflanzenarten, wie Marion Ruisinger noch erläuterte. Dazu gehören auch Bergenien, Efeu, Erdbeeren und Rhododendren. In allen Fällen kann man mit Absammeln und Nematoden dem Schädling Herr werden.

 

Neulich am Gartenzaun – Soziale Medien

Das Rentnerehepaar Heinz und Else erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 15.

Neulich am Gartenzaun„Huch!“, entfuhr es der Frau auf der anderen Seite seiner Hecke, als Heinz unvermutet aus der Hocke hochkam und auf den Bürgersteig schaute. „Oh, Entschuldigung“, antwortete Heinz mit einem freundlichen Lächeln. „Ich wollte Sie nicht erschrecken.“ Er war mitten im Unkrautjäten und musste kurz die Beine strecken. Die Frau, Heinz schätzte Sie auf Anfang 40, hatte offenbar auf dem Handy geschrieben und lächelte nun zurück.  „Kein Problem, ich war nur gerade so in Gedanken.“ Sie hob erklärend ihr Handy. Dann legte sie den Kopf schief und sah ihn genauer an. „Nutzen Sie eigentlich Soziale Medien?“, fragte sie. Heinz stutze. „Verzeihung“, fuhr die junge Frau mit einer entschuldigenden Geste fort, „ich bin PR-Beraterin und frage mich immer, ob die Menschen die Sozialen Medien nun eigentlich mögen oder nicht. Ich selbst nutze sie ja beruflich, aber rege mich auch oft genug furchtbar über sie auf.“

Heinz fand sein Lächeln wieder und nickte. „Das kann ich gut verstehen“, entgegnete er. „Ja, ich nutze schon mal Facebook. Ich bin in zwei Gartengruppen und lese Beiträge von  Zeitungen. In den Gartengruppen bin ich gerne und zu einigen Mitgliedern haben meine Frau und ich inzwischen sehr regen Kontakt, das ist sehr schön.  Aber ich gebe Ihnen recht. Wenn ich so manche Kommentare lese, schüttele ich oft den Kopf und frage mich, warum ich mir das überhaupt antue.“ Die Frau hörte interessiert zu. „Darf ich fragen, worüber Sie da so den Kopf schütteln“, fuhr sie fort? Heinz überlegte. „Ich denke, am meisten rege ich mich über die Uninformiertheit so mancher Menschen auf. Wenn sie dann Dinge schreiben, die vorne und hinten nicht stimmen. Ich meine jetzt nicht, wenn mal Kleinigkeiten nicht richtig sind, jeder darf sich mal vertuen oder Wissenslücken haben. Ich meine diejenigen Personen, die so schrecklich von sich überzeugt sind und dann auf Richtigstellungen sogar noch pampig reagieren. Selbst, wenn es nur um die Bestimmung einer Wildblume geht, wird man von solchen Personen am Ende noch beschimpft.“ Wieder nickte die Frau, Verstehen lag in ihrem Blick.

Da kam Heinz eine Gegenfrage in den Sinn. „Da Sie da quasi Profi sind“, sagte er, „wie kann man denn Ihrer Meinung nach diese Missverständnisse und Streitereien  vermeiden?“ Die Frau zog die Stirn kraus, lachte kurz zu einem Schulterzucken auf, und sagte dann: „Endgültig vermutlich nur, indem man die Medien nicht nutzt.“ Sie lächelte schief. „Aber sicher, es gibt natürlich schon ein paar Dinge, die man beachten kann und sollte“, sagte sie dann. „Sowohl, wenn man etwas schreibt, als auch, wenn man etwas liest. Gerade das zweite wird oft vergessen. Wir missverstehen oft Beiträge, weil wir Dinge hineininterpretieren, die der Schreiber gar nicht meinte. Und dafür sehen wir andere Dinge nicht, die eigentlich gemeint waren. Das passiert furchtbar schnell, denn oft kommen uns unsere eigenen Emotionen dazwischen.“ Die Frau machte eine kurze Denkpause. „Sehen sie, wir verstehen Geschriebenes, indem wir die Inhalte mit unseren Erfahrungen abgleichen. Und immer kommen dabei auch Gefühle ins Spiel. Nehmen wir ein Beispiel. Wir ärgern uns etwa seit Jahren darüber, dass unser Nachbar seine Thuja so hoch wachsen lässt, dass wir auf unserer Terrasse keine Sonne mehr abbekommen. Da ist ein richtiger Nachbarschaftsstreit draus geworden. Und nun schreibt jemand in der Gartengruppe, er wolle eine Thujahecke als Sichtschutz zum Nachbarn pflanzen. Sofort kommt unsere Wut mit hoch und wir denken nur noch: Mist Thujen! Und das schreiben wir dann womöglich auch: „Mist Thujen, die gehören verboten!“ Eigentlich wollen wir womöglich bloß einen Nachbarschaftsstreit dort verhindern, wir meinen es nicht böse. Aber das weiß das Gegenüber ja nicht. Und der denkt jetzt: Was ist das für einer, will mir hier in meinem eigenen Garten was verbieten. Und antwortet etwas wie: „Wie militant sind Sie denn, ich lasse mir nichts verbieten.“ Und schon können sich zwei Menschen nicht leiden und streiten, obwohl sie das beide gar nicht wollten. Das ist jetzt nur ein nicht ganz ausgefeiltes Beispiel, aber ich denke sie sehen, was ich sagen will.“ Heinz nickte. „Und was tue ich dagegen?“

Die Frau wechselte ihr Standbein und erklärte dann: „Indem man sich diesen Mechanismus klar macht. Und vor einer Antwort gut überlegt, warum man auf eine Mitteilung womöglich verärgert reagiert. Man sollte sich fragen: Steckt das wirklich da drin, oder interpretiere ich das grade nur rein. Im Zweifel kann man nachfragen, wie etwas gemeint war. Ansonsten sollte man ganz sachlich bei dem bleiben, was da eben steht. Im Thuja-Beispiel kann man sein eigenen Erfahrungen zunächst beschreiben und damit klar machen, warum man von Thujen abrät. Man muss versuchen, nicht so in die Emotionsfalle zu geraten.“

„Es gibt aber auch genug Beiträge, da kann man sich einfach nur drüber aufregen“, widersprach Heinz. „Wenn jemand pöbelt oder Falsches weiterträgt.“ Die Frau nickte erneut. „Natürlich. Das hat dann nichts mehr mit Missverständnissen zu tun. Aber auch in diesen Fällen kann man den Leuten am besten mit Sachlichkeit gegenübertreten. Wenn man überhaupt antworten möchte. Man muss die Emotionalität rausbekommen, sonst kommen die Botschaften sowieso nicht korrekt im Hirn an. Und es schont die eigenen Nerven.“

Das Handy der Frau klingelte. Sie schaute darauf, dann etwas erschrocken zu Heinz hoch. „Du liebe Güte“, sagte sie nun eilig, „so spät schon, ich muss los. Danke für das Gespräch.“ Und mit einem Winken war sie weg. „Danke ebenfalls“, rief Heinz noch hinterher, bevor er sich wieder dem Unkraut widmete und über das Gespräch nachdachte. Mehr Sachlichkeit, gab er der Frau recht, die täte wohl tatsächlich in vielen Situationen Gutes.

Schnee-Alarm – was erwartet uns nun?

Arktische Kälte mit heftigen Minusgraden und Schneefall sogar bis in Flachland – der späte Wintereinbruch erschreckt uns Hortensienfreunde mal wieder bis ins Mark. Viele Hortensien sind schon ausgetrieben – was also wird uns nun im weiteren Jahresverlauf erwarten? Und was kann man den Hortensien nun Gutes tun?

Schneesturm im Hortensienbeet. Einige Büsche sind schon weit ausgetrieben, andere noch fast gar nicht.

Die positive Nachricht zuerst: Hortensien sind unglaublich zäh und winterfest. Komplett absterben werden unsere Schützlinge nicht von diesem fiesen Winterwetter, das wir gerade erleben. Auch nicht, wenn sie schon weit ausgetrieben sind. Die schlechte Nachricht: Es kann durchaus sein, dass zunächst alle Blätter absterben und auch, dass die Blütenpracht für dieses Jahr dahin ist.

In meinem eigenen Hortensiengarten wachsen rund 250 verschiedene Hortensiensorten aus fünf Arten. Sie stehen in Kübeln wie im Beet, an geschützten Ecken unter Bäumen oder an Mauern, aber auch an weniger geschützten, windigen, offenen Standorten. Einige der Büsche waren schon recht weit ausgetrieben, bei anderen verdickten sich gerade erst die Knospen. Die Voraussetzungen waren also sehr unterschiedlich, als Frost und Schnee vorgestern zuschlugen. Daher werden auch die Schäden sehr unterschiedlich ausfallen.

Bei einigen Hortensien wird überhaupt nichts passieren – nämlich bei denen, die noch fast gar nicht ausgetrieben waren. Bei anderen erwarte ich, dass die vielen saftig grünen frischen Blätter in den nächsten Tagen komplett „matschig“ werden, später trocken, und dann abfallen.

Samthortensie mit Frostschaden vom 27.4.2020 und vorher (kleines Bild)

Neuaustrieb an der gleichen Samthortensie, 7.5.2020

 

 

 

Bitte nicht schneiden!

Was ich aber bei keinen Hortensien jetzt machen werde, ist sie zu schneiden. Bitte, bitte, bitte nicht allein wegen der Schäden die Hortensien jetzt schneiden! Klar, sollten sie für Ihre Waldhortensien (Hydrangea arborescens) und Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) sowieso noch den Frühjahrsschnitt geplant haben, dann können Sie den nach dem Ende dieser Frostperiode natürlich durchführen. Aber wenn meine Beschreibung von oben eintrifft – Blätter „matschig“ werden, eintrocknen, abfallen – dann schneiden sie bitte nicht nur deswegen. Und erst recht nicht, wenn Sie Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) haben, die ja bis auf wenige Ausnahmen keine neuen Blüten für dieses Jahr bilden. Denn: In aller Regel teiben die Hortensien an genau diesen „erfrorenen“ Stellen nach kurzer Zeit doch wieder aus! Ich habe das vielfach erlebt. Knospen, ob mit oder ohne Blüte, bestehen aus vielen, vielen Blattschichten, die eng übereinander liegen. Die äußeren davon öffnen sich zuerst und erfrieren dann bei Frost. Aber vielfach sind die tiefer liegenden Blätter in den Knospen gar nicht zerstört worden, auch wenn es für uns zunächst so aussieht. Diese kommen dann nach. Und mit etwas Glück und je nach Stärke des Frostes, ist auch die Blütenknospe ganz innen womöglich gar nicht beschädigt.

Düngen und Warten

Wenn der Wintereinbruch – hoffentlich bald – vorbei ist, können wir unsere Hortensien dabei unterstützen, den Rückschlag besser zu verkraften. Wer noch keinen oder wenig Dünger gegeben hat, kann dies nun sehr gut machen. So hat die Hortensie genug Nährstoffe, sollte sie ihre Blätter ganz neu bilden müssen. Umtopfen oder Umpflanzen sollten wir geschädigte Hortensien zunächst nicht. Sie brauchen nun ihre Kraftreserven, um (neues) Laub zu bilden. Ein Umtopfen oder Umpflanzen würde sie dazu reizen, statt dessen die Kraft für neues Wurzelwachstum zu verwenden – dann bleibt sie überirdisch womöglich kümmerlicher. Umtopfen können Sie auch noch später im Jahr, wenn die Hortensie wieder Blätter hat. Und das Umpflanzen sollten Sie, wenn möglich, erst nach der Blütezeit, also im Spätsommer angehen.

Fazit: die wichtiste Tugend, die wir als Hortensienliebhaber jetzt haben sollten, ist: Geduld.

 

Neulich am Gartenzaun – Ostern

Das Rentnerehepaar Heinz und Else erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 14.

Neulich am GartenzaunHeinz pfiff fröhlich vor sich hin, während er ein paar Zweige von der Forsythie schnitt. Die würden als Osterstrauß in die Vase kommen. Sorgfältig suchte er die schönsten aus und achtete dabei darauf, den Strauch nicht zu sehr zu verunstalten. Else war derweil im Wohnzimmer dabei, die Kartons mit der Osterdekoration auszupacken. Es würden wieder die windschiefen Eierbecher mit Entenfüßen ans Licht Weiterlesen

Neulich am Gartenzaun – Mittelmaß

Das Rentnerehepaar Heinz und Else erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 13.

Neulich am GartenzaunDer Frühling, dachte Heinz, als er in der Garage seine Gartenstiefel anzog, war eine merkwürdig schöne Jahreszeit. Zwölf Grad Celsius erschienen einem herrlich warm, während man im Herbst bei gleichen Temperaturen lieber vorsorglich den Schal aus dem Schrank holte. Der Mensch freute sich über jede der Wespen, über die er ein paar Wochen später am Kaffeetisch  Weiterlesen

Hortensienblau, die erste Runde

Die Zeit rückt nah, dass die erste Gabe Hortensienblau ansteht. Wer schöne blaue Blüten bekommen möchte, kommt darum nicht herum.

Stahlblaue Blüten: Diese „Renate Steininger“ hat zum richtigen Zeitpunkt Aluminiumsulfat bekommen.

Wenn Bauernhortensien, botanisch Hydrangea macrophylla, blau blühen sollen, brauchen sie zwei Dinge: Zum einen Aluminiumsulfat zum richtigen Zeitpunkt im Wachstum, das in der Pflanze den natürlichen Farbumschlag auslöst. Und keine Sorge, das ist ein natürlicher Prozess und keine „böse Chemie“ [wie auch in diesem Blogbeitrag nachzulesen ist]. Zum anderen braucht die Hortensie genügend saure Erde, damit sie die Nährstoffe und darunter das Aluminiumsulfat auch aufnehmen kann. Dieses Aluminiumsulfat kann man Hortensien durch verschiedene Präparate geben. Die einfachste ist, so genanntes „Hortensienblau“ im Fachhandel zu kaufen. Auf der Packung steht dann die genaue Dosierung, da kann quasi nichts schief Weiterlesen

Neulich am Gartenzaun – Pflanzenrettung

Das Rentnerehepaar Heinz und Else erlebt den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 12.

Neulich am GartenzaunDas erste, das Else beim Öffnen der Haustüre sah, war ein braun-schrumpeliges Etwas in einem Blumentopf, das ihr jemand entgegenstreckte. Dahinter wippte der Bommel einer blauen Strickmütze, an der sie Emil erkannte, ihren siebenjährigen Enkel. Thorsten, Elses Sohn, schloss im Herüberschlendern noch das Auto ab und stand dann mit einem frechen Grinsen hinter Emil. „Oma, du musst Weiterlesen