März – Hortensien als Hecken

Wie gut lassen sich Hortensien eigentlich als Heckenpflanzen verwenden? Sehr gut, lautet die Antwort, allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ich habe einmal die Vor- und Nachteile von Hortensien als Heckenpflanzen zusammengefasst.

Die Langlebigkeit

Hortensia Hortensien Hecke Ein erster großer Vorteil von Hortensien ist, dass sie viele Jahre, teils Jahrzehnte alt werden. Da es Gehölze sind. Wer also eine Hortensienhecke anlegt, hat lange Zeit etwas davon. Voraussetzung dafür ist, die richtige Art und Sorte für den gewünschten Standort auszuwählen. Zum einen gibt es Arten, die mehr Sonne vertragen und solche, die unbedingt Halbschatten bekommen sollten. Zu den ersten gehören Rispen- und Waldhortensien, für Bauernhortensien hingegen ist Halbschatten unbedingt zu empfehlen. Ebenso ist bedeutsam, ob die Hecke eher freistehend zum Beispiel am offenen Grundstücksrand gepflanzt wird, oder ob sie geschützt steht, etwa vor einem Sichtschutzzaun. Denn je freier sie steht, um so robustere Sorten sollten gewählt werden, da Wind und Kälte erheblichen Einfluss haben.

Eine recht stimmige Faustregel dazu lautet: Je außergewöhnlicher die Blütenfarben einer Hortensie sind, um so eigensinniger ist die Pflanze zumeist. Zweifarbig blühende Bauernhortensien zum Beispiel haben in aller Regel empfindlichere Wurzeln als einfarbige. Sie sind daher anfälliger gegen ungünstige Wetterbedingungen und Schädlinge und wachsen nicht so kräftig. Auch sehr dunkel blühende Hortensien bleiben häufig von Natur aus eher klein und sind dann anfälliger gegen Frostschäden als groß wachsende Sorten. Schließlich sind Waldhortensien, auch Schneeballhortensien genannt (lateinisch Hydrangea arborescens), durchweg sehr windanfällig mit ihren großen Blüten auf dünneren Stielen.

Mein Tipp: Nehmen Sie für freistehende Hecken Sorten, die mindestens 1,50 Meter hoch werden und stabile Stiele haben. Da wird man sowohl bei den Bauernhortensien wie auch bei Rispenhortensien fündig. Unter den Rispenhortensien ist die Auswahl besonders groß. Bewährte wüchsige Sorten der Bauernhortensien sind zum Beispiel „Bela“, „Blaumeise“, „Leuchtfeuer“ oder „Schneeball“. An windgeschützten Standorten oder wenn sie Stützen bekommen, lassen sich auch Waldhortensien als Hecke setzen.

Der Sichtschutz

Oft geht es bei Hecken darum, einen Sichtschutz zu bekommen, ob zur Straße hin oder zu Nachbarn. Hier ist für Hortensien zu bedenken, dass sie im Winter komplett das Laub verlieren. Und vor allem auch, dass sie in der Regel im Frühjahr mehr oder weniger stark zurückgeschnitten werden. Bauernhortensien werden dabei im Regelfall nur ein paar Zentimeter kürzer, da nur die vertrockneten Blüten des Vorjahres weggenommen werden. Diesen Verlust holen die wüchsigen Sorten recht schnell wieder auf. Orientieren Sie sich hier an den angegebenen Endhöhen für die Sortenwahl, es gibt sie von 0,50 m bis 2 m.

Hingegen müssen Waldhortensien im Frühjahr bis auf etwa 30 cm heruntergeschnitten werden, damit sie wieder einigermaßen stabile Triebe bilden. Entsprechend dauert es einige Zeit, bis sie wieder ihre Endgröße von etwa 1,50 Metern erreicht haben. Rispenhortensien müssen nicht unbedingt jedes Jahr ganz so weit eingekürzt werden. Allerdings verkahlen sie mit den Jahren gerne an den unteren, alten Astbereichen, so dass auch hier ein kräftigerer Rückschnitt die weitaus schöneren Pflanzen hervorbringt.

Die Blütenpracht

Hortensia Hortensien Hecke BlütenprachtFast unschlagbar sind Hortensienhecken in Sachen Blütenwirkung. Bis auf Rosen kommt wohl kein Gehölz an die Größe, die Menge und die lange Haltbarkeit der Hortensienblüten heran. Schon von weitem leuchten Besuchern die großen Blüten entgegen und das Farbenangebot ist unglaublich vielseitig. Ob einfarbig oder mehrfarbig, in der Höhe gestaffelt oder eher konform gehalten – die verschiedenen Arten und Sorten können zu unterschiedlichsten Pflanzbildern arrangiert und für verschiedenste Gartenstile passend ausgewählt werden.

Die Pflanzabstände

Hortensien kann man mit Abstand oder auch ganz eng aneinander pflanzen, beides ist ihnen grundsätzlich recht. Je nachdem, welche Wirkung man erzielen möchte, ob eine lockere Reihe oder eine dichte Hecke, orientiert man sich an der maximalen Wuchsbreite, um den Pflanzabstand zu wählen.

Bauernhortensien wachsen meist so breit wie hoch. Sollen sie sich so gerade eben berühren, ist daher die maximale Wuchsbreite zugleich der richtige Abstand von Mitte Pflanzloch zu Mitte Pflanzloch.

Rispenhortensien wachsen häufig mehr aufrecht und weniger in die Breite. In der Regel ist hier die maximale Wuchsbreite daher auf dem Etikett auch mit angegeben.

Waldhortensien wachsen hingegen etwas hortensien-untypisch fast wie ein Gras in runden Horsten und werden recht schnell immer breiter. Man kann sie aber im Gegensatz zu den anderen Hortensienarten durch Abstechen verkleinern und so sehr gut „formen“. Daher ist ein Pflanzabstand von etwa 2 Metern für diese Arten ein gutes Durchschnitts-Maß für eine dichte, aber nicht ganz enge Heckenformation.

Die Pflege

Ansonsten gilt für Heckenformationen das gleiche, wie bei jeder Pflanzung und Pflege von Hortensien. Dazu habe ich bereits ausführliche Beiträge geschrieben, daher nur noch kurz zur Erinnerung: Beste Pflanzzeit ist Frühjahr und Herbst, Wässern vorher und nachher, Pflanzloch groß genug ausheben und die Erde evtl. aufbessern, in der ersten Saison auf genügend und gezielte Wassergaben achten, je nach Art den unterschiedlichen Schnitt beachten.

Viele Grüße

Eure Hortensia

Januar: Hortensien ohne Torf müssen anders gepflegt werden

Zum Schutz der Moore erscheint es sinnvoll, den Torfverbrauch für Pflanzerden zu reduzieren. Tatsächlich gibt es inzwischen torffrei produzierte Hortensien und natürlich jede Menge torffreie Substrate im Handel. Allerdings brauchen Hortensien in torffreiem Boden eine andere Pflege als solche mit Torfboden. Torffreie Substrate sind in aller Regel ein ganzes Stück arbeitsintensiver und teurer. Wir erklären, warum.

Hortensia Hydrangea Hortensien Erde Topfen Pflanzen torffreiIm professionellen Gartenbau spricht man nicht von Erde, sondern von Substrat. Es handelt sich um Mischungen aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten können pflanzlich sein, dazu gehören Humus, verschiedene Pflanzenfasern und eben Torf. Oder sie sind mineralisch, wie etwa Blähton, Kalk oder Perlite. Aus diesen Kategorien entstehen Substrat-Mischungen. Diese passt jedes Unternehmen ganz individuell seinen Anforderungen an. Es hängt zuallererst natürlich von der Art der Weiterlesen

Januar/Februar: Im Winter das Gießen nicht vergessen

Hortensie Hydrangea Überwintern Gießkanne Gießen macrophylla BauernhortensieAuch im Winter kann es nötig sein, die Hortensien draußen oder im Winterquartier zu gießen. Warum und wie viel, darum geht es diesmal.

Warum auch jetzt gießen?

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Winter dementsprechend ihre Blätter. Aber die Verdunstung von Wasser hört nicht komplett auf. Deshalb müssen Hortensien auch während der dunklen Monate immer etwas neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Im Beet ist das meistens kein Problem, da ist im Weiterlesen

Januar: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Januar.

Und alles Gute für das neue Jahr!

  • Schon austreibende Knospen bei Frost abdecken
  • Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz
  • Zimmer-Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen
  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Im Winterquartier auf Schädlinge achten

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

November: Wenn’s viel regnet, aufgepasst

Viel Regen, wenig Verdunstung – das kommt im Herbst und Winter häufig vor und kann unseren eigentlich so durstigen Hortensien gehörig an die Wurzeln gehen. Bei zu viel Nässe faulen diese nämlich. Dagegen können wir Hortensien-Eltern aber durchaus etwas tun.

Den meisten macht es nichts

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Oktober: Weiterhin Gießen ist wichtig

Hortensienbesitzer sollten die Gießkanne auch im späteren Herbst nicht allzu weit wegstellen. Denn im Unterschied zu anderen Pflanzen brauchen Hortensien auch in den kalten Jahreszeiten laufend Wasser. Besonders auf Topfhortensien und frisch ins Beet gepflanzte sollte man ein Auge haben.

Gießkanne steht unter Hortensie

Die Gießkanne am besten in der Nähe lassen: Hortensien brauchen auch im Herbst Wasser.

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Hebst dementsprechend ihre Blätter. Aber die Weiterlesen

August in der Gärtnerei: Ein entscheidender Monat

Im privaten Hortensienbeet ist der August ein recht ruhiger Monat. Es gibt nicht viel zu tun. In einer Aufzucht-Gärtnerei hingegen ist es nur auf den ersten Blick ruhig, hinter den Kulissen sieht das ganz anders aus.

Die spätsommerliche Ruhe auf den Feldern trügt: Der Profi-Gärtner hat jetzt einiges zu tun.

Der August, so kann man im Gespräch mit Hortensiengärtnern lernen, ist in einem Aufzuchtbetrieb auf der einen Seite so ziemlich der ruhigste Monat im gesamten Jahr. Jetzt wird hier nichts geschnitten, nichts gerückt. Es werden um diese Jahreszeit weniger Mitarbeiter benötigt, nur wenige sieht man auf den Feldern. In reinen Hortensiengärtnereien nehmen daher jetzt viele Mitarbeiter ihren Urlaub. Die verbleibenden sind zumeist mit Unkraut jäten beschäftigt oder es werden allgemeine Aufräum- und Reparaturarbeiten im Betrieb erledigt.

Aber das ist nur die eine Seite. Denn wo es um die Anzucht neuer Pflanzen geht, die im nächsten Jahr verkauft werden sollen, ist der August auch ein sehr entscheidender Monat für die Qualität. Die Hortensien stehen jetzt in Reih und Glied auf dem Feld und müssen vor allem eins: kontrolliert wachsen, sich gut verzweigen und stabile Blüten ansetzen. Deshalb ist der oder die Betriebsleiter/in jetzt enorm gefragt. Er oder sie muss täglich die Bestände auf mögliche Schädlinge hin prüfen und die Bodenfeuchte im Blick haben. Laufend werden zudem Bodenproben gezogen und analysiert. Die Gehalte der Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor müssen genauestens ausbalanciert werden, um die Pflanze optimal zu versorgen, aber auch nichts überzudosieren. Die Pflanze soll durchaus wachsen, aber auch nicht einfach in die Höhe schießen, sondern stabile Triebe bilden.

Je unbeständiger dabei das Wetter ist – wie in diesem Jahr – um so herausfordernder ist es, diese Balance zu halten. Ist es zu kalt, wachsen die Hortensien schlechter. Ist es heiß und trocken, muss viel gewässert werden. Dauerregen wiederrum lässt schädliche Pilze sprießen und macht das exakte Düngen sehr schwierig. Gartenbau, das ist eben wie ein Puzzle mit tausenden Teilen.

Einen schönen Spätsommer wünscht

Hortensia

 

Juni: Hitzewelle – so tun Sie Ihren Hortensien Gutes

Viele von Ihnen werden an besonders heißen Tagen beobachten, dass trotz gut feuchter Erde die Hortensien tagsüber „schlappen“. Zu Recht sorgen Sie sich in solchen sommerlichen Hitzephasen um Ihre Schützlinge. Denn hohe Temperaturen sind purer Stress für alle Arten, selbst für die Sonnenliebhaber wie Rispen- und Waldhortensien. Das hat mit der Wasserversorgung zu tun. Deshalb möchte ich Ihnen ein paar Infos an die Hand geben, was Sie Ihren Hortensien bei Hitze Gutes tun können.

Hitze Hortensie Tipp

Die Erde ist feucht aber oben schlappts? Die Verdunstung ist schuld.

Hitze – warum eigentlich ist sie ein solches Problem, selbst wenn man regelmäßig und richtig gießt? Und warum passiert das bei uns so gerne, während Hortensien in viel wärmeren Regionen das nicht haben? Das hat einen simplen Grund:

In unseren Breiten sind die Hortensien meist einfach nicht an diese „Durststrecken“ gewöhnt. Sie sind in unseren humosen Böden gut mit Stickstoff versorgt und bilden dann in den frischen Frühjahrszeiten viele große Blätter aus. Der Boden in südlichen Europa ist meist sandiger und der Sommer startet früher, daran haben sich die dortigen Hortensien mit teils kleineren und härteren Blattzellen gut angepasst. Bei uns aber kommen erst im Sommer die hohen Temperaturen und dann Weiterlesen

April: Dickmaulrüssler jetzt schon bekämpfen

Einer der hartnäckigsten Schädlinge an Hortensien im Garten ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Das ausgewachsene Tier zerfrisst „nur“ die Blätter der Pflanzen, die Larven aber zerstören derweil die Wurzeln. Sind genug Larven im Boden, kann die Pflanze davon absterben. Daher kann man am besten jetzt mit der Bekämpfung beginnen.

Da ist das Tierchen: Ein Gefurchter Dickmaulrüssler auf Nahrungssuche.

Das Schöne ist, dass sich Dickmaulrüssler wunderbar rein biologisch bekämpfen lassen. Die erwachsenen Käfer sollte man absammeln. Und zwar in der Dämmerung, denn die Tiere sind nachtaktiv. Gegen die Larven gibt es verschiedene Arten von Nematoden. Nematoden sind Fadenwürmer, die in die Larven eindringen, sich von ihnen ernähren und sie so töten. Die ersten Larven des Dickmaulrüsslers ist schon zeitig im Weiterlesen

Ganz schön teuer? Warum Hortensien kosten, was sie kosten.

Manchmal hat man Glück und kann Hortensien unter 10 Euro kaufen, die meisten liegen aber weit darüber. „Ganz schön teuer“, sagt sich da mancher Pflanzenfreund. Damit ihr einschätzen könnt, ob der Preis gerechtfertigt ist, möchte ich euch heute vorstellen, welchen Aufwand es bedeutet, eine schöne Hortensie heranzuziehen.

450 Tage Pflege – Teil 1: Stecklinge
Hortensie Steckling VermehrungDie Geburt einer Hortensie im Gartenbau beginnt im Frühjahr oder Sommer. Dann werden von so genannten Mutterpflanzen Stecklinge geschnitten und im Gewächshaus bewurzelt. Dabei müssen von Hand die guten Triebe einzeln geschnitten, zwischengelagert und später in Erde gesteckt werden. Und weil wir da allein in Deutschland von einigen Weiterlesen