Juni: Hitzewelle – so tun Sie Ihren Hortensien Gutes

Viele von Ihnen werden an besonders heißen Tagen beobachten, dass trotz gut feuchter Erde die Hortensien tagsüber „schlappen“. Zu Recht sorgen Sie sich in solchen sommerlichen Hitzephasen um Ihre Schützlinge. Denn hohe Temperaturen sind purer Stress für alle Arten, selbst für die Sonnenliebhaber wie Rispen- und Waldhortensien. Das hat mit der Wasserversorgung zu tun. Deshalb möchte ich Ihnen ein paar Infos an die Hand geben, was Sie Ihren Hortensien bei Hitze Gutes tun können.

Hitze Hortensie Tipp

Die Erde ist feucht aber oben schlappts? Die Verdunstung ist schuld.

Hitze – warum eigentlich ist sie ein solches Problem, selbst wenn man regelmäßig und richtig gießt? Und warum passiert das bei uns so gerne, während Hortensien in viel wärmeren Regionen das nicht haben? Das hat einen simplen Grund:

In unseren Breiten sind die Hortensien meist einfach nicht an diese „Durststrecken“ gewöhnt. Sie sind in unseren humosen Böden gut mit Stickstoff versorgt und bilden dann in den frischen Frühjahrszeiten viele große Blätter aus. Der Boden in südlichen Europa ist meist sandiger und der Sommer startet früher, daran haben sich die dortigen Hortensien mit teils kleineren und härteren Blattzellen gut angepasst. Bei uns aber kommen erst im Sommer die hohen Temperaturen und dann geht die Verdunstung über die üppigen, weichen Blätter der Hortensien so schnell, dass die Pflanze über ihre Wurzeln nicht zügig genug ausreichend Wasser nach oben bis in die Blüten transportiert bekommt, um den Wasserverlust auszugleichen. Dann „schlappt“ die Pflanze. Zum Glück sind Hortensien so robust, dass sie sich dann meist über Nacht wieder aufrichten. Dennoch ist dieser „Durst“ natürlich sehr unangenehm und stressig, wie beim Menschen auch. Und jeder Stress macht Pflanzen anfälliger für zum Beispiel Schädlinge. Daher macht es Sinn, den Hortensien mit ein paar Tricks die Hitzewelle zu erleichtern.

 

Tipp 1: Auch Sonnenkinder tragen Schirm

Sonnenschirm schützt Hortensie vor HitzeAn heißen Sommertagen wird belohnt, wer sich um einen optimalen Standort für seine Hortensien gekümmert hat. Man kann es nicht oft genug sagen: Alle Hortensienarten bevorzugen Halbschatten. Auch die „Sonnenkinder“ unter den Hortensien wie die Arten Hydrangea arborescens (Deutsche Namen: Waldhortensie, Schneeballhortensie) und Hydrangea paniculata (Deutsche Namen: Rispenhortensie, Fliederhortensie). Sie kommen mit mehr Sonne klar, aber irgendwann ist auch ihre Verdunstungs-Grenze erreicht.

Wer mit dem Gießen nicht nachkommt oder sieht, dass die Hortensie leidet, sollte im Hochsommer Kübel in den Halbschatten rücken. Und wer die Möglichkeit hat, ein Sonnensegel übers Beet zu spannen oder einen Schirm in den Blumenkübel zu stecken, braucht sich nicht albern vorzukommen.

Tipps 2: Abends viel und morgends nachlegen

Gießkanne Hortensie Gießen Hitze

Wer Hortensien hat, sollte die Gießkanne bei großer Hitze nie weit weg stellen.

Beim Gießen geht es jetzt darum, dass die Hortensie über den ganzen Tag hinweg ausreichend Wasser hat. Deshalb gießt man an besonders heißen Tagen am besten in zwei Schritten: Abends sollte man sozusagen für die Hortensie gießen, morgens für das feuchte Erdreich als weiteren Nachschub.

Abends zu gießen heißt, wassersparend zu gießen. Jetzt verdunstet das Wasser nicht schon halb, bevor es die Pflanze überhaupt aufnehmen kann. Die Nacht kann die Pflanze gut nutzen, um ihre Wasserspeicher wieder prall zu füllen. Daher sollten Sie abends sehr kräftig und durchdringend gießen. Das heißt: bis es beim Kübel unten wieder herausläuft bzw. im Beet ruhig 5 Liter pro 20 cm Pflanzenhöhe. Und achten sie darauf, dass das Wasser auch wirklich in dem Bereich ankommt, in dem die Wurzeln stehen. Gerade bei frisch gepflanzten Hortensien geht schnell das meiste Wasser in die lockere Umgebungserde, statt in den kompakten Wurzelballen. Von daher immer mittig in die Pflanze hineingießen, dicht am Boden und in mehreren Schüben, damit nicht alles Wasser seitlich wegläuft.

Hortensie schlappt Tipps Wanne

„Schlaffis“ ab in die Badewanne!

Wer seine Hortensie in einem kleineren Topf stehen hat, kann diesen auch gut alle zwei Tage „tauchen“. Also die Hortensie in eine Wanne oder einen Eimer voll Wasser stellen, so dass der Wurzelballen ganz unter Wasser ist. Nun etwa eine Stunde lang darin stehen lassen, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Dann hat das Erdreich seine maximale Wassermenge aufgenommen und der Topf kann wieder an seinen normalen Standort gestellt werden. Wer Ton-Übertöpfe hat, diese gleich mit tauchen – auch Ton nimmt Wasser auf. Die Hortensien aber nie über einen längeren Zeitraum im Wasser stehen lassen, denn Staunässe schädigt ruckzuck die Wurzeln.

Früh am morgen dann hat die Pflanze schon reichlich von dem zur Verfügung stehenden Wasser aus dem Erdreich herausgesogen. Nun können Sie sehr gut nochmals eine geringere Menge Wasser nachgießen, so dass die Erde wieder gut feucht ist. Vorsicht: Schlammig darf die Erde aber wegen besagter Staunässe nicht dauerhaft werden. Prüfen Sie also (besonders bei Kübelhortensien), ob die Erde eventuell doch noch sehr nass ist. Ist sie schon abgetrocknent, wie gesagt etwas nachgießen. So hat die Pflanze ein Reservoire für den Tag. Und die Feuchtigkeit, die durch die Tageswärme nun aus dem Erdreich verdunstet, bringt der Hortensie hilfreiche Kühle. Wer es morgens nicht schafft, kann natürlich auch tagsüber nachgießen. Und steht die Hortensie im Schatten und zeigt akuten Wassermangel trotz feuchter Erde, können Sie auch die Blätter mal nass machen, um die Verdunstung zu verringern. Steht sie hingegen in der Sonne, bitte nicht über die Blüten und Blätter hinweg, um Verbrennungen zu vermeiden.

Tipp 3: Wind trocknet zusätzlich aus

Wind – noch dazu warmer bei hohen Temperaturen – trocknet bekanntlich aus. Siehe Fön. Um die Verdunstung der Pflanze über die Blätter und damit das oben beschriebene Phänomen des „Schlappens“ zu verringern, hilft ein Windschutz für die Pflanze. Im Beet kann dies eine andere Kübelpflanze sein, die vorübergehend davorgestellt wird. Oder ein seitlich gelegter Sonnenschirm. Ein Stuhl mit einem darübergehängten Handtuch…

Hortensien im Kübel können genauso geschützt werden. Oder man stellt sie eben vorübergehend an einen windgeschützteren Platz.

Tipp 4: Mauern und dunkle Pflanzkübel

Besonders heiß wird es immer vor Mauern, z.B. auf Balkonen, und unter Vordächern. Hier hilft neben einem Sonnenschutz auch eine abendliche Wasserdusche für die Wand, damit diese schneller abkühlt. Ich weiß, das ist jetzt nicht gerade wassersparend und sollte daher nur im Einzelfall mal gemacht werden.

Auch dunkle Pflanzkübel heizen sich stark auf. Das kann – neben der höheren Verdunstung – auch noch die Wurzeln schädigen. Also ab in den Schatten damit.

Nun denn, so weit meine Tipps. Ich hoffe, Sie und Ihre Hortensien kommen gut durch die heiße Zeit.

Ihre Hortensia

 

April: Dickmaulrüssler jetzt schon bekämpfen

Einer der hartnäckigsten Schädlinge an Hortensien im Garten ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Das ausgewachsene Tier zerfrisst „nur“ die Blätter der Pflanzen, die Larven aber zerstören derweil die Wurzeln. Sind genug Larven im Boden, kann die Pflanze davon absterben. Daher kann man am besten jetzt mit der Bekämpfung beginnen.

Da ist das Tierchen: Ein Gefurchter Dickmaulrüssler auf Nahrungssuche.

Das Schöne ist, dass sich Dickmaulrüssler wunderbar rein biologisch bekämpfen lassen. Die erwachsenen Käfer sollte man absammeln. Und zwar in der Dämmerung, denn die Tiere sind nachtaktiv. Gegen die Larven gibt es verschiedene Arten von Nematoden. Nematoden sind Fadenwürmer, die in die Larven eindringen, sich von ihnen ernähren und sie so töten. Die ersten Larven des Dickmaulrüsslers ist schon zeitig im Weiterlesen

März – Hortensien als Hecken

Wie gut lassen sich Hortensien eigentlich als Heckenpflanzen verwenden? Sehr gut, lautet die Antwort, allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten. Ich habe einmal die Vor- und Nachteile von Hortensien als Heckenpflanzen zusammengefasst.

Die Langlebigkeit

Hortensia Hortensien Hecke Ein erster großer Vorteil von Hortensien ist, dass sie viele Jahre, teils Jahrzehnte alt werden. Da es Gehölze sind. Wer also eine Hortensienhecke anlegt, hat lange Zeit etwas davon. Voraussetzung dafür ist, die richtige Art und Sorte für den gewünschten Standort auszuwählen. Zum einen gibt es Arten, die mehr Sonne vertragen und solche, die unbedingt Halbschatten bekommen sollten. Zu Weiterlesen

Januar: Hortensien ohne Torf müssen anders gepflegt werden

Zum Schutz der Moore erscheint es sinnvoll, den Torfverbrauch für Pflanzerden zu reduzieren. Tatsächlich gibt es inzwischen torffrei produzierte Hortensien und natürlich jede Menge torffreie Substrate im Handel. Allerdings brauchen Hortensien in torffreiem Boden eine andere Pflege als solche mit Torfboden. Torffreie Substrate sind in aller Regel ein ganzes Stück arbeitsintensiver und teurer. Wir erklären, warum.

Hortensia Hydrangea Hortensien Erde Topfen Pflanzen torffreiIm professionellen Gartenbau spricht man nicht von Erde, sondern von Substrat. Es handelt sich um Mischungen aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten können pflanzlich sein, dazu gehören Humus, verschiedene Pflanzenfasern und eben Torf. Oder sie sind mineralisch, wie etwa Blähton, Kalk oder Perlite. Aus diesen Kategorien entstehen Substrat-Mischungen. Diese passt jedes Unternehmen ganz individuell seinen Anforderungen an. Es hängt zuallererst natürlich von der Art der Weiterlesen

Januar/Februar: Im Winter das Gießen nicht vergessen

Hortensie Hydrangea Überwintern Gießkanne Gießen macrophylla BauernhortensieAuch im Winter kann es nötig sein, die Hortensien draußen oder im Winterquartier zu gießen. Warum und wie viel, darum geht es diesmal.

Warum auch jetzt gießen?

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Winter dementsprechend ihre Blätter. Aber die Verdunstung von Wasser hört nicht komplett auf. Deshalb müssen Hortensien auch während der dunklen Monate immer etwas neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Im Beet ist das meistens kein Problem, da ist im Weiterlesen

Januar: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Januar.

Und alles Gute für das neue Jahr!

  • Schon austreibende Knospen bei Frost abdecken
  • Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz
  • Zimmer-Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen
  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Im Winterquartier auf Schädlinge achten

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

November: Wenn’s viel regnet, aufgepasst

Viel Regen, wenig Verdunstung – das kommt im Herbst und Winter häufig vor und kann unseren eigentlich so durstigen Hortensien gehörig an die Wurzeln gehen. Bei zu viel Nässe faulen diese nämlich. Dagegen können wir Hortensien-Eltern aber durchaus etwas tun.

Den meisten macht es nichts

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Oktober: Weiterhin Gießen ist wichtig

Hortensienbesitzer sollten die Gießkanne auch im späteren Herbst nicht allzu weit wegstellen. Denn im Unterschied zu anderen Pflanzen brauchen Hortensien auch in den kalten Jahreszeiten laufend Wasser. Besonders auf Topfhortensien und frisch ins Beet gepflanzte sollte man ein Auge haben.

Gießkanne steht unter Hortensie

Die Gießkanne am besten in der Nähe lassen: Hortensien brauchen auch im Herbst Wasser.

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Hebst dementsprechend ihre Blätter. Aber die Weiterlesen

August in der Gärtnerei: Ein entscheidender Monat

Im privaten Hortensienbeet ist der August ein recht ruhiger Monat. Es gibt nicht viel zu tun. In einer Aufzucht-Gärtnerei hingegen ist es nur auf den ersten Blick ruhig, hinter den Kulissen sieht das ganz anders aus.

Die spätsommerliche Ruhe auf den Feldern trügt: Der Profi-Gärtner hat jetzt einiges zu tun.

Der August, so kann man im Gespräch mit Hortensiengärtnern lernen, ist in einem Aufzuchtbetrieb auf der einen Seite so ziemlich der ruhigste Monat im gesamten Jahr. Jetzt wird hier nichts geschnitten, nichts gerückt. Es werden um diese Jahreszeit weniger Mitarbeiter benötigt, nur wenige sieht man auf den Feldern. In reinen Hortensiengärtnereien nehmen daher jetzt viele Mitarbeiter ihren Urlaub. Die verbleibenden sind zumeist mit Unkraut jäten beschäftigt oder es werden allgemeine Aufräum- und Reparaturarbeiten im Betrieb erledigt.

Aber das ist nur die eine Seite. Denn wo es um die Anzucht neuer Pflanzen geht, die im nächsten Jahr verkauft werden sollen, ist der August auch ein sehr entscheidender Monat für die Qualität. Die Hortensien stehen jetzt in Reih und Glied auf dem Feld und müssen vor allem eins: kontrolliert wachsen, sich gut verzweigen und stabile Blüten ansetzen. Deshalb ist der oder die Betriebsleiter/in jetzt enorm gefragt. Er oder sie muss täglich die Bestände auf mögliche Schädlinge hin prüfen und die Bodenfeuchte im Blick haben. Laufend werden zudem Bodenproben gezogen und analysiert. Die Gehalte der Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor müssen genauestens ausbalanciert werden, um die Pflanze optimal zu versorgen, aber auch nichts überzudosieren. Die Pflanze soll durchaus wachsen, aber auch nicht einfach in die Höhe schießen, sondern stabile Triebe bilden.

Je unbeständiger dabei das Wetter ist – wie in diesem Jahr – um so herausfordernder ist es, diese Balance zu halten. Ist es zu kalt, wachsen die Hortensien schlechter. Ist es heiß und trocken, muss viel gewässert werden. Dauerregen wiederrum lässt schädliche Pilze sprießen und macht das exakte Düngen sehr schwierig. Gartenbau, das ist eben wie ein Puzzle mit tausenden Teilen.

Einen schönen Spätsommer wünscht

Hortensia

 

Ganz schön teuer? Warum Hortensien kosten, was sie kosten.

Manchmal hat man Glück und kann Hortensien unter 10 Euro kaufen, die meisten liegen aber weit darüber. „Ganz schön teuer“, sagt sich da mancher Pflanzenfreund. Damit ihr einschätzen könnt, ob der Preis gerechtfertigt ist, möchte ich euch heute vorstellen, welchen Aufwand es bedeutet, eine schöne Hortensie heranzuziehen.

450 Tage Pflege – Teil 1: Stecklinge
Hortensie Steckling VermehrungDie Geburt einer Hortensie im Gartenbau beginnt im Frühjahr oder Sommer. Dann werden von so genannten Mutterpflanzen Stecklinge geschnitten und im Gewächshaus bewurzelt. Dabei müssen von Hand die guten Triebe einzeln geschnitten, zwischengelagert und später in Erde gesteckt werden. Und weil wir da allein in Deutschland von einigen Weiterlesen