Februar: Hortensien richtig schneiden

Hortensien wollen geschnitten werden – wann und wie erklären wir hier.

Sobald die ersten milden Tage des Jahres sich ankündigen, kribbelt es Hortensienbesitzern meist in den Scheren. Aufräumen steht auf dem Programm. Man möchte, dass es losgeht im Garten. Doch man liest so viel Verschiedenes über das Schneiden von Hortensien – wann mache ich es denn nun? Und wie weit schneidet man sie herunter? Hier kommen die Antworten.

Die Antwort auf diese Fragen ist: Es kommt auf die Klimaregion an, in der man wohnt, und auf die Hortensiensorten, die man hat. Wir schauen uns das einmal näher an.

Wann kann ich schneiden?
Grundsätzlich werden Hortensien am besten im Frühjahr beschnitten statt im Herbst. In frische Schnittwunden kann Frost tiefer eindringen. Die dichten Zweige und alten Blüten bilden zudem den Winter über einen immerhin kleinen Wind- und Frostschutz. Und Tiere finden hier Winterverstecke. Einige Arten können schon Mitte bis Ende Februar geschnitten werden, am besten an frostfreien Tagen. Andere Arten sollten hingegen erst im späten Frühjahr, Ende April oder Anfang Mai geschnitten werden. Die nähere Erklärung hierzu folgt unten.

Wie schneide ich Hortensien?
Wie tief ich Hortensien zurückschneiden muss und kann, hängt zu allererst von der Art ab. Grundsätzlich gibt es vier Schnitt-Typen, in die sich Hortensien einteilen lassen.

Bauernhortensien erst schneiden, wenn die neuen Knospen gut zu sehen sind.

Schnitt-Typ 1
Bei Hortensien der Arten „Hydrangea macrophylla“ (auch Bauernhortensien genannt),  „Hydrangea anomala subsp. petiolaris“ (Kletter-Hortensie) und „Hydrangea aspera“ (Raublatt-Hortensien und Samthortensien) werden in der Regel nur die alten, vertrockneten Vorjahresblühten direkt über den neuen Knospenansätzen abgeschnitten. Denn diese Hortensienarten blühen am „alten“ Holz. Das heißt: Die Sträucher legen bereits im Herbst ihre Knospen für das nächste Jahr an. Schneidet man diese Hortensien nun im Frühjahr stärker zurück, schneidet man die neuen Blütenknospen mit ab und sie werden in diesem Jahr nicht blühen. Bei diesen Hortensien sollte man auch besser bis Ende April oder Anfang Mai warten mit dem Schnitt. Einerseits, weil man dann erst wirklich gut erkennen kann, an welchen Stellen die neuen Knospen austreiben und was vertrocknet ist. Andrererseits, weil man dann eventuellen Spätfrösten weniger Angriffsfläche bietet – wie gesagt, in frische Schnittwunden kann Frost sehr tief eindringen und Triebe und Knospen zum Absterben bringen.

Wohlgemerkt: Bei dieser Schnittanweisung geht es um die Schonung der Blütenknospen. Den Pflanzen selbst macht auch ein tieferer Rückschnitt nichts aus. Wird eine macrophylla oder aspera zu groß, kann man sie daher ruhig weiter zurückschneiden (muss dann natürlich einmal auf einige Blüten verzichten). Älteren, dicht gewachsenen Hortensien tut auch ein „Verjüngungsschnitt“ hin und wieder gut. Bei den strauchig wachsenden Hortensien wird dabei rund ein Drittel der Zweige knapp über dem Boden abgeschnitten, am besten die dicksten und ältesten. Auch bei der Kletterhortensie kann man Triebe weit zurück- oder wenn nötig ganz herausnehmen. Die Pflanze wird so zur Bildung neuer Triebe angeregt, die dann auch wieder mehr Blüten bilden.

TIPP: Wer die großblumigen Bauernhortensien liebt, sich wegen des Schneidens aber unsicher ist, sollte sich eine so genannte „remontierende“ Sorte zulegen, zum Beispiel eine „Everbloom“. Diese besonderen Hortensien blühen am alten und am neuen Holz – ihnen können auch späte Fröste oder ein tiefer Rückschnitt nichts anhaben.

Schnitt-Typ 2
Komplett bis knapp über den Boden zurückgeschnitten werden können die Hortensien der Arten „Hydrangea paniculata“ (Rispenhortensie) und „Hydrangea arborescens“ (Waldhortensien, auch Schneeball-Hortensien genannt). Und zwar so, dass immer mindestens ein Knospenansatz pro Trieb bestehen bleibt, besser zwei bis drei. Diese Hortensienarten legen erst im Frühjahr ihre Blütenknospen an den dann neu wachsenden Trieben an. Der komplette Rückschnitt ist nicht jedes Jahr nötig, wenn der Busch größer werden soll. Er regt jedoch die Blütenbildung an. Und werden die Triebe nach ein paar Jahren zu lang, können sie umfallen – spätestens dann sollte man kräftig einkürzen. Damit Rispen- und Waldhortensien genug Zeit haben, ihre Blüten auszubilden, sollten diese Arten im zeitigen Frühjahr geschnitten werden, bevor der Neuaustrieb beginnt. Also je nach Witterung am Standort ab Februar.

TIPP: Ausnahmen sind die Rispen-Hortensien-Sorten „Praecox“ und „Dharuma“ – sie blühen ebenfalls am alten Holz und werden nach Schnitt-Typ 1 behandelt.

Rispenhortensie vor dem Februar-Schnitt

Rispen-Hortensie nach dem Februar-Schnitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnitt-Typ 3
Es gibt auch eine Hortensie, die möglichst gar nicht geschnitten werden sollte: „Hydrangea quercifolia“ (Eichblatt-Hortensie). Sie wächst sonst oft nur sehr unschön weiter. Daher sollten auch hier im späteren Frühjahr lediglich vertrocknete oder erfrorene Pflanzenteile und die Vorjahresblüten herausgenommen werden.

Februar: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Februar.

  • Hortensien richtig schneiden
  • Winterschutz an warmen Tagen lüften
  • Staunässe im Beet abhelfen
  • Schädlinge im Winterquartier – was tun?
  • Ab Monatsende dürfen Zimmerhortensien einziehen

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

Willkommen bei Hortensia

Hortensien – um diese wunderschönen Blumen dreht sich alles in diesem Blog. Die Infos, die hier zu finden sind, stammen direkt von Hortensien-Profis. Darunter sind Gartenbaubetriebe, die Hortensien züchten und vermehren, Pflanzenschutz-Experten und Forscher aus gartenbaulichen Versuchsanstalten. Die Informationen werden hier gesammelt und aufgeschrieben unter dem internationalen Namen der Pflanze, die uns alle verbindet: Hortensia.

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Ihre Hortensia

Januar/Februar: Im Winter das Gießen nicht vergessen

Gießkanne Hortensie Gießen HitzeAuch im Winter kann es nötig sein, die Hortensien draußen oder im Winterquartier zu gießen. Warum und wie viel, darum geht es diesmal.

Warum auch jetzt gießen?

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Winter dementsprechend ihre Blätter. Aber die Verdunstung von Wasser hört nicht komplett auf. Deshalb müssen Hortensien auch während der dunklen Monate immer etwas neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Im Beet ist das meistens kein Problem, da ist im Winter in der Regel eher zu viel als zu wenig Feuchtigkeit vorhanden (zur Ausnahme Jungpflanzen siehe nächster Abschnitt). Aber im Kübel trocknet die Erde leicht aus. Besonders, wenn Weiterlesen

Januar: Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen

Hortensia Trio Hortensie PellensEs dauert nun nicht mehr lange, dann stehen die ersten Zimmerhortensien in den Geschäften. Und wir greifen gerne zu, weil wir uns doch jetzt alle nach frischen Blüten, nach Farbe und Pflanzenduft sehnen. Nicht umsonst ist am 10. Januar der „Tag der Zimmerpflanze“. Ich rate jedoch dazu, Hortensien erst ab Ende Februar zu kaufen. Oder eine Pflanzenleuchte einzusetzen.

Auch wenn es in den Fingern kribbelt. Auch wenn die Hortensien im Geschäft toll aussehen. Auch wenn sich womöglich jetzt jemand vom Handel auf den Schlips getreten fühlt. Derart früh im Jahr sind Hortensien im Haus ohne spezielle Zusatzbeleuchtung einfach nicht lange haltbar. Wohlgemerkt: Grundsätzlich sind Hortensien durchaus wunderbare Zimmerpflanzen, nur eben noch nicht im Januar. Weiterlesen

Januar: Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz

Ein frohes neues Jahr, liebe Hortensienfreunde! Ich hoffe, Sie sind und Ihr seid alle gut durch die Feiertage gekommen und habt ein erfolgreiches, buntes Gartenjahr vor euch!  Meines hat bereits wieder angefangen, denn ich wohne am sehr, sehr milden Niederrhein. Da kann man zum Beispiel jetzt aus dem abgeschmückten Weihnachtsbaum einen wunderbaren Kälteschutz machen.

Artischocken Winterschutz Sortengarten TannenzweigeDas ist bei mir in der Region noch nicht zu spät, denn hier besteht der Winter inzwischen meist aus grauem Himmel, Nässe und Temperaturen um die 10 Grad. „Üsselwetter“ sagt man bei uns. Frost kommt aber dummerweise dann meist auch noch. Ende Februar oder Anfang März, wenn die Hortensien schon ausgetrieben haben und die Knospen besonders empfindlich sind. Kann man dann natürlich so gar nicht gebrauchen. Daher eben jetzt die Sache mit dem Weihnachtsbaum.

Sobald die Christbaumkugeln verpackt sind und der Tannenbaum nach draußen verfrachtet, schnappe ich mir immer die Astschere und Weiterlesen

Januar: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Januar.

  • Schon austreibende Knospen bei Frost abdecken
  • Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz
  • Zimmer-Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen
  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Im Winterquartier auf Schädlinge achten

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

Dezember: Gefahr durch „Graue Watte“ im Winterquartier

Er sieht aus wie weiß-gräuliche Watte, überzieht vor allem Knospenansätze und trägt den unmöglichen Namen „Botrytis“: Ein Schimmelpilz. Er ist einer der größten Feinde jedes Hortensiengärtners, denn er mag es kühl und feucht und tritt daher besonders gerne in scheinbar geschützten Winterquartieren auf.

Schimmel Botrytis an Hortensienknospe hortensien.eu

Der Botrytis-Pilz setzt sich auf Knospen und lässt sie absterben.

Botrytis, die Knospenfäule, auch Grauschimmel genannt. Wenn sie zuschlägt, trocknen Blatt- und Blütenknospen ein, so dass im nächsten Frühjahr nichts mehr austreiben. Der Schimmelpilz schlägt seine Wurzeln in das Pflanzengewebe und ernährt sich von den Pflanzensäften. Das besonders Unangenehme ist, dass er überall in der Natur vorkommt und sich als Sporen unauffällig in den Pflanzen einnisten kann. Und wenn dann das Kleinklima für ihn passt, wächst er und breitet sich innerhalb von Stunden rasant über die Knospen unserer Hortensien aus. Gerade die typischen „geschützten“ Winterquartiere wie Garagen oder Kellerräume sind für ihn die perfekte Umgebung: Frostfrei, aber schön kühl, und nicht regennass, aber doch gut feucht, außerdem eher windgeschützt.

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Dezember: Nachhaltig Verpacken mit Hortensien-Deko

An alle lieben Nikoläuse, Weihnachtsmänner und Christkinder dort draußen. An alle, die dabei sind, große und kleine Geschenke für die Lieben, für Nachbarn oder Freunde zu verpacken. Nachhaltigkeit liegt den meisten von uns am Herzen. Daher habe ich diesmal Ideen für Geschenkverpackungen gesammelt, die zumindest ein Stück weit nachhaltig sind. Und die natürlich auch etwas mit Hortensien zu tun haben, wie Sie im letzten Abschnitt sehen werden, denn schließlich sind wir hier bei Hortensia. Ich gebe zu, es sind alles keine noch nie gehörten Wundertipps, aber vielleicht finden Sie Dies oder Das doch ganz spannend.

Mehrweg mit Pfiff

Das üble an der üblichen Verpackung mit buntem Industrie-Geschenkpapier, Kunststoff-Bändern und Plastik-Schleifen ist natürlich, dass alles nach kurzer Zeit im Müll landet. Um das zu vermeiden, sind jegliche wiederverwendbaren Weiterlesen

Dezember: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Dezember.

  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Das Winterquartier auf weiß-wolligen Pilzbefall kontrollieren
  • Den Winterschutz nachsehen: Sitzt noch alles wind- und wetterfest?
  • DIY: Geschenke nachhaltig verpacken und mit Hortensienblüten besonders dekorieren

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.