April: Tote Äste, ab damit – oder besser nicht?

Bei Hortensien nicht so früh zur Schere greifen

Viel totes Geäst? Meistens doch nicht...

Viel totes Geäst? Meistens doch nicht…

„Meine Bauernhortensie hat den Winter nicht überstanden, lauter tote Äste – ich habe sie erst mal kräftig zurückgeschnitten.“ Wer diesen Satz für sich unterschreiben kann, den müssen wir leider jetzt ein wenig erschrecken. Denn vermutlich habt ihr zu früh zur Schere gegriffen und eure Hortensie unnötig heruntergeschnitten.

Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) verlangen von ihren Besitzern mitunter etwas, was im Frühling besonders schwer fällt: Geduld. Denn einige Sorten treiben erst sehr spät aus und sehen im Vergleich zu anderen Sorten, die direkt daneben stehen, dann wie tot aus. Das bei anderen Pflanzen erfolgreich angewendete Konzept „Ich schneid sie mal kräftig zurück, vielleicht treibt sie dann wieder durch“, wird dann ausprobiert – und versaut einem mindestens das laufende Hortensienjahr. Dann blüht die Hortensie definitiv nicht. Und die kurzen Aststummel sind im nächsten Winter so anfällig, dass die Dame dann womöglich wirklich eingeht.

Tote Äste, ab damit? Besser nicht, denn bei genauerem Hinsehen...

Tote Äste, ab damit? Besser nicht, denn bei genauerem Hinsehen…

Oft kommt es auch vor, dass ein Ast völlig trocken aussieht, er es aber gar nicht ist. Dazu haben wir mal ein paar Bilder gemacht. Man sieht dort lange, von der Sonne ausgebleichte Äste – und dann ganz unerwartet in einer Astgabelung doch plötzlich wieder einen kleinen Austrieb. Vor zwei Wochen hätte man ihn noch gar nicht gesehen und den ganz Ast gnadenlos abgeschnitten. Vollkommen unnötig und zum Schaden der Pflanze.

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… treibt er in der Astgabelung doch wieder neu aus.

Fazit: Abwarten, abwarten, abwarten. Je nach Klimaregion und aktuellen Wetterverhältnissen mindestens bis Ende April, besser bis Anfang Mai, bevor man einen tiefen Rückschnitt ansetzt. Nur wenn die Blätter schon einige Zentimeter groß sind und man daher wirklich abschätzen kann, welche Triebe bis wohin sicher abgestorben sind, dürft ihr schon früher zur Schere greifen. Tote Triebspitzen sind übrigens bei Hortensien ganz normal und werden durch das Wachstum im aktuellen Jahr meist locker wieder ausgeglichen, so dass die Hortensie insgesamt weiter an Umfang zulegt.

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Geduld und ein tolles Hortensienjahr!

Bei Hortensien immer von den Astspitzen her nach unten überprüfen, wo der letzte Austrieb sitzt. Dann knapp darüber abschneiden.

Bei Hortensien immer von den Astspitzen her nach unten überprüfen, wo der letzte Austrieb sitzt. Dann knapp darüber abschneiden.

 

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6 Gedanken zu „April: Tote Äste, ab damit – oder besser nicht?

  1. Vielen, Vielen Dank.
    Meine Hortensie hat auch nur (tote Äste) und ich dachte schon, ich muss sie entsorgen. Jetzt weiß ich, sie treibt noch aus. Die ersten grünen Punkte sind auch schon zu sehen. Ich warte gern noch, ohne Eure Hinweise, wäre sie gestorben.

    • Liebe Frau Müller,
      es freut uns, das wir helfen konnten. Wir drücken die Daumen, dass die Gute jetzt kräftig wächst, wo endlich der Frühling kommt.
      Viele Grüße
      Ihre Hortensia

  2. Ich habe im Juni eine neue Endless Summer gekauft. Nach 2 Tagen nur waren die Blüten alle verblüht. Habe diese abgeschnitten. Nun sind (bis auf 1) Ast alle vertrocknet. Und keine Blätter mehr. Nur an 1 Ast sind ein paar Blätter und dieser ist grün… Ist die Pflanze noch zum retten für nächstes Jahr oder muss Sie weg ?

    • Hallo Ramona,
      das ist, ohne die Pflanze gesehen zu haben, sehr schwer zu sagen. Aber grundsätzlich sind Hortensien immer gut für eine Überraschung. Daher würde ich Ihnen raten, die Hortensie weiter zu pflegen und zu schauen, ob sie nochmals kommt. Ganz wichtig ist es aber hier nun natürlich, herauszufinden, warum die Hortensie so schnell verblüht ist und ihre Blätter verloren hat. Der häufigste Fehler ist, dass sie zu sonnig stehen. Oder vor einer Wand, die sehr heiß wird. Wenn das der Fall ist, stellen Sie sie besser an einen schattigeren Standort. Die zweite mögliche Ursache ist falsches Gießen. Es kann zu viel oder zu wenig gegossen worden sein. Bitte beim Gießen immer reichlich Wasser geben, damit der Ballen wirklich komplett durchfeuchtet wird. Aber das überschüssige Wasser muss unbedingt ablaufen können, also bei einer Hortensie im Topf immer einen mit Loch nehmen und keine Untertöpfe darunterstellen. Staunässe lässt sofort die Wurzeln faulen.
      Viel Erfolg, ich drücke die Daumen.
      Ihre Hortensia

  3. Ich hatte eine Hortensie im Kübel, leider ohne Winterschutz und auch nicht gegossen. Die Äste sind alle trocken. Hab sie nun ausgetopft und in Wasser gestellt. Dann wieder eingepflanzt. Ist an einen Neuaustrieb zu denken? Was könnte ich noch tun?

    • Hallo Claudia,
      das klingt leider so, als wäre die Hortensie den Winter über erfroren oder vertrocknet. Wenn bis jetzt noch gar keine Blätter gekommen sind, dann wird sie leider nicht mehr austreiben. Trösten Sie sich damit, dass Sie bei Weitem nicht allein sind: in diesem besonders harten Winter sind viele Hortensien in Töpfen erfroren bzw. verdurstet. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt besser, denn man lernt ja immer dazu. Ich hoffe, Sie geben nicht auf und legen sich eine neue Hortensie zu.
      Viele Grüße
      Hortensia

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