Jetzt darf gepflanzt werden – so geht es

Die Eisheiligen sind endlich vorbei und mit ihnen auch die typische Zeit der Nachfröste. Damit fällt der Startschuss für Neupflanzungen: Sobald die Temperaturen nicht mehr unter 5 Grad fallen, dürfen neu gekaufte Hortensien dauerhaft nach draußen. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie es Ihrer Hortensie gemütlich machen können.

 

Der richtige Standort

Wer robuste und schöne Pflanzen ohne unnötigen Pflegeaufwand haben möchte, sollte sich an ihre Standort-Ansprüche halten. Pflanzen sind durch ihre Herkunft an bestimmte Standortbedingungen angepasst: Da geht es um Lichtverhältnisse, Bodenbeschaffenheiten, Luft- und Bodenfeuchte. Jedes „zu viel“ oder „zu wenig“ bedeutet immer eine besondere Anstrengung für die Pflanze. Natürlich können sich Pflanzen auch an nicht ganz ideale Bedingungen anpassen; manche Arten mehr, manche weniger gut. Aber fragen Sie sich selbst: Möchten sie lieber bei 10 Grad in ihrer Wohnung „überleben“, oder sich bei 23 Grad pudelwohl fühlen? Eine Pflanze in ungewohnter Umgebung wird eher geschwächt, blüht womöglich weniger oder gar nicht, ist anfällig für Krankheiten – da sind sie wie wir Menschen auch.

Die „klassischen“ Hortensien, also Hydrangea macrophylla, die Bauernhortensien, möchten Halbschatten. Das heißt: es darf ruhig auch mal für zwei, drei Stunden die Sonne hinkommen, aber nur vorübergehend und vor allem sollte es niemals die heiße Mittagssonne sein. Der Halbschatten ist für alle Hortensien-Arten der ideale Standort. Wer tieferen Schatten bepflanzen möchte, kann hier Waldhortensien (Hydrangea arborescens), Samthortensien (Hydrangea aspera) und Berghortensien (Hydrangea serrata) einsetzen. Für sonnigere Standorte wiederum können Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) oder erneut die Waldhortensien (Hydrangea arborescens) genommen werden.

Alle Hortensien benötigen zudem stets recht feuchte, aber nie nasse Erde. Der Boden sollte daher Regen- und Gießwasser gut halten, überschüssiges Wasser aber auch ableiten. Außerdem möchten Hortensien einen eher sauren, also eher kalkfreien Boden.

Hortensien können übrigens im Beet ebenso stehen wie im Kübel. Der Kübel macht in der Regel etwas mehr Arbeit, da in der Regel mehr gegossen und gedüngt werden und im Winter auf Winterschutz gegen Durchfrieren geachtet werden muss.

Erst Tauchen, dann Pflanzen

Frisch gesetzte Pflanzen können Nährstoffe und Wasser zunächst nur aus ihrem „alten“ Erdballen ziehen – logisch, nur dort sind Wurzeln. Um sicher zu sein, dass die Pflanze von Beginn an genug Wasser bekommt, sollte man diesen Wurzelballen vor dem Pflanzen für  – je nach Größe – etwa eine Stunde in einen Eimer Wasser stellen. So saugt er sich nochmal durchdringend voll. Ist er nämlich recht trocken, kann es leicht passieren, dass das Angießen nach dem Pflanzen erstmal gar nichts bringt: weil das Wasser dann nur nach außen wegfließt, aber nicht in den Wurzelballen eindringt. Wasser geht lieber zu Wasser, sozusagen.

Pflanzloch und Erde

Das Pflanzloch im Beet sollte etwa doppelt so breit und tief ausgehoben werden, wie der Wurzelballen der Hortensie ist. So ist die Erde rundum gut gelockert, Wurzeln finden leichter ihren Weg und überschüssiges Wasser kann wegsickern. Dieses Pflanzloch füllt man am besten mit Hortensien- oder Rhododendronerde auf bzw. mischt die Gartenerde mit solcher Erde. So hat die Erde den passenden, nämlich niedrigen pH-Wert, und die passenden Nährstoffe für ein gutes Einwurzeln. Gerne kann man die Hortensie auch in eine kleine Mulde pflanzen, so dass beim Gießen das Wasser nicht nach außen wegläuft. Und sollte doch mit der Zeit Erde nachrutschen und die Hortensie dann etwas „unter der Erde“ stehen, macht ihr das gar nichts.

Wässern

In den ersten Wochen nach dem Pflanzen ist das richtige Wässern der Hortensie besonders wichtig. Jetzt bildet die Hortensie erst nach und nach neue Wurzeln, die auch in das umgebende Erdreich führen. In den ersten Wochen muss man aufpassen, dass wirklich der kleine Erdballen in der Mitte ausreichend nass wird. Daher: Am besten mit einem Schlauch oder der Gießkanne direkt in die Pflanzenmitte gießen. Und außerdem lieber einmal am Tag ganz viel Wasser geben, damit es wirklich tief eindringt, statt mehrfach wenig. Die Hortensie merkt, ob in den tieferen Schichten Feuchtigkeit vorhanden ist. Ist es dort dauerhaft eher trocken, wird sie dorthin weniger Wurzeln bilden, ihr Wurzelwerk statt dessen oberflächlich seitlich ausweiten – und dann immer von frischen Wassergaben von oben abhängig sein. Das ist dann besonders in regenärmeren Sommerzeiten ungünstig.

„Sie wächst ja nicht!“

Zuletzt noch ein Tipp: Es ist normal, dass die Hortensie in den ersten Wochen am neuen Standort nicht „wie der Blitz“ wächst. Zunächst nutzt sie ihre Energie nämlich für die Bildung neuer Wurzeln, die sie ja für die Nährstoffversorgung benötigt. Nach einiger Zeit wächst sie dann auch oben schneller. Stellen Sie sich vor, Sie ziehen um. Vermutlich schließen Sie auch zunächst den Kühlschrank an und gehen Einkaufen, bevor Sie die Waschmaschine füllen, oder?

Viele Grüße und viel Erfolg!
Ihre und Eure Hortensia

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