November: Bücher über Hortensien

Es gibt reichlich gute Gründe dafür, jetzt mal (wieder) ein Buch über Hortensien in die Hand zu nehmen. Weil die bunten Blütenbilder unsere Stimmung heben. Weil es mit Kuscheldecke und Heißgetränk an kalten Tagen so gemütlich ist auf dem Sofa. Weil dann die Ideen kommen, was man im kommenden Jahr gestalten, einkaufen, umändern möchte.

Wir stellen daher, sortiert nach dem Jahr ihres Erscheinens, diesmal Hortensienbücher vor. Viele sind im Buchhandel erhältlich, andere müsste man eventuell bereits in einem Antiquariat oder einer Bibliothek suchen.

„Hydrangeas“ von Slade/Lane (2020)

Das Buch habe ich bisher nur im englischen Original gefunden, dennoch soll es hier genannt werden. Den größten Teil nehmen Beschreibungen von Sorten ein, immer eine Doppelseite ist für eine Sorte reserviert. Die Auswahl der Sorten ist natürlich an den Vorlieben des Herkunftslandes des Buches orientiert, also England. Dem deutschen Leser dürften einige Sorten daher nichts sagen, andere aber sind auch hier sehr beliebt. Beeindruckt haben mich aber vor allem die wunderschönen Fotografien von Georgianna Lane. Gerade in den Eingangskapiteln zur Geschichte, Anatomie und Handhabung von Hortensien sind die Fotos beeindruckend künstlerisch gestaltet. Ein schönes Buch für alle, die Bücher eben auch gerne anschauen und nicht „nur“ lesen möchten.

Autorin Naomi Slade ist laut Autoreninformation im Buch Journalistin, Designerin und Beraterin. Als Journalistin schreibt sie über Gärtnern und Lifestyle, als Designerin von Schaugärten hat sie bereits Preise gewonnen.

Georgianna Lane ist Fotografin mit Schwerpunkten auf Blumen, Gärten und Reisen.

„Hydrangeas. Beautiful varieties for home and garden.”; Verlag Pavilion; 239 Seiten; gebunden; ISBN 978-1-911641-23-0

 

„Hortensien-Gärten“ von Meidinger/Pelzer (2018)

Das Buch erzählt in elf Gartenreportagen und in umfangreichen Praxiskapiteln über die Ansprüche und Verwendung von Hortensien. Es kommen Fachleute wie Privatleute zu Wort und es werden aktuelle Hortensiensorten ausführlich vorgestellt. Die Texte sind sehr gut recherchiert und strukturiert und die Kombination mit den wunderschönen Fotos der Fotografin Evi Pelzer macht dieses Buch zu einem echten „Must-Have“ für Hortensienfans.

Kein Wunder: Die Autorin Martina Meidinger ist Landschaftsgärtnerin und selbstständig als Gartengestalterin tätig. Evi Pelzer fotografiert hauptberuflich vorwiegend Gärten für deutsche Gartenmagazine und Bücher.

„Hortensien-Gärten.“; Verlag Kosmos; 160 Seiten; gebunden; ISBN: 978-3-440-15959-0

 

„Faszination Hortensien“ von Vivian Pellens (2017)

Dieses Buch möchte vor allem zeigen, welche Gestaltungsmöglichkeiten Hortensien bieten. Es stellt verschiedene Gestaltungsstile von „romatisch&vintage“ über „naturnah“ bis „Asia-Style“ vor und benennt dazu passende Hortensiensorten. Die Sorten wurden bewusst so ausgewählt, dass sie robust und auch gut erhältlich sind. Es gibt Gestaltungsbeispiele für kleine wie große Beete, für Kübel auf Balkon und Terrasse, für Eingangsbereiche und Innenräume. Außerdem werden die Unterschiede der Hortensienarten und die richtige Pflege beschrieben.

Die Autorin Vivian Pellens ist gelernte Journalistin und inzwischen in einem der größten Hortensienbetriebe Deutschlands Zuhause, dem Familienunternehmen Pellens Hortensien.

„Faszination Hortensien.“; Verlag BLV; 110 Seiten; kartoniert; ISBN 978-3-8354-1673-4

 

„Hortensien. Farbenpracht für jeden Garten“ von Axel Gutjahr (2011)

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf der „Biologie der Hortensien“. Es wird ausführlich über den Aufbau und die verschiedensten Hortensienarten gesprochen, sowohl von den bekannten wie auch von im normalen Handel nicht erhältlichen Arten. Auch der Pflege widmet sich das Buch intensiv. Zudem gibt es Kapitel über die Geschichte der Hortensien, über passende Begleitpflanzen und Hortensiensorten (wobei einige davon inzwischen nicht mehr leicht zu bekommen sind).

Der Autor Axel Gutjahr ist laut Klappentext Autor zahlreicher Sachbücher mit botanischen und zoologischen Inhalten und hat Beiträge in unterschiedlisten Fachzeitschriften veröffentlicht.

„Hortensien. Farbenpracht für jeden Garten.“; Verlag avBUCH im Cadmos Verlag; 79 Seiten; kartoniert; ISBN: 978-3-8404-7902-1

 

„Hortensienatlas mit 1000 Farbportraits“ von Corinne Mallet (2008)

Das Buch ist eine Bildersammlung von Hortensiensorten und laut Klappentext mit 1000 Abbildungen „die größte Bildersammlung, die jemals über Hortensien zusammengestellt wurde.“ Die Fotos sind nach Hortensienarten in Kapitel sortiert, die jeweils mit einem kurzen Einführungstext über die Art in Französisch, Englisch und Deutsch beginnen. Eine beeindruckende Sammlung, die Hortensienliebhaber absolut zum Genießen einlädt. Als Buch zur Wissenserweiterung über die Handhabung von HortensienorfHo ist es aber ausdrücklich nicht gedacht. Auch zur Sortenauswahl oder gar Sortenbestimmung für den eigenen Garten ist es nicht unbedingt geeignet, da jede Hortensie nur mit einem Bild vertreten ist, die Wandelbarkeit der Blüten im Jahresverlauf also nicht nachvollzogen werden kann, und die Sorteneigenschaften auch nicht genannt werden. Dies sage ich nicht zur Kritik, denn das Buch hat schlicht einen anderen Anspruch.

Corinne Mallet betreut in Frankreich die umfangreichste Hortensiensammlung der Welt, erklärt der Klappentext über die Autorin. Sie hat mehrere Bücher und Fachartikel über Hortensien veröffentlicht.

„Hortensienatlas mit 1000 Farbportraits“; Verlag Eugen Ulmer; 207 Seiten; gebunden; ISBN: 978-2-84138-309-2

 

„Hortensien“ von Katharina Adams (2010)

Wie der Untertitel „Die schönsten Arten und Sorten“ schon sagt, geht es in diesem Buch zentral um die Vorstellung von Hortensiensorten. Zudem gibt es Kapitel über Pflanzung und Pflege. Eine Erstauflage erschien 2007 mit dem Untertitel „Die besten Arten und Sorten. Pflanzen und Pflegen“. Da das Buch schon zwölf Jahre alt ist, darf es nicht wundern, dass moderne Sorten natürlich nicht darin vorkommen können. Gerade in den letzten Jahren kamen ja zahlreiche neue Sorten auf den Markt. Zudem hat die Autorin schon beim Schreiben des Buches viele Sorten benannt, die auch damals schon schwer erhältlich waren, weil sie offenbar Besonderheiten vorstellen wollte. So bietet das Buch heute durchaus Einblicke in die Sortenvielfalt der Hortensien, eignet sich aber nicht (mehr), um damit seine Einkaufsliste zu gestalten.

Die Autorin ist laut Klappentext über die Entwicklung von Softwareprogrammen für Baumschulen und den Garten- und Landschaftsbau in die „Grüne Branche“ gekommen, hat sich als Mitglied mehrerer Pflanzengesellschaften weiteres „Grünes“ Wissen erworben und arbeitet freiberuflich für verschiedene Buch- und Zeitschriftenverlage.

„Hortensien. Die schönsten Arten und Sorten.“; BLV Buchverlag, 127 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-8354-0729-9

 

Oktober/November: Mehltau im Herbst – was muss ich tun?

Oft fällt er beim Einräumen ins Winterquartier plötzlich auf. Oder beim Schneiden von Blüten für die Herbstdekoration: weißlicher bis gräulicher Belag auf oder unter den Blättern unserer Hortensien. In aller Regel handelt es sich dabei um Mehltau. Was ist jetzt zu tun?

Der Mehltau-Belag entsteht aus Pilzen, die leider nicht nur unschön aussehen, sondern in die Blattzellen hineinwachsen und sich von den Pflanzensäften ernähren. Echter Mehltau wächst dabei auf den Blättern, bei starkem Befall auch auf Knospen, Blüten und Triebspitzen, und mag es heiß und trocken. Der falsche Mehltau hingegen ist unter den Blättern zu finden und liebt eine kühlere Witterung und hohe Luftfeuchte. Er tritt daher gerne auch noch mal verstärkt im Herbst oder im Hortensien-Winterquartier auf.

Doch ich habe gute Nachrichten: Unseren Hortensien ist ein Befall mit Mehltau im Herbst herzlich egal. Die Pflanzen brauchen jetzt bereits viel weniger Energie, lagern bereits Zuckerstoffe in ihren holzigen Teilen ein, bereiten sich auf den Laubabwurf vor oder werfen das Laub bereits ab. So „entsorgen“ Hortensien die Pilzrasen quasi alleine. Und da die Pilze nur auf lebenden Pflanzenteilen überleben können – da sie ja von den Säften abhängig sind, die diese produzieren – kann man das Laub sogar getrost kompostieren. Das bestätigt übrigens auch das Umweltbundesamt und gibt noch einen Tipp: Gerne das Pflanzenmaterial auf dem Kompost direkt mit Erde oder ähnlichem abdecken, dann können eventuell vorhandene Sporen nicht vom Wind weitergetragen werden. Das gilt rund ums Jahr, nicht nur im Herbst (https://www.umweltbundesamt.de/mehltaupilze-im-garten-haeufig-anzutreffen-haeufig#mehltaupilze-erkennen-und-abwehren).

Und noch eine gute Nachricht: Sie müssen sich auch nicht zu sehr sorgen, dass der Mehltau von den Hortensien auf andere Pflanzen „überspringt“. Wie gesagt ist „Mehltau“ ein Sammelbegriff für verschiedenste Pilzarten, und jede Art hat sich auf wenige Pflanzen spezialisiert. Der Mehltau von den Hortensien geht daher zum Beispiel nicht auf Gemüsepflanzen über.

Ihre und Eure Hortensia

Oktober: Weiterhin Gießen ist wichtig

Hortensienbesitzer sollten die Gießkanne auch im späteren Herbst nicht allzu weit wegstellen. Denn im Unterschied zu anderen Pflanzen brauchen Hortensien auch in den kalten Jahreszeiten laufend Wasser. Besonders auf Topfhortensien und frisch ins Beet gepflanzte sollte man ein Auge haben.

Gießkanne steht unter Hortensie

Die Gießkanne am besten in der Nähe lassen: Hortensien brauchen auch im Herbst Wasser.

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Hebst dementsprechend ihre Blätter. Aber die Verdunstung von Wasser hört trotzdem nicht komplett auf. Die Zellen der Stängel und die darin angelegten Knospen brauchen weiterhin Nährstoffe zum Überleben und diese werden über den Wasserkreislauf transportiert. Deshalb müssen Hortensien auch während der dunklen Monate immer etwas neues Wasser plus Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen.

Dosierung jetzt besonders wichtig

Wer seine Hortensientöpfe im Herbst geschützt aufstellt, sollte besonders regelmäßig nachsehen, ob genug Regen bis auf die Erde kommt. In überdachten Bereichen muss dementsprechend auf jeden Fall gegossen werden. Auch noch frisch im Spätsommer oder Herbst gepflanzte Hortensien im Beet sollten im Auge behalten werden, da ihr Wurzelwerk noch nicht so weit und tief reicht und so ein Wassermangel entstehen kann, auch wenn die Erde im weiteren Umkreis noch recht feucht ist.

Und Vorsicht: Jetzt muss besonders auf die Dosierung geachtet werden. Zwar soll die Erde bis unten im Kübelboden feucht werden– aber niemals dürfen die Wurzeln länger richtig nass stehen, sonst faulen sie. Daher unbedingt schauen, dass der Ablauf des Topfes nicht durch Styropor-Unterlagen oder Folien vom Winterschutz verschlossen wird.

Eine schöne Herbstzeit wünscht

Hortensia

Oktober: Edles Windlicht selbst gemacht

Hortensien im goldenen Glanz

Mit diesem Hortensien-Windlicht in eleganten Goldtönen wird es drinnen jetzt gemütlich. Es ist ganz einfach selbst gemacht und ideal für Liebhaber von natürlichen Materialien.

Benötigt wird:hortensienlicht1

  • Ein leeres Glas
  • Goldspray
  • Evtl. Klarlack
  • Getrocknete Hortensienblüten
  • Heißklebepistole (oder Glasleim)
  • Goldband
  • Evtl. Schneespray
  • Teelicht (oder je nach Glasgröße eine Kerze)


So geht es:

  1. hortensienlicht3Das saubere, trockene Glas – wir haben ein Senfglas genommen, aber es gehen auch eine Vase oder ein Windlicht – wird von innen mit dem Goldspray besprüht. Von innen, weil der Lack so besser vor Abrieb geschützt ist. Wir haben den Lack nicht ganz flächendeckend gesprüht, so dass das Licht noch gut durchscheinen kann. Gut trocknen lassen. Sollte der Lack nicht halten, kann Klarlack helfen.
  2. Von außen werden nun die Hortensienblüten auf das Glas geklebt. Recht hortensienlicht5hortensienlicht4dicht oder locker, in Verbünden oder einzeln – wie es gefällt.
  3. Wer möchte, kann mit Schneespray die Szene noch winterlicher machen. Das Schneespray haben wir von außen aufgetragen, damit auch die Hortensien „bepudert“ werden. Auch hier nicht zu dicht sprühen und wieder gut trocknen lassen.
  4. hortensienlicht6Nun das Band oben um den Glashals legen und mit einer Schleife fixieren. Ist das Glas zu glatt, kann man das Band auch punktuell mit Kleber fixieren. Oder selbstklebendes Dekoband nehmen.
  5. Jetzt noch die Kerze hineinstellen – und einen schönen Platz für das Schmuckstück im Haus suchen.

 

 

Wir wünschen viel Spaß beim Nachmachen und gemütliche Stunden mit Ihrem Hortensien-Windlicht.

 

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Oktober: Sicher durch den kalten Winter – Winterschutz

Der Herbst hat kräftig Einzug gehalten, die Nächte werden langsam kälter. Jetzt wird häufig die Frage an mich herangetragen, wie Hortensien im Beet oder im Kübel am besten durch den Winter kommen. Ich kann Entwarnung geben: Hortensien sind sehr kälteresistent und das Überwintern keine Zauberei.

1. Hortensien im Beet

Schnee auf Hortensien

Eine Schneehaube auf stehen gelassenen Hortensienblüten ist schon ein guter Schutz für die Knospen darunter. [Foto: Hortensia4U]

Sind Hortensien – gleich welcher Art – bereits gut im Beet eingewachsen, brauchen sie in Mitteleuropa den Winter über in der Regel gar keine Pflege und auch keinen Winterschutz. Hortensien vertragen Frost bis etwa -15 Grad Celsius grundsätzlich problemlos. Nur einige wenige ausgefallenere Sorten sind empfindlicher (siehe unter Punkt 3), viele vertragen sogar weit mehr Kälte. Bei länger anhaltenden Minusgraden ohne schützende Schneedecke oder an windreichen Standorten kann aber ein Winterschutz im Beet Sinn machen, um das Erfrieren einzelner Partien der Pflanze zu verhindern.

Die größte Gefahr für Hortensien im Winter ist jedoch nicht der Frost an sich, wie viele meinen, sondern aus dem Frost resultierender Wassermangel. Hortensien verdunsten auch im blattlosen Zustand im Winter noch Wasser. Und müssen zum Überleben neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Friert der Boden im Wurzelbereich der Gehölze nun dauerhaft durch, kann kein Wasser aufgenommen werden – die Hortensie verdurstet. Ältere Pflanzen, deren Wurzeln bereits tief in den Boden reichen, sind dagegen gut geschützt. Jüngere, noch kleinere Pflanzen können in Regionen, in denen der Boden im Winter über längere Zeit wurzeltief durchfriert, zumindest im ersten Jahr eine wärmende Laubschicht am Boden gebrauchen.

Wenn wir sagen, Hortensien sind frostfest, dann sprechen wir allerdings vom Überleben der ganzen Pflanze. Öffnen sich im Frühjahr langsam die Blütenknospen der Bauernhortensien (Artname: Hydrangea macrophylla), die bereits im Herbst angelegt werden, können diese bei erneuten späten Frosteinbrüchen (je nach Region etwa ab Februar) leicht erfrieren. Unser Tipp: Den Wetterbericht im Auge behalten und bei Frostgefahr die Hortensien kurzzeitig mit Pflanzenvlies abdecken (zum Beispiel über Nacht).

hortensia_pellens_winterschutz1

In einer Hausecke eng zusammengerückt finden Hortensien im Kübel schon recht guten Schutz vor Wind und Kälte.

2. Hortensien im Kübel – reinholen oder nicht?
Für Hortensien im Kübel gilt im Prinzip genau das gleiche, was für Hortensien im Beet gilt: Die Gehölze sind gut frostfest und können im Winter draußen bleiben. Im Topf gilt all das, was oben im Abschnitt „Hortensien im Beet“ beschrieben wurde.

Allerdings ist die Gefahr, dass die Erde im Topf komplett durchfriert, natürlich größer, als im Gartenboden. Von daher müssen Topfhortensien stärker vor dem „Verdursten durch Frost“ geschützt werden. Je kleiner der Topf, je größer die Gefahr. Rücken Sie Topfhortensien daher, sobald sich Frost ankündigt, am besten an einen wind- und sonnengeschützen Standort, zum Beispiel an einer Hauswand. Mit Blättern oder Jute lässt sich zudem ein wärmendes Polster um die Töpfe schaffen (siehe unten, Punkt 4).

Prüfen Sie schließlich regelmäßig, ob die Erde feucht genug ist und gießen Sie an frostfreien Tagen bei Bedarf. Dabei Staunässe unbedingt verhindern, sonst faulen die Wurzeln. Hilfreich sind Tonfüße, die unter die Töpfe geklemmt werden, so dass überschüssiges Wasser durch das Abzugsloch ungehindert abfließen kann.

… aber sie dürfen auch rein
Wer in sehr frostigen Regionen wohnt und/oder lieber auf Nummer sicher geht, KANN seine Topf-Hortensien jedoch auch „drinnen“ überwintern. Im Haus, in der Garage, im Keller… Sie sollten dann aber nicht zu warm stehen, denn Hortensien brauchen „Winterkälte“, um zum Beispiel ihre Blütenansätze voll auszubilden und um das Wachstum im Frühjahr anzuregen. Temperaturen zwischen +10 und +2 Grad sind hier optimal. Licht hingegen brauchen sie nicht in der Winterruhe. Und Wasser – siehe oben.

3. Welche Sorten sind frostsicher?
Bauernhortensien (H. macrophylla), Rispenhortensien (H. paniculata), Schneeballhortensien (H. arborescens) – sie alle sind grundsätzlich gut winterhart. Von ihnen gibt es nur einige wenige, eher seltene Sorten, die empfindlicher sind. Diese Liebhabersorten werden von seriösen Anbietern nur mit Sortenetikett verkauft, auf denen dann vermerkt ist, dass sie Winterschutz benötigen. Hortensien, die zum Beispiel bei Discountern oder Baumärkten ohne Sortennamen verkauft werden, sind mit 99-prozentiger Sicherheit weit verbreitete, winterfeste Standardsorten.

Empfindlicher sind zudem die Eichblatthortensien (H. quercifolia), die generell einen geschützteren Standort wollen. Auch panaschierte Sorten (das heißt mit zweifarbigen Blättern) sind meist etwas anfälliger gegenüber Kälte.

4. Richtig abgedeckt
Hier noch ein paar Ideen für verschiedene Formen von Winterschutz:

hortensia_pellens_winterschutz2

Mit Tannenreisig lassen sich Hortensien gut einpacken und so gegen Wind und Schneebruch schützen.

Reisig, also Zweige von immergrünen Pflanzen wie Tannen, Ilex oder Buchs, können über die gesamte Pflanze gelegt und ineinander verkeilt werden. Aber darauf achten, dass noch genug Regenwasser durchkommt.

Pflanzenvlies ist als kurzfristige Abdeckung der gesamten Pflanze zum Beispiel gegen Spätfröste geeignet. Eine langfristig gute Lösung ist es jedoch nicht, denn es lässt einerseits nicht so viel Regenwasser durch, andererseits kann sich unter der Abdeckung insbesondere im Beet auch Nässe sammeln – was Hortensien beides nicht mögen.

Aus Draht, Holzbrettern oder ähnlichem lässt sich im Beet wie auch um Kübelgruppen eine Art Korb bauen. Diese dann mit Blättern locker füllen – ein ideales, umweltfreundliches Wärmebett, das auch Regenwasser gut durch lässt.

Jute, Vlies oder Noppenfolie sind Materialien, um einzelne Kübel einzuwickeln und vor Frost zu schützen. Noppenfolie wärmt am besten und kann mit einer zusätzlichen Jute- oder Vliesschicht auch gut aussehen. Den „Kübelmantel“ gut mit Bändern festzurren, damit auch Winterstürme ihn nicht wegwehen. Mit farbigen Bändern oder selbst gemachten Stempelmotiven verschönert, wird dieser Winterschutz zum echten Dekotipp! Aber bitte nur die Außenwände der Töpfe umwickeln, der Erdbereich oben und das Abzugsloch unten müssen für Luftzufuhr und Bewässerung offen bleiben.

Styroporstücke, auf die Topfhortensien gestellt werden, schützen vor Kälte von unten. Aber auf den Wasserablauf achten: Topffüßchen oder Steine als Abstandshalter nutzen. Oder ein passendes Loch in das Styropor schneiden, wenn darunter wasserdurchlässiger Boden liegt (z.B. Erde oder Kies).

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September/Oktober: Knospenanalyse an Hortensien

Im Profi-Gartenbau müssen alle Arbeiten ein wenig genauer ausgeführt werden als im Privatgarten, damit die Qualität der Hortensien auch sicher stimmt. Deshalb werden im Herbst an Bauernhortensien Knospenanalysen unter dem Mikroskop durchgeführt. Daran kann der Gärtner sehen, ob die Pflanzen schon reif genug sind, um ins Winterquartier gebracht zu werden.

Knospenanalyse: Zuerst müssen alle Hüllblätter vorsichtig abgeschält werden.

Schöne Blüten, die lange halten – das ist bei Hortensien natürlich ein ganz entscheidendes Qualitätskriterium. Und auch der Preis für eine Pflanze richtet sich nach der Blütenanzahl. Deshalb beobachtet der Hortensiengärtner die Entwicklung der Blütenknospen selbstverständlich ganz genau und versucht die Pflanze bei der Knospenbildung zu unterstützen und sie vor Schäden zu schützen. Das ist gar nicht so einfach, denn da sind viele Dinge engstens miteinander verzahnt. Und Bauernhortensien legen bekanntlich ihre Blütenknospen für das Folgejahr bereits im Herbst an. Der Gärtner muss nicht nur dafür Sorge tragen, dass die Knospen tatsächlich angelegt werden, sondern diese auch gesund durch den Winter bringen.

Eine ganze Reihe von Knospen werden analysiert, um ein verlässliches Bild des Wachstumsstadiums zu bekommen.

Um die Pflanzen und somit auch die Blütenknospen möglichst unbeschadet durch den Winter zu bringen, werden sie nicht auf dem Feld belassen, sondern im Spätherbst in Kühlhäuser verbracht. Das aber wiederum darf nicht zu früh passieren, sonst reifen die Blütenansätze nicht richtig aus. Dann würden die Blüten im Frühjahr womöglich sehr klein bleiben, nur verkrüppelt oder gar nicht aufgehen. Ein wichtiges Signal für Hortensien, das Wachstum einzustellen und die Knospen für den kommenden Winter geschützt „abzuschließen“, ist die abnehmende Tageslänge. Außerdem spielen die tatsächlichen Temperaturen und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht eine große Rolle.

Eine Hortensienknospe unter dem Mikroskop: Aus den hellen „Knubbeln“ werden im Frühling die Blüten.

Und hier kommt nun die Knospenanalyse ins Spiel. Bevor die Hortensien in die Kühlhäuser gebracht werden, prüft der Gärtner mit diesem Verfahren, ob die Blütenknospen ausreichend reif sind. Dazu werden für jede Hortensiensorte von mehreren Pflanzen die Knospenansätze abgeschnitten, die Hüllblätter „abgeschält“, und unter dem Mikroskop das Reifestadium geprüft. Bei Hortensien sehen die Blütenansätze aus wie kleine Knubbelchen. Je nach Anzahl und Größe der Knubbel unterscheidet man verschieden Reifestadien. Ist das richtige Stadium erreicht, können die Pflanzen unbesorgt in die Kühlhäuser gebracht werden und dort ihren Winterschlaf antreten.

 

September: PH-Wert, Alaun & Co – so stimmt die Chemie

Wer sich mit Hortensien beschäftigt, stolpert unweigerlich irgendwann über die Begriffe pH-Wert, Hortensienblau, Eisen und ähnliches. Man muss sich damit nicht auskennen, um Hortensien erfolgreich großzuziehen. Aber es hilft ungemein. Für diejenigen also, die gerne mehr über die „Chemie der Hortensien“ wissen möchten, ist dieser Beitrag gedacht.

1. Der pH-Wert
Eine der ersten Informationen, die man über Hortensien bekommt, ist: Sie mögen „sauren“ Boden. Und schon kommt der pH-Wert ins Spiel. Er drückt den Säuregehalt des Bodens aus. Oder wissenschaftlich definiert: Der pH-Wert stellt das Verhältnis von Säuren und ihrem Gegenteil, den Basen, in einem Medium dar. Je niedriger die als Wert angegebene Zahl, je saurer ist das Medium. Zum Beispiel der Boden oder die Blumenerde.

Hortensien mögen einen pH-Wert zwischen 4 und 6. Sie haben damit im Konkurrenzkampf der Arten einen Überlebensvorteil gegenüber anderen Pflanzen entwickelt, weil viele Pflanzen solchen Säuregehalt nicht so gut vertragen. In der Folge brauchen sie aber nun auch diesen Boden, um ihre benötigten Nährstoffe aufnehmen zu können. Ist die Erde nicht sauer genug oder zu sauer, hungern sie, wachsen dann schlecht oder gehen gar ein.

Mit Messstäbchen, die es in Gartencentern und Baumärkten gibt, lässt sich der pH-Wert des eigenen Gartenbodens leicht feststellen. Und mit Rasenschnitt oder Kaffeesatz lässt er sich natürlich und nachhaltig vorsichtig säuern. Mit Torf geht es ebenfalls. Von Essig als Hilfsmittel, wie manchmal empfohlen, ist hier eher abzuraten. Das säuert den Boden zu heftig sowie nur kurzfristig. Und schadet im Zweifel lediglich den Bodenlebewesen und den Wurzeln der Hortensien.

Spezielle Hortensien- und Rhododendronerde ist ebenfalls sauer und ist daher für Kübelhortensien oder auch großzügig im Pflanzloch zugegeben durchaus sinnvoll. Besonders, wenn die Hortensien blau blühen sollen – dazu siehe unten „Aluminiumsulfat und Alaun“.

2. Eisen, Sulfat und Chelat
Eisen ist ein besonders wichtiger Nährstoff für Hortensien. Daher sollte es Bestandteil des Düngers sein, der gegeben wird. Fehlt den Hortensien Eisen, bekommen sie zunächst gelbe Blätter, eine so genannte Chlorose. Das rührt daher, dass die Pflanzen ohne das Eisen nicht genug von dem grünen Blattfarbstoff Chlorophyll bilden können. Den aber wiederum brauchen sie, um aus Sonnenlicht und Kohlendioxid Glykose zu bilden, von der sie sich unter anderem ernähren.

In der Liste der Zusammensetzung von Dünger ist Eisen durch sein chemisches Zeichen „Fe“ erkennbar. Steht da dann noch etwas von „N“ (=Stickstoff), handelt es sich um Eisensulfat, eine Stickstoffverbindung. Wem Eisensulfat nicht behagt – es ist in Reinform giftig und wird zum Beispiel auch als Moosvernichter eingesetzt, Schutzkleidung wird empfohlen – sollte nach Düngern mit Eisenchelat Ausschau halten. Chelate sind sehr stabile komplexe Verbindungen. Die Verbindungen werden erst mit der Zeit aufgespalten und das Eisen freigesetzt, die Ausbringung selbst ist somit unbedenklich für den Menschen.

3. Blaudünger oder Hortensienblau
hort-blue-renate-steiningerEine faszinierende Eigenschaft von rosafarbenen Hortensien ist es, dass sie ihre Farbe über lila bis zu blau ändern können. Dafür gibt es im Handel so genannten Hortensienblau-Dünger. Nicht zu verwechseln ist dieser bitte mit Blaukorn, das ist etwas ganz anderes und allein als Dünger gedacht. Das Attribut „Blau“ bezeichnet hier lediglich die Farbe der Düngerkügelchen, nicht etwa ein Färbewirkung.
Auch muss man Hortensienblau von Hortensienblau-Dünger unterscheiden. Hortensienblau ist allein für die Blaufärbung gedacht, im Hortensienblau-Dünger sind hingegen auch Nährstoffe für die Pflanze enthalten. Beides ist im Fachhandel erhältlich. Allerdings würden wir vom Hortensienblau-Dünger abraten, weil Blaufärben und Düngen zwei verschiedene Dinge sind und in einer Mischung die Dosierung nie optimal wird. Nehmen Sie lieber für beides getrennte Produkte.

Wie aber funktioniert jetzt das Umfärben? Hortensien brauchen Zweierlei, um blau zu werden: genug Aluminium im Boden und einen niedrigen pH-Wert des Bodens, um das Aluminium auch aufnehmen zu können. Dann reagiert das Aluminium in den Blütenblättern mit dem dort vorhandenen Farbstoff Delphinidin, der nun blauer wird. Je nach Aluminiummenge werden dadurch die Hortensien lila bis blau. Andersherum können blaue Hortensien auch plötzlich lila oder rosa werden, wenn sich der Aluminium-Vorrat im Boden verringert oder der pH-Wert steigt, so dass weniger Aluminium aufgenommen werden kann.

Aluminium ist im Hortensienblau oder Hortensienblau-Dünger in Form von Aluminiumsulfat enthalten. Man kann aber auch Alaun geben, um Hortensien zu färben – doch Vorsicht, Alaun ist nicht gleich Alaun.

4. Aluminiumsulfat und Alaun
Aluminiumsulfat ist ein farbloses Pulver. Chemisch ist es eine Verbindung aus Aluminium und Schwefel. Daher wird es auch „schwefelsaure Tonerde“ genannt. Es kommt natürlich zum Beispiel in Mineralien vor, kann aber auch aus Alaunen (siehe unten) gewonnen werden. Um Hortensien blau zu färben, wird es in Wasser gelöst und dann gegossen.

Alaun_PellensGenauso kann man aber auch Alaun direkt verwenden. Doch Vorsicht: Inzwischen wird der Begriff „Alaun“ für verschiedene chemische Verbindungen benutzt. Gemeint ist in diesem Fall Kaliumaluminiumalaun, auch Kalialaun genannt. Es ist ein Doppelsalz bestehend aus Aluminium und Kalium und in Apotheken erhältlich.

Halten Sie sich bei der Dosierung des Hortensienblaus am besten zunächst an die Packungsanweisung und erarbeiten Sie sich nach und nach eine eigene Menge, wie sie zu Ihrem Boden, der Pflanzengröße und der gewünschten Pflanzenfarbe passt.

Der optimale Zeitpunkt zum Färben ist das Frühjahr, wenn die Pflanze mit dem Austrieb beginnt. Wer ein tiefes blau möchte, kann im Herbst nochmals nachgießen. Diese zwei Gaben reichen völlig. Sind die Blüten einmal „fertig“ von der Pflanze angelegt, färben sie sich nur noch schwer um. Das ist in der Regel der Fall, wenn die Blütendolden eine Größe von 2 bis 3 Zentimetern erreicht haben.

September: Herbstliche Hortensien für natürliche Dekorationen

Das Farbfeuerwerk richtig in Szene setzen

Hortensie Hortensia Deko Herbst Gesteck orange SedumIm Herbst zeigen Hortensien noch einmal einen ganz besonderen Charme. Denn sie verblühen nicht einfach, sie bilden eine großartige Herbstfärbung aus. Manchmal sind es die Blüten, manchmal aber auch die Blätter, die mit einem Farbfeuerwerk den Herbst so richtig bunt machen. Und das sollten wir nutzen. Hier kommen ein paar Ideen für herbstliche Dekorationen mit Hortensien.

Natur-Look: Gedeckte Farben und Naturmaterialien

Natürlichkeit ist ganz Trumpf im Herbst. Denn diese Deko ist so nachhaltig, wie es sonst nicht geht. Die Materialien dafür finden wir alle in der Natur, sie werden also wiederverwertet – „upgecycelt“, wie man heute sagt – sind lange haltbar und am Ende noch kompostierbar. Holz, Kork und grobe Wolle in gedeckten Naturfarben ziehen dafür in Haus und Garten ein. Äste, Tannenzapfen, Beeren und natürlich Trockenblüten kommen hinzu.

Pastellbunt oder Goldberauscht
Wie man das ganze nun arrangiert und mit weiteren Dingen kombiniert, ist Geschmackssache. Möglichkeiten jedenfalls gibt es reichlich. Im Wohnstil der so genannten „Neuen Romantik“ werden zum Beispiel Tannenzapfen in pastelligen Lieblingsfarben bemalt und machen sich perfekt neben getrockneten Hortensienblüten.

Hortensie Hortensia rot Herbst Kerzenhalter goldGold, Orange-Rot-Töne und Schwarz sind hingegen die Farben der „Neuen Klassik“. Umsetzen lässt sich das mit Hortensien in goldfarbenen Übertöpfen oder mit Blütenbouquets in Gold-Schwarzen Vasen und Schalen. Auch goldfarbene Bilderrahmen passen wunderbar dazu.

Im weiterhin angesagten Vintage-Style werden auf der Terrasse oder vor der Haustür Hortensienbüsche in geflochtenen Übertöpfen mit Kränzen, Kürbissen und Laub kombiniert. Kunterbunt wird es mit Arrangements in selbst besprühten oder beklebten Konservendosen, zu denen auch „kitschige“ Figuren wie Wichtel oder Elfen passen könnten.

Tischdeko macht Appetit

Tischdeko Kaffeetafel schmücken HortensienblütenBrot Hortensien Deko Herbst HortensienblütenNatürliche Materialien passen auch wunderbar, um Lebensmittel zu präsentieren. Auf der herbstlichen Brunch-Tafel zum Beispiel wird ein selbst gebackenes Maronenbrot umrahmt von getrockneten Hortensienblüten und frischen Äpfeln zum echten Hingucker. Und auch die Kaffeetafel ist eine herrliche Gelegenheit, getrocknete Hortensienblüten zu arrangieren.

Freuen wir uns also – der Herbst ist da mit all seinen Farben und all seinen Möglichkeiten!

Viel Spaß beim Dekorieren wünscht

Hortensia

 

 

 

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September: Es ist wieder Pflanzzeit!

Der frühe Herbst und das späte Frühjahr sind die besten Pflanzzeiten für Hortensien im Garten. Welche davon die bessere ist, kann man kaum sagen, denn beide Jahreszeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Wir erklären, welche das sind und wie man jetzt am besten pflanzen kann.

Herbst Hortensien Gräser

Charme des Herbstes: Hortensien und Gräser

Auf der Suche nach der besten Pflanzzeit für „seine“ Hortensien sollte man sich vom Kalender etwas lösen und vielmehr auf die „wetterbezogene Jahreszeit“ achten. Damit Hortensien gut Fuß fassen können, sollten sie schnell neue Wurzeln bilden können. Und zudem nicht mit extremen Temperaturen – ob nun heiß oder kalt – zu kämpfen haben.

Diese Bedingungen finden sich im „frühen Herbst“. Je nach Klimaregion üblicherweise zwischen Anfang September und Ende Oktober, sobald die Sommerhitze vorbei ist. Der Boden bleibt wieder länger feucht, weil die Verdunstung nicht so hoch ist, und es regnet in der Regel auch wieder gleichmäßiger. Wir reden hier von Temperaturbereichen zwischen etwa 10 Grad nachts und 20 Grad tagsüber, die für die Neupflanzung optimal sind. Dann ist es auch tagsüber kühl genug, dass die Hortensie nicht laufend große Mengen Wasser aufnehmen muss, um den Verdunstungsverlust auszugleichen. Es ist aber auch nachts noch nicht zu kalt, so dass die Hortensie gut neue Wurzeln bilden und die passenden Nährstoffe aufnehmen kann, um Winterhärte zu entwickeln. Hier finden sich klare Vorteile im Vergleich zum Frühjahr: Im Herbst befindet sich die Hortensie nicht in der oberirdischen Wachstumsphase und kann die vorhandene Kraft in das Wurzelwachstum stecken. Bis die nächste Hitze kommt, hat die Hortensie dann schon reichlich weit verzweigte Wurzeln bilden können, um sich gut mit Wasser zu versorgen. Wird erst im Frühjahr gepflanzt, muss die Hortensie in der Regel mit den vorhandenen Wurzeln erst einmal auskommen und ist bei Sommerhitze gefährdeter, unter Wassermangel zu leiden.

Herbst Hortensie Astern

Hortensie in Herbstfärbung kombiniert mit Astern

Wie gesagt kann das Pflanzen im Herbst verglichen mit dem späten Frühjahr aber auch Nachteile haben. Im Herbst ist die Gefahr größer, dass frühe Kälteeinbrüche oder dauerhafte Regenfälle die Hortensie daran hindern, neue Wurzeln zu bilden. Das reduziert dann unter Umständen die Winterhärte. Zudem sind die Triebe von Pflanzen, die schon seit dem Frühjahr draußen stehen, in der Regel bereits härter als solche, die erst kürzlich beim Gärtner aus dem Treibhaus heraus gekauft wurden, und sind somit winterfester. Wer früh genug pflanzt, gibt den neuen Hortensien in der Regel aber genug Vorlauf, um sich den Herbst über noch gut am neuen Standort zu etablieren. Standen die Pflanzen sowieso schon im Topf im Garten, ist dieses Problem natürlich auch gelöst. Letzter Nachteil der Herbstpflanzung: beim Überwintern können Knospen wegfrieren. Kauft man im Frühjahr beim Gärtner, kann man Pflanzen mit vielen Knospen wählen und hat in dem Jahr sicher viele Blüten.

Zur Praxis: So pflanze ich Hortensien

Für die weitere Pflanzung von Hortensien im Herbst gilt dasselbe wie im Frühjahr. Hier die Kurzform, ausführlicher steht es im Blogtext „Mai: Jetzt darf gepflanzt werden – so geht es„.

  • Wählen Sie den passenden Standort. Alle Hortensien, also wirklich alle Arten, ob Bauernhortensie, Waldhortensie, Rispe oder welche auch sonst, mögen am liebsten halbschattige Standorte. Es ist nicht richtig, dass einige Arten „mehr Sonne brauchen“. Es ist vielmehr so, dass einige Arten und Sorten „auch mehr Sonne vertragen“. Aber: Je sonniger, um so mehr Stress durch Wasserverlust hat die Pflanze.
  • Alle Hortensien mögen am liebsten leicht sauren Boden (pH-Wert maximal 6,5) – auch hier gilt, dass einige Hortensien auch alkalischere Werte gut vertragen. Jedoch reduziert ein höherer pH-Wert immer die Möglichkeit, Nährstoffe aufzunehmen.
  • Hortensien brauchen viel Wasser und stehen daher am besten in lockeren, humosen Böden, die gut Wasser speichern. Nutzen Sie am besten gute Rhododendren- oder Hortensienerde, um fehlende Erde beim Pflanzen zu ersetzen. Staunässe vertragen Hortensien aber gar nicht, da faulen die Wurzeln.
  • Gießen sie die Pflanzen enige Zeit vor dem Einpflanzen, damit sie genug Wasser im Ballen hat und gießen Sie auch sofort nach dem Pflanzen.
  • Hortensien können im Beet ebenso stehen wie im Kübel. Der Kübel macht in der Regel etwas mehr Arbeit, da mehr gegossen und gedüngt werden und im Winter auf Winterschutz gegen dauerhaftes Durchfrieren geachtet werden muss.

Viel Erfolg mit den neuen Hortensien im Garten wünscht
Ihre und Eure Hortensia

 

August in der Gärtnerei: Ein entscheidender Monat

Im privaten Hortensienbeet ist der August ein recht ruhiger Monat. Es gibt nicht viel zu tun. In einer Aufzucht-Gärtnerei hingegen ist es nur auf den ersten Blick ruhig, hinter den Kulissen sieht das ganz anders aus.

Die spätsommerliche Ruhe auf den Feldern trügt: Der Profi-Gärtner hat jetzt einiges zu tun.

Der August, so kann man im Gespräch mit Hortensiengärtnern lernen, ist in einem Aufzuchtbetrieb auf der einen Seite so ziemlich der ruhigste Monat im gesamten Jahr. Jetzt wird hier nichts geschnitten, nichts gerückt. Es werden um diese Jahreszeit weniger Mitarbeiter benötigt, nur wenige sieht man auf den Feldern. In reinen Hortensiengärtnereien nehmen daher jetzt viele Mitarbeiter ihren Urlaub. Die verbleibenden sind zumeist mit Unkraut jäten beschäftigt oder es werden allgemeine Aufräum- und Reparaturarbeiten im Betrieb erledigt.

Aber das ist nur die eine Seite. Denn wo es um die Anzucht neuer Pflanzen geht, die im nächsten Jahr verkauft werden sollen, ist der August auch ein sehr entscheidender Monat für die Qualität. Die Hortensien stehen jetzt in Reih und Glied auf dem Feld und müssen vor allem eins: kontrolliert wachsen, sich gut verzweigen und stabile Blüten ansetzen. Deshalb ist der oder die Betriebsleiter/in jetzt enorm gefragt. Er oder sie muss täglich die Bestände auf mögliche Schädlinge hin prüfen und die Bodenfeuchte im Blick haben. Laufend werden zudem Bodenproben gezogen und analysiert. Die Gehalte der Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor müssen genauestens ausbalanciert werden, um die Pflanze optimal zu versorgen, aber auch nichts überzudosieren. Die Pflanze soll durchaus wachsen, aber auch nicht einfach in die Höhe schießen, sondern stabile Triebe bilden.

Je unbeständiger dabei das Wetter ist – wie in diesem Jahr – um so herausfordernder ist es, diese Balance zu halten. Ist es zu kalt, wachsen die Hortensien schlechter. Ist es heiß und trocken, muss viel gewässert werden. Dauerregen wiederrum lässt schädliche Pilze sprießen und macht das exakte Düngen sehr schwierig. Gartenbau, das ist eben wie ein Puzzle mit tausenden Teilen.

Einen schönen Spätsommer wünscht

Hortensia