Januar: Hortensien ohne Torf müssen anders gepflegt werden

Zum Schutz der Moore erscheint es sinnvoll, den Torfverbrauch für Pflanzerden zu reduzieren. Tatsächlich gibt es inzwischen torffrei produzierte Hortensien und natürlich jede Menge torffreie Substrate im Handel. Allerdings brauchen Hortensien in torffreiem Boden eine andere Pflege als solche mit Torfboden. Torffreie Substrate sind in aller Regel ein ganzes Stück arbeitsintensiver und teurer. Wir erklären, warum.

Hortensia Hydrangea Hortensien Erde Topfen Pflanzen torffreiIm professionellen Gartenbau spricht man nicht von Erde, sondern von Substrat. Es handelt sich um Mischungen aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten können pflanzlich sein, dazu gehören Humus, verschiedene Pflanzenfasern und eben Torf. Oder sie sind mineralisch, wie etwa Blähton, Kalk oder Perlite. Aus diesen Kategorien entstehen Substrat-Mischungen. Diese passt jedes Unternehmen ganz individuell seinen Anforderungen an. Es hängt zuallererst natürlich von der Art der Pflanzen ab, welches Substrat man benötigt. Bei Hortensien, die saure Erde brauchen, ist das sehr offensichtlich. Aber auch die Regenmengen am Produktionsstandort müssen für das Substrat berücksichtigt werden, und ob das Substrat der Pflanze Halt gegen Wind geben muss. Das richtige Substrat entscheidet über ein optimales Wurzelwachstum und somit darüber, wie gut eine Pflanze mit Nährstoffen versorgt wird, wie gut sie wächst, wie lange sie blüht und wie gut sie Schädlingen trotzen kann.

Die Bedeutung von Torf

Torf – im Gartenbau ist damit in der Regel Hochmoor-Weißtorf gemeint – hat vor allem zwei enorm wichtige Eigenschaften für Pflanzen. Erstens speichert er Wasser und darin gelöste Nährstoffe sehr gut. Zweitens hält Torf durch seine lockere Struktur Luft in der Erde, die die Wurzeln ebenfalls brauchen. Damit wird Staunässe verhindert. Schließlich entscheidet diese Struktur auch darüber, wie gut der Wassertransport von unten nach oben sowie quer durch den Boden funktioniert.

Ohne Torf braucht mehr Überwachung

Lässt man nun den Torf weg, verringert sich sozusagen die Qualität des Substrats. Es kann Wasser schlechter halten – der Boden trocknet viel schneller aus. Gärnter – ob Profis oder Hobbygärtner – müssen daher nach Regenfällen viel schneller wieder gießen, als wir es von Erden mit Torf gewohnt sind. Zudem verteilt sich das Wasser auch nicht so gut quer durch die Erde. Beim Gießen müssen wir mehr darauf achten, dass das Wasser überall hinkommt und nicht nur an einer Seite der Pflanze direkt nach unten verschwindet, so dass halbseitig die Wurzeln austrocknen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Nährstoffe werden beim Düngen nicht mehr so gut im Boden gehalten sowie bei Regen stärker ausgespült – es muss daher bei torffreier Erde häufiger und dafür in kleineren Dosen gedüngt werden. Zudem wird beim Einsatz von Ersatzmaterial wie Kokosfasern der Stickstoff aus dem Dünger sozusagen „weggefressen“, wenn die Fasern sich zersetzen.

Dann das Thema Durchlüftung: Torffreie Substrate verdichten sich schneller. Es kann eher zu Staunässe kommen. Dann muss häufiger gelockert oder ausgetauscht werden.

Schließlich kommt noch hinzu, dass alle Ersatzstoffe ein ganzes Stück teurer sind als Torf. Bei der Kokosfaser ergibt sich das zum Beispiel aus den weiten Transportwegen und der nötigen Aufbereitung der Fasern (sie müssen zum Beispiel gut gewaschen werden). Angesichts dieser Transportwege und besagter Aufbereitung steht auch die Frage im Raum, ob solche Ersatzstoffe am Ende tatsächlich umweltfreundlicher sind. Die Antworten zu diesen Fragen stehen tatsächlich noch aus.

 Die Forschung

Um die Antworten zu finden, wird mit großem zeitlichen und personellen Aufwand schon seit längerem kräftig geforscht, dafür auch einiges an Geld in die Hand genommen. An Hochschulen, in Versuchsanstalten und in Gartenbaubetrieben gibt es weitreichende Tests zu Torfersatzstoffen. Bei solchen Tests werden auch in Hortensienbetrieben einige Tausend Pflanzen mit unterschiedlichen Substratmischungen getopft und über die gesamte Kulturzeit beobachtet. Wie wachsen sie? Wieviel Dünger benötigen sie wann? Wie oft muss wieviel gewässert werden? Aus den Ergebnissen werden bei Bedarf wieder neue Mischungsverhältnisse der Erden abgeleitet und im nächsten Jahr erneut getestet. Da Hortensien ein ganzes Jahr Entwicklungszeit haben, dauern solche Tests einige Jahre, bis ein konkretes Ergebnis vorliegt.

Der aktuelle Stand der Dinge lautet: Momentan ist noch kein Stoff bekannt, der die Eigenschaften von Torf in gleichem Maße vereint. Aber es wurden neue Kulturführungen entwickelt, so dass es nun auch torffrei produzierte Hortensien zu kaufen gibt.

Das Fazit 

Zusammenfassend kann man sagen: Den Gärtnern ist das Problem sehr bewusst. Tests sind an vielen Standorten und Gärtnereien im Gange. Man hat jedoch höhere Kosten und eine kompliziertere Kulturführung festgestellt. Und nur sehr wenige Endverbraucher sind bereit, höhere Preise für torfreduzierte oder torffreie Pflanzen zu zahlen. Letztlich muss daher jede Gärtnerei ihren ganz individuellen Weg für sich finden. Muss schauen, ob ihre Pflanzen mit Ersatzstoffen überhaupt machbar sind. Ob sie es sich finanziell und personell leisten können, torffrei zu arbeiten. Entscheidend werden dabei Sie sein, lieber Leser: Auch Sie müssen bereit sein, die Mehrkosten und den größeren Pflegeaufwand für torffreie Hortensien mit zu tragen. Wenn Sie keine torffreien Produkte kaufen, wird sich torffrei nicht durchsetzen.

Januar/Februar: Hortensien richtig schneiden

Hortensien wollen geschnitten werden – wann und wie erkläre ich hier.

Sobald die ersten milden Tage des Jahres sich ankündigen, kribbelt es Hortensienbesitzern meist in den Scheren. Aufräumen steht auf dem Programm. Man möchte, dass es losgeht im Garten. Doch man liest so viel Verschiedenes über das Schneiden von Hortensien – wann mache ich es denn nun? Und wie weit schneidet man sie herunter? Hier kommen die Antworten.

Die Antwort auf diese Fragen ist: Es kommt auf die Klimaregion an, in der man wohnt, und auf die Hortensiensorten, die man hat. Wir schauen uns das einmal näher an.

Wann kann ich schneiden?
Grundsätzlich werden Hortensien am besten im Frühjahr beschnitten statt im Herbst. In frische Schnittwunden kann Frost tiefer eindringen. Die dichten Zweige und alten Blüten bilden zudem den Winter über einen immerhin kleinen Wind- und Frostschutz. Und Tiere finden hier Winterverstecke. Einige Arten können schon Mitte bis Ende Februar geschnitten werden, am besten an frostfreien Tagen. Andere Arten sollten hingegen erst im späten Frühjahr, Ende April oder Anfang Mai geschnitten werden. Die nähere Erklärung hierzu folgt unten.

Wie schneide ich Hortensien?
Wie tief ich Hortensien zurückschneiden muss und kann, hängt zu allererst von der Art ab. Grundsätzlich gibt es vier Schnitt-Typen, in die sich Hortensien einteilen lassen.

Bauernhortensien erst schneiden, wenn die neuen Knospen gut zu sehen sind.

Schnitt-Typ 1
Bei Hortensien der Arten „Hydrangea macrophylla“ (auch Bauernhortensien genannt),  „Hydrangea anomala subsp. petiolaris“ (Kletter-Hortensie) und „Hydrangea aspera“ (Raublatt-Hortensien und Samthortensien) werden in der Regel nur die alten, vertrockneten Vorjahresblühten direkt über den neuen Knospenansätzen abgeschnitten. Denn diese Hortensienarten blühen am „alten“ Holz. Das heißt: Die Sträucher legen bereits im Herbst ihre Knospen für das nächste Jahr an. Schneidet man diese Hortensien nun im Frühjahr stärker zurück, schneidet man die neuen Blütenknospen mit ab und sie werden in diesem Jahr nicht blühen. Bei diesen Hortensien sollte man auch besser bis Ende April oder Anfang Mai warten mit dem Schnitt. Einerseits, weil man dann erst wirklich gut erkennen kann, an welchen Stellen die neuen Knospen austreiben und was vertrocknet ist. Andrererseits, weil man dann eventuellen Spätfrösten weniger Angriffsfläche bietet – wie gesagt, in frische Schnittwunden kann Frost sehr tief eindringen und Triebe und Knospen zum Absterben bringen.

Wohlgemerkt: Bei dieser Schnittanweisung geht es um die Schonung der Blütenknospen. Den Pflanzen selbst macht auch ein tieferer Rückschnitt nichts aus. Wird eine macrophylla oder aspera zu groß, kann man sie daher ruhig weiter zurückschneiden (muss dann natürlich einmal auf einige Blüten verzichten). Älteren, dicht gewachsenen Hortensien tut auch ein „Verjüngungsschnitt“ hin und wieder gut. Bei den strauchig wachsenden Hortensien wird dabei rund ein Drittel der Zweige knapp über dem Boden abgeschnitten, am besten die dicksten und ältesten. Auch bei der Kletterhortensie kann man Triebe weit zurück- oder wenn nötig ganz herausnehmen. Die Pflanze wird so zur Bildung neuer Triebe angeregt, die dann auch wieder mehr Blüten bilden.

TIPP: Wer die großblumigen Bauernhortensien liebt, sich wegen des Schneidens aber unsicher ist, sollte sich eine so genannte „remontierende“ Sorte zulegen, zum Beispiel eine „Everbloom“. Diese besonderen Hortensien blühen am alten und am neuen Holz – ihnen können auch späte Fröste oder ein tiefer Rückschnitt nichts anhaben.

Schnitt-Typ 2
Komplett bis knapp über den Boden zurückgeschnitten werden können die Hortensien der Arten „Hydrangea paniculata“ (Rispenhortensie) und „Hydrangea arborescens“ (Waldhortensien, auch Schneeball-Hortensien genannt). Und zwar so, dass immer mindestens ein Knospenansatz pro Trieb bestehen bleibt, besser zwei bis drei. Diese Hortensienarten legen erst im Frühjahr ihre Blütenknospen an den dann neu wachsenden Trieben an. Der komplette Rückschnitt ist nicht jedes Jahr nötig, wenn der Busch größer werden soll. Er regt jedoch die Blütenbildung an. Und werden die Triebe nach ein paar Jahren zu lang, können sie umfallen – spätestens dann sollte man kräftig einkürzen. Damit Rispen- und Waldhortensien genug Zeit haben, ihre Blüten auszubilden, sollten diese Arten im zeitigen Frühjahr geschnitten werden, bevor der Neuaustrieb beginnt. Also je nach Witterung am Standort ab Februar.

TIPP: Ausnahmen sind die Rispen-Hortensien-Sorten „Praecox“ und „Dharuma“ – sie blühen ebenfalls am alten Holz und werden nach Schnitt-Typ 1 behandelt.

Rispenhortensie vor dem Februar-Schnitt

Rispen-Hortensie nach dem Februar-Schnitt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnitt-Typ 3
Es gibt auch eine Hortensie, die möglichst gar nicht geschnitten werden sollte: „Hydrangea quercifolia“ (Eichblatt-Hortensie). Sie wächst sonst oft nur sehr unschön weiter. Daher sollten auch hier im späteren Frühjahr lediglich vertrocknete oder erfrorene Pflanzenteile und die Vorjahresblüten herausgenommen werden.

Januar/Februar: Im Winter das Gießen nicht vergessen

Hortensie Hydrangea Überwintern Gießkanne Gießen macrophylla BauernhortensieAuch im Winter kann es nötig sein, die Hortensien draußen oder im Winterquartier zu gießen. Warum und wie viel, darum geht es diesmal.

Warum auch jetzt gießen?

Hortensien sind Gehölze und verlieren im Winter dementsprechend ihre Blätter. Aber die Verdunstung von Wasser hört nicht komplett auf. Deshalb müssen Hortensien auch während der dunklen Monate immer etwas neues Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Im Beet ist das meistens kein Problem, da ist im Winter in der Regel eher zu viel als zu wenig Feuchtigkeit vorhanden (zur Ausnahme Jungpflanzen siehe nächster Abschnitt). Aber im Kübel trocknet die Erde leicht aus. Besonders, wenn sie zusammengerückt in geschützten Ecken stehen, zum Schutz umwickelt wurden und natürlich wenn sie überdacht stehen. Dann also, wenn sie nur wenig bis gar kein Regenwasser erreicht.

Vorsicht bei Töpfen und Jungpflanzen im Beet

Tatsächlich ist es so, dass Hortensien im deutschsprachigen Raum im Winter sogar eher verdursten als erfrieren. Viele Sorten sind bis -15 Grad, manche bis -25 Grad winterhart. Ein Problem ist vielmehr, dass aus gefrorener Erde natürlich kein Wasser aufgenommen werden kann, weil dies nur in seiner festen Form als Eis vorliegt. Dauert die Frostzeit dann zu lange, verdurstet die Hortensie. Wie schnell das geht, hängt von der Größe der Hortensie sowie der Außentemperatur und somit der Verdunstungsrate ab. Hortensien im Beet haben meist keine Probleme, weil ihre Wurzeln bis unter die Frostzone in den Boden reichen und dort Wasser aufnehmen können. Noch junge Hortensien im Beet, die noch keine tiefen Wurzeln bilden konnten, können hier schon eher gefährdet sein. Und natürlich Hortensien im Kübel, wenn der gesamte Kübel durchfriert.

Bei Tauwetter gießen

Von daher sollten Hortensien auch im Winter im Auge behalten und bei Bedarf immer mal wieder gegossen werden. Besonders macht das natürlich bei frostfreiem Wetter Sinn. Befürchten Sie, dass die Kübeloberfläche gefroren ist, weiter innen aber die Erde zu trocken sein könnte, versuchen Sie mit warmem (nicht heißem) Wasser, bis zu den Wurzeln durchzukommen. Oder sie holen, wenn es geht, durchgefrorene Töpfe zwischendurch über Nacht an einen frostfreien Platz im ungeheizten Wintergarten oder Keller, um dann zu gießen. Aber bitte nicht zu warm und nicht zu lange aufstellen, die Hortensie soll ja keinen Wärmeschock bekommen und nicht meinen, sie könne schon anfangen auszutreiben. Am nächsten Tag sollte die Hortensie wieder nach draußen gestellt werden.

Übrigens las ich neulich in einem gut gemeinten Beitrag auf Facebook, Hortensien dürften bei Frost nicht gegossen werden. Das ist natürlich Unsinn. Es schadet überhaupt nicht, wenn man gießt, obwohl die Erde dann womöglich doch weiter durchgefroren ist, als gedacht. Es bringt nur eben der Hortensie dann nichts.

Einen schönen Januar wünscht

Ihre und Eure Hortensia

Januar: Es darf wieder geplant werden

Gartenplan erstellen HortensiaIch gebe es zu, ich bin ein ziemlicher Plan- und Listen-Junkie. Deshalb finde ich es jetzt im Januar herrlich, mich mit Gartenzeitschriften, Tee, Wolldecke und vor allem Stift und Plan bewaffnet auf die Couch zu setzen, um neue Pflanzideen für die kommende Saison zu notieren. Je dunkler die Januartage, je größer ist für mich diese Vorfreude auf das neue Gartenjahr. Was allerdings nicht heißt, dass ich meine Pläne nicht während der Saison mehrfach umschmeiße. Egal, jedenfalls gehe ich bei meiner Planung wie folgt vor.

1. Der Grundriss

Zunächst habe ich mir schon vor mehreren Jahren einen (mehr oder weniger maßstabsgerechten) Grundriss meines Gartens gezeichnet. Zumindest von den Bereichen, an denen ich immer wieder neu pflanze oder Kübel aufstelle. Dazu gehört mein Gemüsebeet, aber auch mein Terrassenbereich und Beete mit Saisonpflanzen. So einen Plan kann man am Computer oder auf Papier erstellen, „feste“ Objekte wie Gartenhäuser und Dauerbepflanzung werden eingezeichnet. Und dieser Plan kann nun immer wieder kopiert werden für die wechselnde Jahresplanung.

2. Fotos vom Schattenlauf

Ein Garten ist ständig im Wandel. Das liegt nicht nur am Klima, sondern zum Beispiel auch daran, dass Sträucher zu großen Schattenspendern herangewachsen. Oder dass eine bewusst eingebaute Drainage die Bodenfeuchte verändert. Ich finde es deshalb überaus hilfreich, im Sommer jeweils einige „Übersichtsfotos“ und Notizen zu machen. Welche Sträucher werfen inzwischen welchen Schatten wohin? Wie haben sich die verschiedenen Hortensiensorten oder Stauden in der Rabatte gemacht? Welche Farbkombinationen gefielen mir besonders oder auch gar nicht? Immer, wenn ich dazu Lust habe, mache ich mal eine solche „Fotorunde“, die mir dann jetzt im Winter bei der Planung von Neupflanzungen hilft.

3. Mein Gartentagebuch

Als Listen-Junkie habe ich natürlich auch einen Jahresplan dazu, was bei mir im Garten in welchem Monat für Arbeiten anstehen. Eben zugeschnitten auf meine Pflanzen. Unter uns: Meist schaffe ich nur die Hälfte davon – aber immerhin habe ich dann daran gedacht! Auch diese (digitale) Liste aktualisiere ich im Januar um die Erfahrungswerte aus dem Vorjahr. Dafür führe ich das Jahr über ein Gartentagebuch. Ich notiere kurz, welche Pflanzen ich wann ausgesäht, umgetopft, ausgepflanzt, gedüngt oder gegen Ungeziefer behandelt habe. Für den Gemüsegarten notiere ich mir zudem, wie viel ich wann ernten konnte und welche Vorräte wie lange reichten. So weiß ich, von welchem Gemüse ich im nächsten Jahr etwas mehr oder weniger anbauen könnte. Wichtige Erkenntnis meinerseits: Ich habe immer zu viel Zucchini und immer zu wenig Möhren – woran auch die Wühlmäuse in meinem Garten nicht unschuldig sind!

Nun denn, mein Plan für das kommende Jahr steht also. Lieber Frühling, du darfst dann jetzt kommen. Hallooooo, Frühling?

Hortensia

Januar: Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen

Hortensia Trio Hortensie PellensEs dauert nun nicht mehr lange, dann stehen die ersten Zimmerhortensien in den Geschäften. Und wir greifen gerne zu, weil wir uns doch jetzt alle nach frischen Blüten, nach Farbe und Pflanzenduft sehnen. Nicht umsonst ist am 10. Januar der „Tag der Zimmerpflanze“. Ich rate jedoch dazu, Hortensien erst ab Ende Februar zu kaufen. Oder eine Pflanzenleuchte einzusetzen.

Auch wenn es in den Fingern kribbelt. Auch wenn die Hortensien im Geschäft toll aussehen. Auch wenn sich womöglich jetzt jemand vom Handel auf den Schlips getreten fühlt. Derart früh im Jahr sind Hortensien im Haus ohne spezielle Zusatzbeleuchtung einfach nicht lange haltbar. Wohlgemerkt: Grundsätzlich sind Hortensien durchaus wunderbare Zimmerpflanzen auf Zeit, nur eben noch nicht im Januar.

Ganz wichtig ist mir hier, zu sagen: Die Hortensien und auch der Gärtner oder der Handel können da nicht für. Die Pflanzen sind jetzt grundsätzlich genau so gut und haltbar wie die, die später angeboten werden.Sie haben im Treibhaus optimale Bedingungen bekommen und sind gesund und stabil herangewachsen. Aber der Umzug ins Wohnhaus, der ist das Problem. Denn so früh im Jahr bekommen Hortensien im Haus in den meisten Fällen einfach zu wenig Licht. Der Sonnenstand ist daran „schuld“, es kommt nicht genug für die Pflanze verwertbares (!) Licht hinter der Fensterscheibe an. Nur, weil uns ein Tag hell erscheint, heißt das noch nicht, dass das „richtige“ Licht für die Pflanzen dabei ist. Da geht es um Dinge wie Wellenlängen, was wir gar nicht sehen können. Helfen könnte da  eine spezielle, künstliche Beleuchtung der Pflanzen. Wer die installiert und täglich acht Stunden brennen lässt, darf natürlich gerne auch schon Hortensien aufstellen.

Floristik Vintage Buga Heilbronn Hortensienschau

Witzige Floristik-Idee: Blumenvasen zwischen Schallplatten. Dies Vintage-Arrangement haben wir auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn entdeckt.

Die Folge von zu geringer Lichtmenge ist, dass die Blüten der Hortensien schon nach kurzer Zeit braun oder matschig werden und abfallen. Womöglich schon nach Tagen, obwohl Hortensien doch eigentlich bis zu 12 Wochen blühen könnten. Auch auf der Fensterbank.

Wer sich also an seinen Zimmerhortensien freuen möchte, der kaufe eine Pflanzenleuchte direkt hinzu, oder gedulde sich noch ein paar Wochen. Bis dahin gibt es ja noch die Mini-Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen, die in Körbchen arrangiert wunderbare Januar-Blütenpracht ins Haus bringen. Oder man zaubert wunderschöne Arrangements mit Schnittblumen, wie oben im Bild – gerne dann auch mit Schnitthortensien.

Es wünscht eine bunte Spätwinterzeit

Ihre und Eure Hortensia

Januar: Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz

Ein frohes neues Jahr, liebe Hortensienfreunde! Ich hoffe, Sie sind und Ihr seid alle gut durch die Feiertage gekommen und habt ein erfolgreiches, buntes Gartenjahr vor euch!  Meines hat bereits wieder angefangen, denn ich wohne am eher milden Niederrhein. Da kann man zum Beispiel jetzt aus dem abgeschmückten Weihnachtsbaum einen wunderbaren Kälteschutz machen.

Artischocken Winterschutz Sortengarten TannenzweigeDas ist bei mir in der Region noch nicht zu spät, denn hier besteht der Winter inzwischen meist aus grauem Himmel, Nässe und Temperaturen um die 10 Grad. „Üsselwetter“ sagt man bei uns. Frost kommt aber dummerweise dann meist doch noch.  Daher eben jetzt die Sache mit dem Weihnachtsbaum.

Sobald die Christbaumkugeln verpackt sind und der Tannenbaum nach draußen verfrachtet, schnappe ich mir immer die Astschere und knipse alle Triebe vom Hauptstamm ab. Der Stamm wandert auf unsere Benjeshecke, man könnte ihn aber sogar auch als Holzpfosten für einen Zaun oder als Blumenstütze verwenden.

Doch jetzt kommt es mir auf die Zweige an. Ich stecke sie zum Beispiel zwischen meine Hortensientöpfe, die ich an einer Ecke im Garten zusammengestellt habe. Oder ich benutzt sie im Gemüsebeet und decke meine Artischocken damit ab. Dafür habe ich zunächst ein Gemisch aus Heu, Streu (aus dem Meerschweinchenstall) und trockenem Laub darübergehäuft und das Ganze dann mit den Tannenzweigen und Steinen abgedeckt. Das Streu-Gemisch wärmt erst wunderbar und wird dann zu einem prima Dünger, den ich im Frühjahr im Beet verteile und mit unterharke. Die Tannenzweige wandern dann ebenfalls auf die Benjeshecke.

Bis bald wieder im Garten,

Hortensia

 

Januar: Das steht jetzt an

Pflege und Deko-Ideen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Januar.

Und alles Gute für das neue Jahr!

  • Schon austreibende Knospen bei Frost abdecken
  • Der Weihnachtsbaum wird zum Kälteschutz
  • Zimmer-Hortensien besser erst ab Ende Februar kaufen
  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Im Winterquartier auf Schädlinge achten

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

Dezember: Gefahr durch „Graue Watte“ im Winterquartier

Er sieht aus wie weiß-gräuliche Watte, überzieht vor allem Knospenansätze und trägt den unmöglichen Namen „Botrytis“: Ein Schimmelpilz. Er ist einer der größten Feinde jedes Hortensiengärtners, denn er mag es kühl und feucht und tritt daher besonders gerne in scheinbar geschützten Winterquartieren auf.

Schimmel Botrytis an Hortensienknospe hortensien.eu

Der Botrytis-Pilz setzt sich auf Knospen und lässt sie absterben.

Botrytis, die Knospenfäule, auch Grauschimmel genannt. Wenn sie zuschlägt, trocknen Blatt- und Blütenknospen ein, so dass im nächsten Frühjahr nichts mehr austreiben. Der Schimmelpilz schlägt seine Wurzeln in das Pflanzengewebe und ernährt sich von den Pflanzensäften. Das besonders Unangenehme ist, dass er überall in der Natur vorkommt und sich als Sporen unauffällig in den Pflanzen einnisten kann. Und wenn dann das Kleinklima für ihn passt, wächst er und breitet sich innerhalb von Stunden rasant über die Knospen unserer Hortensien aus. Gerade die typischen „geschützten“ Winterquartiere wie Garagen oder Kellerräume sind für ihn die perfekte Umgebung: Frostfrei, aber schön kühl, und nicht regennass, aber doch gut feucht, außerdem eher windgeschützt.

Was also tun, wenn man den Schimmelrasen an seinen Hortensien entdeckt? Einen Befall grundsätzlich vermeiden kann man wie gesagt nicht, da die Pilzsporen überall in der Natur vorkommen. Der Profigärtner bemüht sich, seine Überwinterungshallen durch entsprechende Lüftungstechnik so trocken wie möglich zu halten, um es dem Pilz ungemütlich zu machen. Für konkreten starken Befall bleiben ihm dann leider nur Fungizide.

Botrytis Knospenfäule Schimmel HortensieIm Privaten kann man am besten durch den Ort der Überwinterung gegen den Pilz vorbeugen. Heißt: Wer seine Hortensien im Freien und damit dem Frost belässt, verhindert, dass Botrytis wachsen kann. (Zum Thema Frost und Hortensien habe ich ebenfalls bereits Beiträge geschrieben, die hier zu finden sind.)

In frostgeschützten Quartieren gilt es, Feuchte zu verhindern. Dabei helfen eine dauerhafte Durchlüftung des Standortes und das Absammeln der abfallenden alten Blätter. Auch sollten größere Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht vermieden werden, denn auch das führt dazu, dass sich Luftfeuchte auf den Blättern niederschlägt.

Ist bereits ein Befall zu erkennen, sollte man kranke Pflanzenteile auf jeden Fall entfernen, um ein weiteres Ausbreiten über die Pflanze zu verhindern. Dass man dabei dann einige Knospen verliert, ist leider nicht zu ändern. Wirksame Hausmittel gegen Botrytis sind leider nicht bekannt – jedenfalls keine, die nicht auch der Hortensie schaden können. Oder man muss zu speziellen Fungiziden aus dem Fachhandel greifen.

Dezember: Das steht jetzt an

Pflege, Deko und Hintergrundwissen rund um die Hortensie – hier die Stichpunkte für Dezember.

  • Weiterhin das Gießen nicht vergessen
  • Das Winterquartier auf weiß-wolligen Pilzbefall kontrollieren
  • Den Winterschutz nachsehen: Sitzt noch alles wind- und wetterfest?
  • DIY: Geschenke nachhaltig verpacken und mit Hortensienblüten besonders dekorieren

Ausführliche Texte zu den genannten Themen finden sich bereits in den Beiträgen oder folgen noch im Laufe dieses Monats.

November: Bücher über Hortensien

Es gibt reichlich gute Gründe dafür, jetzt mal (wieder) ein Buch über Hortensien in die Hand zu nehmen. Weil die bunten Blütenbilder unsere Stimmung heben. Weil es mit Kuscheldecke und Heißgetränk an kalten Tagen so gemütlich ist auf dem Sofa. Weil dann die Ideen kommen, was man im kommenden Jahr gestalten, einkaufen, umändern möchte.

Wir stellen daher, sortiert nach dem Jahr ihres Erscheinens, diesmal Hortensienbücher vor. Viele sind im Buchhandel erhältlich, andere müsste man eventuell bereits in einem Antiquariat oder einer Bibliothek suchen.

„Hydrangeas“ von Slade/Lane (2020)

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