Zum Schutz der Moore erscheint es sinnvoll, den Torfverbrauch für Pflanzerden zu reduzieren. Tatsächlich gibt es inzwischen torffrei produzierte Hortensien und natürlich jede Menge torffreie Substrate im Handel. Allerdings brauchen Hortensien in torffreiem Boden eine andere Pflege als solche mit Torfboden. Torffreie Substrate sind in aller Regel ein ganzes Stück arbeitsintensiver und teurer. Wir erklären, warum.
Im professionellen Gartenbau spricht man nicht von Erde, sondern von Substrat. Es handelt sich um Mischungen aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten können pflanzlich sein, dazu gehören Humus, verschiedene Pflanzenfasern und eben Torf. Oder sie sind mineralisch, wie etwa Blähton, Kalk oder Perlite. Aus diesen Kategorien entstehen Substrat-Mischungen. Diese passt jedes Unternehmen ganz individuell seinen Anforderungen an. Es hängt zuallererst natürlich von der Art der Pflanzen ab, welches Substrat man benötigt. Bei Hortensien, die saure Erde brauchen, ist das sehr offensichtlich. Aber auch die Regenmengen am Produktionsstandort müssen für das Substrat berücksichtigt werden, und ob das Substrat der Pflanze Halt gegen Wind geben muss. Das richtige Substrat entscheidet über ein optimales Wurzelwachstum und somit darüber, wie gut eine Pflanze mit Nährstoffen versorgt wird, wie gut sie wächst, wie lange sie blüht und wie gut sie Schädlingen trotzen kann.
Die Bedeutung von Torf
Torf – im Gartenbau ist damit in der Regel Hochmoor-Weißtorf gemeint – hat vor allem zwei enorm wichtige Eigenschaften für Pflanzen. Erstens speichert er Wasser und darin gelöste Nährstoffe sehr gut. Zweitens hält Torf durch seine lockere Struktur Luft in der Erde, die die Wurzeln ebenfalls brauchen. Damit wird Staunässe verhindert. Schließlich entscheidet diese Struktur auch darüber, wie gut der Wassertransport von unten nach oben sowie quer durch den Boden funktioniert.
Ohne Torf braucht mehr Überwachung
Lässt man nun den Torf weg, verringert sich sozusagen die Qualität des Substrats. Es kann Wasser schlechter halten – der Boden trocknet viel schneller aus. Gärnter – ob Profis oder Hobbygärtner – müssen daher nach Regenfällen viel schneller wieder gießen, als wir es von Erden mit Torf gewohnt sind. Zudem verteilt sich das Wasser auch nicht so gut quer durch die Erde. Beim Gießen müssen wir mehr darauf achten, dass das Wasser überall hinkommt und nicht nur an einer Seite der Pflanze direkt nach unten verschwindet, so dass halbseitig die Wurzeln austrocknen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Nährstoffe werden beim Düngen nicht mehr so gut im Boden gehalten sowie bei Regen stärker ausgespült – es muss daher bei torffreier Erde häufiger und dafür in kleineren Dosen gedüngt werden. Zudem wird beim Einsatz von Ersatzmaterial wie Kokosfasern der Stickstoff aus dem Dünger sozusagen „weggefressen“, wenn die Fasern sich zersetzen.
Dann das Thema Durchlüftung: Torffreie Substrate verdichten sich schneller. Es kann eher zu Staunässe kommen. Dann muss häufiger gelockert oder ausgetauscht werden.
Schließlich kommt noch hinzu, dass alle Ersatzstoffe ein ganzes Stück teurer sind als Torf. Bei der Kokosfaser ergibt sich das zum Beispiel aus den weiten Transportwegen und der nötigen Aufbereitung der Fasern (sie müssen zum Beispiel gut gewaschen werden). Angesichts dieser Transportwege und besagter Aufbereitung steht auch die Frage im Raum, ob solche Ersatzstoffe am Ende tatsächlich umweltfreundlicher sind. Die Antworten zu diesen Fragen stehen tatsächlich noch aus.
Die Forschung
Um die Antworten zu finden, wird mit großem zeitlichen und personellen Aufwand schon seit längerem kräftig geforscht, dafür auch einiges an Geld in die Hand genommen. An Hochschulen, in Versuchsanstalten und in Gartenbaubetrieben gibt es weitreichende Tests zu Torfersatzstoffen. Bei solchen Tests werden auch in Hortensienbetrieben einige Tausend Pflanzen mit unterschiedlichen Substratmischungen getopft und über die gesamte Kulturzeit beobachtet. Wie wachsen sie? Wieviel Dünger benötigen sie wann? Wie oft muss wieviel gewässert werden? Aus den Ergebnissen werden bei Bedarf wieder neue Mischungsverhältnisse der Erden abgeleitet und im nächsten Jahr erneut getestet. Da Hortensien ein ganzes Jahr Entwicklungszeit haben, dauern solche Tests einige Jahre, bis ein konkretes Ergebnis vorliegt.
Der aktuelle Stand der Dinge lautet: Momentan ist noch kein Stoff bekannt, der die Eigenschaften von Torf in gleichem Maße vereint. Aber es wurden neue Kulturführungen entwickelt, so dass es nun auch torffrei produzierte Hortensien zu kaufen gibt.
Das Fazit
Zusammenfassend kann man sagen: Den Gärtnern ist das Problem sehr bewusst. Tests sind an vielen Standorten und Gärtnereien im Gange. Man hat jedoch höhere Kosten und eine kompliziertere Kulturführung festgestellt. Und nur sehr wenige Endverbraucher sind bereit, höhere Preise für torfreduzierte oder torffreie Pflanzen zu zahlen. Letztlich muss daher jede Gärtnerei ihren ganz individuellen Weg für sich finden. Muss schauen, ob ihre Pflanzen mit Ersatzstoffen überhaupt machbar sind. Ob sie es sich finanziell und personell leisten können, torffrei zu arbeiten. Entscheidend werden dabei Sie sein, lieber Leser: Auch Sie müssen bereit sein, die Mehrkosten und den größeren Pflegeaufwand für torffreie Hortensien mit zu tragen. Wenn Sie keine torffreien Produkte kaufen, wird sich torffrei nicht durchsetzen.
Sobald die ersten milden Tage des Jahres sich ankündigen, kribbelt es Hortensienbesitzern meist in den Scheren. Aufräumen steht auf dem Programm. Man möchte, dass es losgeht im Garten. Doch man liest so viel Verschiedenes über das Schneiden von Hortensien – wann mache ich es denn nun? Und wie weit schneidet man sie herunter? Hier kommen die Antworten.


Auch im Winter kann es nötig sein, die Hortensien draußen oder im Winterquartier zu gießen. Warum und wie viel, darum geht es diesmal.
Ich gebe es zu, ich bin ein ziemlicher Plan- und Listen-Junkie. Deshalb finde ich es jetzt im Januar herrlich, mich mit Gartenzeitschriften, Tee, Wolldecke und vor allem Stift und Plan bewaffnet auf die Couch zu setzen, um neue Pflanzideen für die kommende Saison zu notieren. Je dunkler die Januartage, je größer ist für mich diese Vorfreude auf das neue Gartenjahr. Was allerdings nicht heißt, dass ich meine Pläne nicht während der Saison mehrfach umschmeiße. Egal, jedenfalls gehe ich bei meiner Planung wie folgt vor.
Es dauert nun nicht mehr lange, dann stehen die ersten Zimmerhortensien in den Geschäften. Und wir greifen gerne zu, weil wir uns doch jetzt alle nach frischen Blüten, nach Farbe und Pflanzenduft sehnen. Nicht umsonst ist am 10. Januar der „Tag der Zimmerpflanze“. 
Das ist bei mir in der Region noch nicht zu spät, denn hier besteht der Winter inzwischen meist aus grauem Himmel, Nässe und Temperaturen um die 10 Grad. „Üsselwetter“ sagt man bei uns. Frost kommt aber dummerweise dann meist doch noch. Daher eben jetzt die Sache mit dem Weihnachtsbaum.
Im Privaten kann man am besten durch den Ort der Überwinterung gegen den Pilz vorbeugen. Heißt: Wer seine Hortensien im Freien und damit dem Frost belässt, verhindert, dass Botrytis wachsen kann. (Zum Thema Frost und Hortensien habe ich ebenfalls bereits Beiträge geschrieben, die hier zu finden sind.)