Es dauert nun nicht mehr lange, dann stehen die ersten Zimmerhortensien in den Geschäften. Und wir greifen gerne zu, weil wir uns doch jetzt alle nach frischen Blüten, nach Farbe und Pflanzenduft sehnen. Nicht umsonst ist am 10. Januar der „Tag der Zimmerpflanze“. Ich rate jedoch dazu, Hortensien erst ab Ende Februar zu kaufen. Oder eine Pflanzenleuchte einzusetzen.
Auch wenn es in den Fingern kribbelt. Auch wenn die Hortensien im Geschäft toll aussehen. Auch wenn sich womöglich jetzt jemand vom Handel auf den Schlips getreten fühlt. Derart früh im Jahr sind Hortensien im Haus ohne spezielle Zusatzbeleuchtung einfach nicht lange haltbar. Wohlgemerkt: Grundsätzlich sind Hortensien durchaus wunderbare Zimmerpflanzen auf Zeit, nur eben noch nicht im Januar.
Ganz wichtig ist mir hier, zu sagen: Die Hortensien und auch der Gärtner oder der Handel können da nicht für. Die Pflanzen sind jetzt grundsätzlich genau so gut und haltbar wie die, die später angeboten werden.Sie haben im Treibhaus optimale Bedingungen bekommen und sind gesund und stabil herangewachsen. Aber der Umzug ins Wohnhaus, der ist das Problem. Denn so früh im Jahr bekommen Hortensien im Haus in den meisten Fällen einfach zu wenig Licht. Der Sonnenstand ist daran „schuld“, es kommt nicht genug für die Pflanze verwertbares (!) Licht hinter der Fensterscheibe an. Nur, weil uns ein Tag hell erscheint, heißt das noch nicht, dass das „richtige“ Licht für die Pflanzen dabei ist. Da geht es um Dinge wie Wellenlängen, was wir gar nicht sehen können. Helfen könnte da eine spezielle, künstliche Beleuchtung der Pflanzen. Wer die installiert und täglich acht Stunden brennen lässt, darf natürlich gerne auch schon Hortensien aufstellen.

Witzige Floristik-Idee: Blumenvasen zwischen Schallplatten. Dies Vintage-Arrangement haben wir auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn entdeckt.
Die Folge von zu geringer Lichtmenge ist, dass die Blüten der Hortensien schon nach kurzer Zeit braun oder matschig werden und abfallen. Womöglich schon nach Tagen, obwohl Hortensien doch eigentlich bis zu 12 Wochen blühen könnten. Auch auf der Fensterbank.
Wer sich also an seinen Zimmerhortensien freuen möchte, der kaufe eine Pflanzenleuchte direkt hinzu, oder gedulde sich noch ein paar Wochen. Bis dahin gibt es ja noch die Mini-Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen, die in Körbchen arrangiert wunderbare Januar-Blütenpracht ins Haus bringen. Oder man zaubert wunderschöne Arrangements mit Schnittblumen, wie oben im Bild – gerne dann auch mit Schnitthortensien.
Es wünscht eine bunte Spätwinterzeit
Das ist bei mir in der Region noch nicht zu spät, denn hier besteht der Winter inzwischen meist aus grauem Himmel, Nässe und Temperaturen um die 10 Grad. „Üsselwetter“ sagt man bei uns. Frost kommt aber dummerweise dann meist doch noch. Daher eben jetzt die Sache mit dem Weihnachtsbaum.
Im Privaten kann man am besten durch den Ort der Überwinterung gegen den Pilz vorbeugen. Heißt: Wer seine Hortensien im Freien und damit dem Frost belässt, verhindert, dass Botrytis wachsen kann. (Zum Thema Frost und Hortensien habe ich ebenfalls bereits Beiträge geschrieben, die hier zu finden sind.)
Das Rentnerehepaar Heinz und Else erleben den ganz normalen Alltagswahnsinn mit ihren Nachbarn am Gartenzaun. Kurzgeschichten aus der Vorstadtsiedlung zum Lesen oder Überlesen. Episode 2.