Januar: Hortensien ohne Torf müssen anders gepflegt werden

Zum Schutz der Moore erscheint es sinnvoll, den Torfverbrauch für Pflanzerden zu reduzieren. Tatsächlich gibt es inzwischen torffrei produzierte Hortensien und natürlich jede Menge torffreie Substrate im Handel. Allerdings brauchen Hortensien in torffreiem Boden eine andere Pflege als solche mit Torfboden. Torffreie Substrate sind in aller Regel ein ganzes Stück arbeitsintensiver und teurer. Wir erklären, warum.

Hortensia Hydrangea Hortensien Erde Topfen Pflanzen torffreiIm professionellen Gartenbau spricht man nicht von Erde, sondern von Substrat. Es handelt sich um Mischungen aus verschiedenen Komponenten. Diese Komponenten können pflanzlich sein, dazu gehören Humus, verschiedene Pflanzenfasern und eben Torf. Oder sie sind mineralisch, wie etwa Blähton, Kalk oder Perlite. Aus diesen Kategorien entstehen Substrat-Mischungen. Diese passt jedes Unternehmen ganz individuell seinen Anforderungen an. Es hängt zuallererst natürlich von der Art der Pflanzen ab, welches Substrat man benötigt. Bei Hortensien, die saure Erde brauchen, ist das sehr offensichtlich. Aber auch die Regenmengen am Produktionsstandort müssen für das Substrat berücksichtigt werden, und ob das Substrat der Pflanze Halt gegen Wind geben muss. Das richtige Substrat entscheidet über ein optimales Wurzelwachstum und somit darüber, wie gut eine Pflanze mit Nährstoffen versorgt wird, wie gut sie wächst, wie lange sie blüht und wie gut sie Schädlingen trotzen kann.

Die Bedeutung von Torf

Torf – im Gartenbau ist damit in der Regel Hochmoor-Weißtorf gemeint – hat vor allem zwei enorm wichtige Eigenschaften für Pflanzen. Erstens speichert er Wasser und darin gelöste Nährstoffe sehr gut. Zweitens hält Torf durch seine lockere Struktur Luft in der Erde, die die Wurzeln ebenfalls brauchen. Damit wird Staunässe verhindert. Schließlich entscheidet diese Struktur auch darüber, wie gut der Wassertransport von unten nach oben sowie quer durch den Boden funktioniert.

Ohne Torf braucht mehr Überwachung

Lässt man nun den Torf weg, verringert sich sozusagen die Qualität des Substrats. Es kann Wasser schlechter halten – der Boden trocknet viel schneller aus. Gärnter – ob Profis oder Hobbygärtner – müssen daher nach Regenfällen viel schneller wieder gießen, als wir es von Erden mit Torf gewohnt sind. Zudem verteilt sich das Wasser auch nicht so gut quer durch die Erde. Beim Gießen müssen wir mehr darauf achten, dass das Wasser überall hinkommt und nicht nur an einer Seite der Pflanze direkt nach unten verschwindet, so dass halbseitig die Wurzeln austrocknen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Nährstoffe werden beim Düngen nicht mehr so gut im Boden gehalten sowie bei Regen stärker ausgespült – es muss daher bei torffreier Erde häufiger und dafür in kleineren Dosen gedüngt werden. Zudem wird beim Einsatz von Ersatzmaterial wie Kokosfasern der Stickstoff aus dem Dünger sozusagen „weggefressen“, wenn die Fasern sich zersetzen.

Dann das Thema Durchlüftung: Torffreie Substrate verdichten sich schneller. Es kann eher zu Staunässe kommen. Dann muss häufiger gelockert oder ausgetauscht werden.

Schließlich kommt noch hinzu, dass alle Ersatzstoffe ein ganzes Stück teurer sind als Torf. Bei der Kokosfaser ergibt sich das zum Beispiel aus den weiten Transportwegen und der nötigen Aufbereitung der Fasern (sie müssen zum Beispiel gut gewaschen werden). Angesichts dieser Transportwege und besagter Aufbereitung steht auch die Frage im Raum, ob solche Ersatzstoffe am Ende tatsächlich umweltfreundlicher sind. Die Antworten zu diesen Fragen stehen tatsächlich noch aus.

 Die Forschung

Um die Antworten zu finden, wird mit großem zeitlichen und personellen Aufwand schon seit längerem kräftig geforscht, dafür auch einiges an Geld in die Hand genommen. An Hochschulen, in Versuchsanstalten und in Gartenbaubetrieben gibt es weitreichende Tests zu Torfersatzstoffen. Bei solchen Tests werden auch in Hortensienbetrieben einige Tausend Pflanzen mit unterschiedlichen Substratmischungen getopft und über die gesamte Kulturzeit beobachtet. Wie wachsen sie? Wieviel Dünger benötigen sie wann? Wie oft muss wieviel gewässert werden? Aus den Ergebnissen werden bei Bedarf wieder neue Mischungsverhältnisse der Erden abgeleitet und im nächsten Jahr erneut getestet. Da Hortensien ein ganzes Jahr Entwicklungszeit haben, dauern solche Tests einige Jahre, bis ein konkretes Ergebnis vorliegt.

Der aktuelle Stand der Dinge lautet: Momentan ist noch kein Stoff bekannt, der die Eigenschaften von Torf in gleichem Maße vereint. Aber es wurden neue Kulturführungen entwickelt, so dass es nun auch torffrei produzierte Hortensien zu kaufen gibt.

Das Fazit 

Zusammenfassend kann man sagen: Den Gärtnern ist das Problem sehr bewusst. Tests sind an vielen Standorten und Gärtnereien im Gange. Man hat jedoch höhere Kosten und eine kompliziertere Kulturführung festgestellt. Und nur sehr wenige Endverbraucher sind bereit, höhere Preise für torfreduzierte oder torffreie Pflanzen zu zahlen. Letztlich muss daher jede Gärtnerei ihren ganz individuellen Weg für sich finden. Muss schauen, ob ihre Pflanzen mit Ersatzstoffen überhaupt machbar sind. Ob sie es sich finanziell und personell leisten können, torffrei zu arbeiten. Entscheidend werden dabei Sie sein, lieber Leser: Auch Sie müssen bereit sein, die Mehrkosten und den größeren Pflegeaufwand für torffreie Hortensien mit zu tragen. Wenn Sie keine torffreien Produkte kaufen, wird sich torffrei nicht durchsetzen.

Dezember: Nachhaltig Verpacken mit Hortensien-Deko

An alle lieben Nikoläuse, Weihnachtsmänner und Christkinder dort draußen. An alle, die dabei sind, große und kleine Geschenke für die Lieben, für Nachbarn oder Freunde zu verpacken. Nachhaltigkeit liegt den meisten von uns am Herzen. Daher habe ich diesmal Ideen für Geschenkverpackungen gesammelt, die zumindest ein Stück weit nachhaltig sind. Und die natürlich auch etwas mit Hortensien zu tun haben, wie Sie im letzten Abschnitt sehen werden, denn schließlich sind wir hier bei Hortensia. Ich gebe zu, es sind alles keine noch nie gehörten Wundertipps, aber vielleicht finden Sie Dies oder Das doch ganz spannend.

Mehrweg mit Pfiff

Das üble an der üblichen Verpackung mit buntem Industrie-Geschenkpapier, Kunststoff-Bändern und Plastik-Schleifen ist natürlich, dass alles nach kurzer Zeit im Müll landet. Um das zu vermeiden, sind jegliche wiederverwendbaren Verpackungen natürlich viel besser. Dazu gehören Geschenktüten aus Papier – haben Sie ruhig den Mut, dass die Tante die Tüte wiedererkennt, die sie selbst Ihnen voriges Jahr überreicht hat. Es kommt schließlich auf den Inhalt an. Und mit einer kleinen neuen Dekoration (siehe unten) sieht die Verpackung auch gleich etwas anders aus. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil: Wer wie ich beim Einpacken zwei Linke Hände hat, kommt ohne Schimpfen, zerknüllte Ecken und verdrehte Klebestreifen locker aus der Nummer heraus.

Vielleicht schaffen Sie es auch, Geschenkpapier ein zweites Mal zu benutzen. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass meine Oma das ganz selbstverständlich gemacht hat – ja, warum denn nicht, wenn es doch noch gut ist? Ok, Eltern stürmischer Kinder sind entschuldigt.

Aus Alt mach Neu

Die beklebte Stiftekiste enthielt mal ein Geschenk und erinnert mich am Schreibtisch bis heute an meine Oma.

In meiner Schreibtischschublade steht eine Pappkiste, die ich als Kind vor ungezählten Jahren mal von meiner Oma als Verpackung mit einem Weihnachtsgeschenk bekommen habe. Die Kiste hatte meine Oma mit gebrauchtem, aber noch gutem Geschenkpaper beklebt. Sie war für alles mögliche gut über die Jahre, inzwischen sind Stifte darin. Bekleben Sie doch mal einen stabilen Schuhkarton oder bemalen Sie eine Holzkiste selbst – dann haben Sie gleich zwei Geschenke in einem. Oder Sie machen andersrum nach dem Fest eine Bastelaktion mit Ihren Kindern oder Enkeln daraus: Aufbewahrungskisten für Lego & Co aus Weihnachtsverpackungen basteln.

Mut zum Ungewohnten

Wir sollten uns dringend verabschieden von dem Gedanken, dass Wiederverwenden womöglich ein Zeichen von Knauserigkeit, „sich nichts besseres leisten können“ oder geringer Wertschätzung ist. Ich denke vielmehr, es ist ein Zeichen von Verantwortungsgefühl für die nächsten Generationen, für „sich Gedanken machen“ und für sehr viel Wertschätzung für die Dinge um uns. Warum also ein Geschenkpapier mit Schrift darauf kaufen, wenn Zeitungspapier im Haus ist? Mit zusätzlicher Dekoration (siehe unten) wird es ein wunderschönes und vor allem individuelles Packet. Einfaches braunes Recycling-Packpapier wird mit Buntstiften bemalt oder bestempelt zum einmaligen Kunstwerk.

Zum Schluss die Kür: Dekorationen mit Hortensien

Die großen Einzelblüten stammen von der Hortensiensorte „Bela“. Ein wunderbares Deko-Element.

Als Hortensienliebhaber hat man in der Regel getrocknete Hortensienblüten im Haus. Vielleicht kann man auch noch ein paar im Garten abschneiden. Sie eignen sich wunderbar als nachhaltige Dekoration für Geschenktüten oder Päckchen. Vielleicht kombiniert mit etwas Tannengrün oder kleinen Weihnachtskugeln.

Vielfältige Verwendung können auch einzelne Blüten von Hortensien finden. Gepresst getrocknet lassen sich aufkleben oder als Schablone zum „Überpinseln“ verwenden. Übrigens vielleicht auch eine schöne Streudeko auf dem Weihnachtstisch.

Ich sprach oben auch vom Bestempeln von Recycling-Packpapier. Aus Kartoffeln lassen sich leicht nachhaltige Stempel selbst machen – zum Beispiel mit Hortensien-Motiven. Kartoffeln halbieren und mit einem scharfen Messer in die Schnittfläche den gewünschten Umriss schnitzen – neben Hortensien zum Beispiel Tannenbäumchen, Nikolausstiefel oder Christbaumkugeln.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Verpacken und Verschenken. Haben Sie eine wunderschöne, ruhige und vor allem auch gesunde Adventszeit!

Ihre Hortensia