Frostschäden – nicht verzweifeln

Die meisten Hortensien werden trotz Frostschäden wieder austreiben.

Frostschaden an einer großen H. macrophylla

Der Spätfrost hat in diesem April mal wieder kräftig zugeschlagen. In vielen Gärten zeigt sich ein verheerendes Bild von braunen, matschigen Blättern an den vorher bereits so schön gewachsenen Hortensien. Auch in unserem Sortengarten hat es rund 50 Hortensien heftig erwischt, vor allem Samthortensien und Macrophylla.

Vor dem Frost herrlich (kleines Bild) – nach dem Frost ein verheerender Anblick

Die schlechte Nachricht: Viele Blütenknospen werden dabei unwiederbringlich erfroren sein. Die gute Nachricht: Die Hortensien selbst gehen in der Regel dabei nicht ganz ein, sondern werden aus dem Holz wieder neu austreiben. „Das kommt alle paar Jahre vor, dass wir solche Spätfröste bekommen und es kein gutes Hortensienjahr wird“, hat mir mein Schwiegervater Hans-Gerd Pellens dazu aus seiner langjährigen Erfahrung als Hortensiengärtner berichtet. „Doch die Pflanzen überleben es in der Regel und blühen dann im darauffolgenden Jahr wieder wunderschön.“

Gut verholzte Kanmara – sie treibt von unten neu aus.

Kein Problem dürften diejenigen Hortensien haben, die bereits einen guten mehrtriebigen Austrieb mit an der Basis verholzten Ästen haben. Der Frost dringt nicht bis tief ins Holz vor, so dass die Pflanze von dort neu austreiben kann. So wie in unserem Garten die „Kanmara in Rosa“. Auf dem Foto ist bereits erkennbar, dass unten aus den verholzten Trieben bereits neue Blätter sprießen.

Anders sieht es leider bei Pflanzen aus, die nur wenige und vor allem weiche, frische Triebe haben bisher. Da habe ich auch ein Exemplar von im Garten, das ich erst kurz vor dem Frost gepflanzt hatte. Die Pflanze, die bisher im Topf stand, hatte im vorigen Jahr ein Problem mit Dickmaulrüssler, deshalb hatte sie kaum Austrieb. In diesem Jahr nun kamen endlich neue Triebe und ich hatte schon gedacht, sie hat es geschafft, und habe sie ausgepflanzt. Bei ihr Bange ich nun, ob der Frost alles zerstört hat, da sie sowieso nicht die Kräftigste war.

Das sieht schlecht aus, denn die Triebe sind noch nicht gut verholzt.

Was wir jetzt machen sollten, ist also, abzuwarten bis Mitte/ Ende Mai. Dann wissen wir, bei welchen Hortensien sich neue Austriebe bilden und welche Hortensien den Frost tatsächlich komplett nicht überlebt haben. Dann erst sollten wir die Hortensien entsorgen, die es nicht geschafft haben. Bis dahin heißt es also: Daumen drücken. Ich drücke für uns alle mit!

 

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Ja, so wachsen sie…

So unterschiedlich schnell treiben verschiedene Hortensiensorten aus. Besuch im Sortengarten.

Hydrangea macrophylla „Selma“ zwischen Farn, Astilbe und Tränendem Herzen

„Oh, deine sind aber schon weit – bei meinen tut sich noch gar nicht so viel“… Beim Blick in Bilderforen im Internet oder auch in Nachbars Garten fühlen sich manche Hortensienbesitzer jetzt im Frühjahr schon fast gestresst, weil im eigenen Grün noch nicht alles so üppig wächst, wie hinter anderen Gartenzäunen. Hätte ich mehr düngen müssen? Stehen sie falsch? Gebe ich zu wenig oder zu viel Wasser?

Hydrangea macrophylla „Sweet Dreams“ steht in unserem Obstgarten.

Ihr Lieben – macht euch nicht verrückt. Unterschiedliche Hortensiensorten und erst recht die unterschiedlichen Arten treiben ganz verschieden schnell aus.

 

Ich bin eben mal durch unseren Sortengarten gegangen und habe euch ein paar Fotos mitgebracht, auf denen man das auch wunderbar sehen kann. Inzwischen stehen bei uns rund 350 verschiedene Sorten und Arten im Freiland.

H. aspera „Macrophylla“ – eine Samthortensie

 

Einige sind empfindlich und treiben jetzt ganz neu von unten aus, während viele vorjährige Triebe im Winter zurückgefroren sind. Andere finden ihren Standort prima und wachsen üppig. Doch unabhängig davon sieht man auch gut, dass eben einige Arten und Sorten generell schon viel weiter sind als andere, die Blätter schon viel größer sind.

 

Natürlich spielt auch das so genannte „Kleinklima“ noch eine Rolle. Kommt mehr oder weniger Wind an die konkrete Pflanzstelle, mehr oder weniger Sonne und Regen? Bei uns ist auch der Boden von Meter zu Meter verschieden: an einigen Stellen sehr steinig aber dafür auch gut durchlässig, an anderen eher zu lehmig und somit eigentlich etwas zu nass.

H. paniculata „Big Ben“ (links), H. arboresence „White Dome“ (hinten) und H. macrophylla „Hopcorn“ (rechts).

H. paniculata „Vanilla Fraise“ am Sonnenhang

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Schritt für Schritt nach draußen

Hortensien besser nicht von jetzt auf gleich nach draußen stellen.

Schon ab März sind blühende Hortensien im Handel und bei den ersten Sonnentagen würde man sie auch gerne schon für die Frühjahrsdekoration auf dem Balkon oder im Vorgarten nutzen. Doch halt – auch wenn Hortensien „winterhart“ sind und bei uns draußen wachsen – blühend gekaufte Hortensien kann man nicht so einfach ins Freiland stellen.

 

Foto: Karl-Heinz Liebisch/ pixelio.de

Eigentlich blühen Hortensien „draußen“ bei uns erst ab Juni. Die Hortensien, die vorher schon mit Blüten im Handel zu bekommen sind, haben im Gewächshaus kuschelige Wärme bekommen, damit sie wachsen konnten.  Und man kennt es ja von sich selbst: An heimelige 20 Grad gewöhnt möchte man nicht plötzlich im T-Shirt in 5 Grad kalter Frühlings-Nachtluft stehen. Wir würden bibbern, die Hortensien lassen in dem Fall Blätter und Blüten hängen und gehen im schlimmsten Fall sogar ein, wenn noch mal eine Frostnacht kommt.

 

Setzen Sie blühend gekaufte Hortensien daher erst nach draußen, wenn die Temperaturen dort um 15 Grad liegen. Und holen Sie sie nachts herein, um sie vor Nachtfrösten zu schützen. Ab Mitte Mai dann, nach den so genannten „Eisheiligen“, wenn in der Regel keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind und die Hortensie Zeit hatte, sich an „draußen“ zu gewöhnen, können Sie sie auch dauerhaft im Kübel hinausstellen oder ins Beet auspflanzen.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken