Wie halte ich Zimmer-Hortensien? Unsere 6 Tipps machen den Unterschied

Unter Blumenfreunden wird viel diskutiert, ob Hortensien als Zimmerpflanzen zu empfehlen sind, oder nicht. Wir geben Tipps, wie sich die Gehölze auch auf der Fensterbank wohl fühlen – und warum man sie am besten erst ab Ende Februar dort hinstellt.

Zimmer-Hortensien bringen frische Farbe ins Haus.

Zimmer-Hortensien bringen frische Farbe ins Haus.

 

„Bei mir bekommen Hortensien im Zimmer immer Schädlinge. Sie gehören nicht ins Haus“ – sagt der eine. „Ich möchte meine Zimmer-Hortensien nicht missen, sie bringen endlich wieder Farbe in meine Wohnung und halten sich prima“ – sagt der andere. Und beide haben auf ihre Weise ja auch Recht.

Hortensien sind Gehölze und fühlen sich draußen im Freien auf Dauer am wohlsten. Das ist nicht abzustreiten. Dennoch kann man es ihnen aber auch auf der Fensterbank gemütlich einrichten, man muss nur einige Tipps beherzigen.

Tipp 1: Blühende Zimmerhortensien erst ab Februar kaufen.
Zwar gibt es meist schon ab Anfang Januar blühende Hortensien, doch sind diese meist nicht sehr lange schön. Das liegt an der unterschiedlichen Lichtmenge, die die Pflanzen beim Gärtner und dann zu Hause auf der Fensterbank bekommen. Im Gewächshaus mit seinen großen Glasflächen kommt jeder Lichtstrahl bis zu den Hortensien durch. Manche Pflanzen bekommen auch vom Gärtner zusätzlich Licht, damit sie gut wachsen können. Kommen diese Hortensien dann in der Wohnung an, bekommen sie plötzlich sehr viel weniger Licht. Ab Ende Februar ist das Tageslicht zu Hause aber immerhin schon viel intensiver als im Januar, daher haben die Pflanzen dann eine viel bessere Blütezeit als die ganz früh gekauften.

Tipp 2: Möglichst hell stellen
Auf jeden Fall sollten Zimmerhortensien möglichst hell stehen, gerne direkt am Fenster. Lichtmangel verkürzt die Blütezeit erheblich. Die Blüten werden dann schnell braun. Außerdem bedeutet Lichtmangel Stress – und Stress macht Pflanzen anfällig für Schädlinge. Bei aller Helligkeit sollten Hortensien aber vor zu starker Sonneneinstrahlung wiederum geschützt werden. Besonders weiße Hortensienblühten verbrennen leicht in der Mittagshitze hinter der Fensterscheibe.

Tipps 3: Wasserspeichertöpfe nutzen

Über einen Doch kann sich die Hortensie im Wasserspeichertopf selbst versorgen

Über einen Doch kann sich die Hortensie im Wasserspeichertopf selbst versorgen

Wenn Hortensien etwas benötigen, dann genug Wasser. Nicht umsonst bedeutet ihr lateinischer Name Hydrangea übersetzt „Wassergefäß“. Im Zimmer müssen Hortensien erfahrungsgemäß mindestens jeden zweiten Tag, an sonnigen und damit wärmeren Standorten sogar täglich gegossen werden. Es sei denn, man hat eine der neuen Hortensien im Wasserspeichertopf. Hortensia bietet Wasserspeichertöpfe in verschiedenen schicken Dekoren, in denen die Hortensie bis zu fünf Tage lang nicht nachgegossen werden muss. Aus dem Wasserspeicher kann sich die Pflanze mit Hilfe eines Dochtes nach Bedarf selbst versorgen. Ein Sichtfenster zeigt, ob nachgegossen werden muss. So wird die Hortensie super pflegeleicht.
Sollten Blätter und Blüten dann doch noch mal plötzlich schlapp herunterhängen, schnell einen guten Schwung Wasser geben. In der Regel stehen sie dann ohne Schaden wieder auf. Trotz aller Wasserfreude mögen Hortensien Staunässe übrigens gar nicht. Heißt, ihre Wurzeln sollten nie im Wasser stehen. Sonst faulen diese leicht.

Tipp 4: Heizungs-Zugluft vermeiden
Direkt über der Heizung stehen Hortensien nicht gut. Denn die aufsteigende warme und trockene Heizungsluft nimmt die Blattfeuchte der Hortensie mit und verstärkt dadurch die ohnehin hohe Verdunstungsrate. Dies bedeutet Trockenstress für die Hortensie und Stress, wie oben schon gesagt, macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge. So, wie ein geschwächter Mensch ebenfalls zum Beispiel schneller eine Erkältung bekommt. Daher Hortensien zwar gerne warm, aber möglichst nicht in Zugluft stellen.

Tipp 5: Nicht düngen
Hortensien brauchen Dünger nur während der Wachstumsphase. Blühende Hortensien fürs Zimmer sind bereits voll entwickelt und brauchen nicht gedüngt zu werden.

Tipp 6: Lüften gegen Schädlinge

Rote Blätter, verursacht durch Spinnmilben

Rote Battflecken, verursacht durch Spinnmilben

Zimmerhortensien haben oft mit Spinnmilben zu kämpfen, während Hortensien im Garten diese gar nicht bekommen. Das hängt vor allem mit dem Klima im Haus zusammen: Spinnmilben mögen warme, trockene Luft. Außerdem bewegen sie sich fort, indem sie sich von der warmen Zimmerluft herumtreiben lassen.
Zu erkennten sind Spinnmilben zunächst an silbrigen Punkten auf der Blattoberseite. Später verfärben sich die Blattzwischenräume gelb, dann graubraun und trocknen schließlich ein. Auch können rote Blattflecken auftauchen. An der Blattunterseite kann ein feines Gespinnst zu erkennen sein.
Vorbeugend hilft es, häufig zu lüften ober die Luftfeuchte im Raum zu erhöhen (z.B. über einen Zimmerbrunnen). Bei Temperaturen über 10 Grad kann man die Zimmerhortensien tagsüber auch gut mal nach draußen stellen. Außerdem gilt es, Trocken- oder Hitzestress zu vermeiden, denn bereits geschwächte Pflanzen leiden noch mehr unter den Schädlingen.
Hat es die Hortensie doch einmal erwischt, kann man Hortensien gut mit einer Kaliseifen-Lauge oder rapsölhaltigen Mitteln spritzen. Auf und vor allem auch unter den Blättern, dort hält sich die Spinnmilbe bevorzugt auf. Doch nicht mehr als 2x wiederholen, sonst verkleben die Blätter zu stark. Als Nützling kann man zudem Raubmilben ausbringen, die allerdings ebenfalls eine höhere Luftfeuchte benötigen.

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